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Filmforum schickt Cineasten auf Weltreise

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Von: Michael Forst

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Lebensverändernde Erfahrungen in abgelegener Gegend: Der bhutanesische Film "Lunana" handelt davon. FOTO: filmforum höchst
Lebensverändernde Erfahrungen in abgelegener Gegend: Der bhutanesische Film "Lunana" handelt davon. © N.N.

Februar-Programm macht Appetit auf das Africa Alive-Festival

Möglichst viele verschiedene Länder als cineastische Reiseziele in den kürzesten Monat des Jahres zu packen: Dieses Ziel setzt sich das Filmforum in der Emmerich-Josef-Straße mit seinem Februar-Programm. Im kommunalen Kino in Höchst geht es von Marokko, Burkina Faso, Algerien weiter nach Nordostsyrien, in die Schweiz, aber auch Polen, über Frankreich, schließlich nach Island, Georgien und nach Bhutan mitten hinein in den Himalaya.

Debüt mit starken Frauen

Traditionell findet Anfang Februar das Festival "Africa Alive" gemeinsam mit dem Deutsches Filminstitut & Filmmuseum (DFF) statt. Pandemiebedingt musste es jetzt in den Sommer oder Herbst verschoben werden. Dafür bieten nun einige Filmtitel einen kleinen Vorgeschmack auf Kommendes: In "Adam" zeigt Schauspielerin und Filmemacherin Maryam Touzani in ihrem Spielfilmdebüt starke Frauenfiguren, die sich - trotz der sie umgebenden patriarchalen Strukturen - in Casablanca ihren Platz erobern.

Auch in "Souers" von Yamina Benguigui gehen drei Schwestern gemeinsam mit der Mutter der Familiengeschichte, die sich zwischen Algerien und Frankreich abspielt, auf den Grund. Der Dokumentarfilm "Garderie Nocturne" gibt Einblick in das Leben von Farida und Odile zu, die ihre Kinder des Nachts zu Frau Coda in Obhut geben, während sie selbst arbeiten müssen.

Schließlich stellt Peter Heller seinen Dokumentarfilm "verkaufte Götter" vor, in dem er sich dem sehr aktuellen Thema der Raubkunst widmet. Im Rahmen von "Africa Alive" wird er am Sonntag, 6. Februar, um 18 Uhr im Filmforum Höchst zu Gast sein. "Arbeiten in der Fremde" fasst drei Filme zusammen: Im Zentrum steht der Spielfilm "Wanda, mein Wunder" über die Erlebnisse der polnischen Pflegekraft Wanda mit ihren neureichen Arbeitgebern.

Während sich die Doku "The Other Side of the River" um die Befreiung einer jungen Frau aus der Unterdrückung hin zu Strukturen militanten Feminismus begibt (Gewinner des Hessischen Filmpreis 2021) kritisiert "Regeln am Band bei hoher Geschwindigkeit" den Zustand moderner Sklaverei in deutschen Fleischfabriken mit Leiharbeitern aus dem europäischen Osten. Am Samstag, 12. Februar, zu "The Other Side of the River" um 18 Uhr wird Regisseurin Antonia Kilian im Anschluss an den Film zur Diskussion online zugeschaltet sein.

Aus dem aktuellen französischen Kino präsentieren das Filmforum zwei Produktionen: Lange gewartet hat das Publikum auf den neuen Film von Robert Guédiguian: "Gloria Mundi" zeigt ein dunkles Porträt einer Welt, in der moralische Werte und persönliche Bindungen brutal entwertet werden. Neben dem prekären Umgang mit dem Familienzuwachs im erstgenannten Film geht es in Emmanuelle Bercots "De son vivant" um den Versuch eines annehmenden Umgangs mit dem Wissen um eine tödliche Krankheit, mit Catherine Deneuve, Benoît Magimel und Céline de France in den Hauptrollen.

Die Zähmung der Bäume

Nicht häufig gibt es Filme aus Bhutan zu sehen. "Lunana" ist einer von ihnen, der vom besonderen Bruttosozialprodukt des Landes, dem Glück, erzählt, welches der angehende Lehrer Ugyen inmitten der abgelegenen Region Lunana findet, obwohl er im Begriff stand, in die Welt des Kapitalismus auszuwandern. Wie das Glück an der Natur in absurdem Ausmaß gekauft werden kann, zeigt wiederum der verblüffende Dokumentarfilm "Die Zähmung der Bäume" aus Georgien. Schließlich verbirgt sich eine seltsame Symbiose von Tier und Mensch hinter dem mystischen Spielfilm "Lamb" aus Island. mfo

Tickets und Programm

Kartenreservierung unter der Nummer (0 69) 21 24 57 14. Das komplette Programm gibt's unter www.filmforum-höchst.de

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