Kunstmesse in Frankfurt

Flagge zeigen für die Kunst

Vier Tage lang verwandelt sich die Messe Frankfurt ab Ende Januar in eine Kunstgalerie. Denn abermals wagt sich die Stadt an eine Kunstmesse. Erwartet werden 70 Aussteller aus mehr als zehn Ländern.

Von Christian Huther

Klaus Gallwitz bringt es auf den Punkt: „Es ist eine Sensation, dass die Frankfurter Kunstmesse wieder stattfindet.“ Der Ex-Direktor des Frankfurter Städels hat recht. Bereits von 1989 bis 2007 gab es sie, erst von der Stadt, dann von der Messe finanzierte. „Art Frankfurt“ hieß sie, musste aber mangels Erfolg eingestellt werden. In drei Wochen startet ein erneuter Versuch: Vom 31. Januar bis 3. Februar findet die „Kunst Messe Frankfurt 15“ statt, veranstaltet von Manfred Möller, der bisher als Verleger von Magazinen und Anzeigenblättern in Erscheinung getreten ist. Möller ist Chef der Kunstmedien GmbH in Neu-Isenburg.

Für die neue, alte Messe setzt er auf ein „ganzheitliches Konzept“, das neben der antiken und alten Kunst auch die außereuropäische Kunst, die klassische Moderne und die zeitgenössische Kunst umfasst. Denn Möller will, so seine Aussage bei der gestrigen Pressekonferenz, „nicht den Messen in Köln oder Karlsruhe etwas wegnehmen. Unser Konzept ist anders, unsere Messe umfasst die ganze Geschichte der Kunst“. Dafür hat sich Möller weitere Fachleute gesucht, etwa Eric Beuerle de Castro, der in Dreieich eine Galerie betreibt und selbst Künstler ist. Um weitere Galerien und Sammler bemüht sich eine vierköpfige Jury, darunter Klaus Gallwitz, Jean-Christophe Ammann (Ex-Direktor des hiesigen Moderne-Museums), Hans Ottomeyer (Ex-Präsident des Deutschen Historischen Museums in Berlin) und der Künstler Ottmar Hörl.

Freilich haben sich bisher nur 55 Aussteller aus mehr als zehn Ländern angemeldet, 15 weitere Künstler sollen noch dazukommen – und damit insgesamt weit weniger als die ursprünglich erhofften 150 bis 200 Teilnehmer. Doch Möller meint, dass „es Zeit braucht, um das Fundament der Kunstmesse bis 2017 zu festigen“.

Und was erwartet den Besucher an den vier Messetagen? Fast die Hälfte der Aussteller vertritt die zeitgenössische Kunst, von Binder (München) bis Voss (Düsseldorf); darunter auch etliche europäische Galerien sowie je ein Aussteller aus Südkorea, Israel und dem Iran. Die besten Adressen aber finden sich in den Bereichen der alten Kunst (Teutschbein, Frankfurt) und der asiatischen Kunst (Peter Hardt, Radevormwald). Auffällig ist das Fehlen der Frankfurter Platzhirsche, vom Kunstkabinett bis zu Bärbel Grässlin. Offensichtlich warten viele erst einmal ab, wie sich die Messe entwickelt. Doch Manfred Möller kündigt bereits hochkarätige Objekte bei der klassischen Moderne und bei antiken Möbeln an, ohne Namen nennen zu wollen. Dass gut Ding seine Weile braucht, weiß Jean-Christophe Ammann: „Dieser hervorragende Messeplatz in Frankfurt muss wieder bespielt werden“, meint er und erinnert im nächsten Satz daran, dass Hilmar Hoffmann vor über 25 Jahren die erste Frankfurter Kunstmesse aus der Taufe gehoben hat. Hehre Worte werden also bemüht, um die Messe in neuem Gewand zu beleben.

Die „Kunst Messe Frankfurt 15“ findet vom 31. Januar bis 3. Februar in der Messehalle 1 statt. Das Tagesticket kostet 18 Euro. Die Messe hat täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet, am letzten Tag nur bis 18 Uhr. Weitere Infos gibt’s unter

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