Filmforum-Leiterin Sabine Imhof und ihr Team entwickeln Kreativität in der Krise.
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Filmforum-Leiterin Sabine Imhof und ihr Team entwickeln Kreativität in der Krise.

Kino

Filmforum in Frankfurt muss sich neue Wege suchen

Corona trifft die Cineasten in Frankfurt. Das Film-Forum Höchst muss nun unbekanntes Terrain beschreiten.

Frankfurt -Ohne Aussicht auf Öffnung waren Filmquiz, Kurzfilm der Woche und die "Filmplakatperlen" über die Internetseite, bei Facebook und Instagram bislang die einzigen Aktionen des Filmforum Höchst als Brückenschlag zwischen Kino und Publikum in Corona-Zeiten.

Doch nun beschreitet das Programmkino in der Emmerich-Josef-Straße gänzlich unbekanntes Terrain, um Cineasten zu begeistern: Es ist dem gerade formierten Verein Cinemalovers beigetreten und bietet nun eine dem Kino direkt angeschlossene Online-Plattform an. Dabei, so erklärt Leiterin Sabine Imhof, nutzen die beteiligten Kinos die selbe Software und lizensierte Filme - aber jedes Kino wähle seine eigene Form und kuratiere das Filmprogramm entsprechend den eigenen Ansprüchen.

"Natürlich schlagen unsere Herzen in erster Linie für den realen Kinoraum und das gemeinsame Erleben von filmischen Erzählungen sowie den direkten Austausch im Kino", betont Imhof.

Denkbar auch für die Zeit nach Corona

Und sicherlich nutzten viele Menschen seit langem schon ausreichend die diversen Mediatheken und Streaming-Dienste. Nichtsdestotrotz wolle das Programmkino mit der neuen Plattform filmforum@home erproben, ob eine Erweiterung in den digitalen Raum auch ein Kino-verträgliches und unterstützendes Angebot sein könne. Ein digitaler Versuchsballon soll es also sein - und wenn der hoch und weit fliegt, könnte das neue Angebot auch nach Corona taugen, um, wie es Imhof formuliert, "zusätzlicher filmischer Auseinandersetzung zu dienen".

Momentan hat das Filmforum auf der neuen Seite sogenannte Film-Duetts zusammengefasst. Imhof erläutert den Gedanken dahinter: "Wir wollen dazu anzuregen, Filme miteinander sprechen zu lassen und sich vertieft einem bestimmten Inhalt, einer Idee oder einer filmischen Umsetzung zu widmen." Immer im Turnus von 14 Tagen soll ein Duett ausgetauscht werden.

Zum Start sprechen gleich vier Film-Paare verschiedene Bereiche an: "Black Power ist auch Frauenpower" möchte in Anlehnung des beliebten Filmfestivals ein bisschen "Africa Alive"-Stimmung aufkommen lassen und zeigt mit dem Dokumentarfilm "May Amin: Hoffnung im Herzen" und dem Spielfilm "Félicité" Facetten starker Frauenfiguren.

"Lateinamerikanische Härte" beziehen sich in "Birds of Passage" und der gerade erst beim Frankfurter Verleih Jipfilm erschienenen Dokumentation "Silence Radio" auf die vielfach lebensfeindlichen Umstände von Korruption und dem Kampf dagegen.

In "Beziehungskisten im deutschen Film" steht der Defa-Film "Jahrgang 45", der den Verlauf einer Scheidung thematisiert und zunächst in der ehemaligen DDR zu den zensierten Filmen gehörte, dem aktuellen Film "Ein Fisch, der auf dem Rücken schwimmt" gegenüber, in dem sich eine Dreieckskonstellation zwischen Andrea, ihrem Freund Philipp und dessen Sohn entspinnt.

"Systeme der Unterdrückung" schließlich setzen sich mit dem streng patriarchalen Katholizismus Mazedoniens in "Gott existiert, ihr Name ist Petrunya" und der Aufarbeitung des Holocaust in Rumänien in Radu Judes Film "Mir ist egal, wenn die Barbaren in die Geschichte eingehen" auseinander.

Zudem will das Filmforum in jedem Monat ein Special anbieten: Im Mai startet die Kooperation mit dem Kunstverein Eulengasse, die ursprünglich als sonntägliche Kunstfilmmatinee gedacht war, nun digital zum Thema "100 Jahre Beuys" in Form einer Online-Diskussion am 16. Mai um 12 Uhr und bezieht den Dokumentarfilm "Beuys" von Andreas Veiel ein.

Als Zugang zur Onlineplattform bietet das Filmforum verschiedene Modelle, Monatsabos zum Schnuppern oder auch das Jahresabo. Da es das Angebot zunächst erst einmal gesichert für ein Jahr geben wird, kann man laut Filmforum das Jahresabo auch nur zum Start innerhalb des ersten Monats Mai ergattern.

Abos können per E-Mail bestellt werden

Die Online-Plattform filmforum@home startet ihr Filmangebot ab morgen, 29. April, Interessierte können bereits jetzt auf der Seite stöbern, sich für ein Abo-Modell entscheiden und unter entsprechendem Button per Mail bestellen. Die Plattform filmforum@home ist unter www.filmforum-höchst.com/ oder https://filmforum-hoechst.cinemalovers.de/de/home zu erreichen.

michael forst

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