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Die luxoriöse Kinolounge "Astor" in der Zeilgalerie.

Filmlounge verlässt die Zeilgalerie

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Zurzeit kursieren Gerüchte, dass das Kaufhaus Zeilgalerie abgerissen werden soll – fest steht noch nichts. Doch jetzt sucht auch das Astor-Kino im oberen Stock des Gebäudes einen neuen Standort.

Die Astor Film-Lounge in der Zeilgalerie sucht neue Räume. „Wir schauen uns seit etwa drei Monaten in Frankfurt um“, sagt Hans-Joachim Flebbe. Die Premium Entertainment GmbH aus Hamburg, deren Geschäftsführer Flebbe ist, betreibt die Astor Film-Lounge im Obergeschoss der Zeilgalerie seit drei Jahren. Cinema nicht wie in der Economy-, sondern der Business-Class: große Sessel mit klappbaren Lehnen und viel Beinfreiheit. Weitere Kinos der Gesellschaft befinden sich in Berlin, Köln, München und Hannover.

„In Frankfurt wollen wir auf jeden Fall bleiben“, sagte Flebbe. „Wir haben viel in die Film-Lounge investiert.“ Und das Konzept werde auch angenommen. Gerüchten, das Kino laufe nicht so gut wie erwartet, tritt Flebbe entgegen. „Wir haben unsere Besucherzahlen 2014 deutlich gesteigert.“ Etwa 60 000 Gäste sind im Vorjahr gekommen.

Der Standort Zeil sei gut und zentral, aber er ist eben kein typischer Kinostandort. Deswegen müsse das neue Astor auch nicht unbedingt dort liegen. „Um 20 Uhr, wenn die Hauptvorstellung beginnt, ist auf der Zeil nicht mehr sehr viel los. Die Leute müssen mit dem Aufzug zu uns fahren – alles kein Problem.“ Dennoch, die Suche nach einem anderen Standort wird fortgesetzt. „Der Eigentümer unterstützt uns darin“, versichert Flebbe.

Es bestehe für das Astor kein Zeitdruck. „Wir wollen einen gleitenden Übergang. Es kann sogar sein, dass es für einige Zeit zwei Astor-Kinos in Frankfurt gibt“, sagt der Kino-Unternehmer.

Grund für den geplanten Auszug ist die unsichere Zukunft in der Zeilgalerie. Wie berichtet, hat die RFR Holding GmbH das Gebäude vor eineinhalb Jahren gekauft und versucht seitdem, ein neues Konzept für die 1992 vom Baulöwen Dr. Jürgen Schneider errichteten, eigenwilligen Zeilgalerie zu entwickeln. Dazu könnte auch der Abriss gehören, und davon will Flebbe nicht kalt erwischt werden.

Das Grundstück der Zeilgalerie ist relativ schmal, aber tief geschnitten. Schneider hatte ein schneckenförmiges Treppenhaus in Form einer Rampe bauen lassen, an deren Außenseite sich relativ kleine Geschäfte befinden. Doch das Konzept schien nicht aufzugehen. Der siebte und sechste Stock besteht fast nur aus leeren Ladenlokalen. Ein Piercing-Studio hat eines der obersten Lokale gemietet. Weiter unten, im vierten Stock, läuft im Schuhgeschäft „Escape Futura“ gerade der Räumungsverkauf. Ein Angestellter sagt, er habe erfahren, am Jahresende sei Schluss mit der Zeilgalerie. Gabriele Eick, die die Unternehmenskommunikation für RFR übernimmt, berichtet jedoch, dass noch keine Entscheidung gefallen sei: „Es gibt nichts Neues.“ Den Umstand, dass trotz des Leerstands in der Zeilgalerie auf der Webseite der RFR nicht für dieses Geschäftshaus geworben wird, ließ sie unkommentiert.

Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Olaf Cunitz, sagte, dass momentan keinerlei Anträge vorlägen, weder auf Abriss noch auf Umbau.

(tjs)

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