Fund auf Baustelle

Fliegerbombe gefunden: 16.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen

Die junge Frau, die in der Frankenallee aus ihrem Auto steigt, weiß noch von nichts. „Was für eine Bombe?“, fragt sie. Gerade einmal etwas mehr als 40 Minuten ist die Nachricht alt, dass bei Bauarbeiten an der Europa-Allee eine 125 Kilo schwere US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde. Die Frankfurter Feuerwehr hatte den Fund über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt gegeben. Kurz darauf folgt eine weitere Nachricht: In einem Umkreis von rund 700 Metern müssen alle Anwohner ihre Wohnungen bis 20 Uhr verlassen. Etwa 16 000 Menschen sind von der kurzfristigen Evakuierung betroffen.

Die junge Frau, die in der Frankenallee aus ihrem Auto steigt, weiß noch von nichts. „Was für eine Bombe?“, fragt sie. Gerade einmal etwas mehr als 40 Minuten ist die Nachricht alt, dass bei Bauarbeiten an der Europa-Allee eine 125 Kilo schwere US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde. Die Frankfurter Feuerwehr hatte den Fund über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt gegeben. Kurz darauf folgt eine weitere Nachricht: In einem Umkreis von rund 700 Metern müssen alle Anwohner ihre Wohnungen bis 20 Uhr verlassen. Etwa 16 000 Menschen sind von der kurzfristigen Evakuierung betroffen.

Dass im Frankfurter Boden explosive Überbleibsel alliierter Bombardements entdeckt werden ist keine Seltenheit. Erst im Februar mussten im Gallus rund 9000 Menschen kurzzeitig ihre Wohnungen räumen, weil in der Kölner Straße eine 50-Kilogramm-Bombe entdeckt worden war.

Routine sind solche Einsätze für Feuerwehr und Polizei zwar nicht, aber es gibt inzwischen eingespielte Vorgehensweisen: In Halle 5 der Frankfurter Messe wird eine Beratungsstelle für Betroffene eingerichtet. Dort können alle unterkommen, die sich privat kein Notquartier organisieren konnten. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) stellt zusätzliche Busse zur Verfügung. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen können über ein Bürgertelefon Kranken- und Behindertentransporte anfordern.

Die zuständigen Behörden informieren aus ihrer Sicht zügig. Doch vielen Anwohnern bleibt am Montagabend Hektik nicht erspart. Gegen 17.15 Uhr wird vor einer Apartment-Anlage an der Idsteiner Straße, hektisch telefoniert. Zwei Mitarbeiter eines Hotelbetriebs, ein Mann im Blaumann und eine junge Frau, versuchen herauszufinden, ob ihr Gebäude geräumt werden muss. „Bei der Bürger-Hotline ist ständig besetzt“, klagt die Frau. Kurze Zeit später ist klar: Das Apartment-Hotel liegt mitten in der Evakuierungszone.

Die Folgen des Bombenfundes bekommen derweil nicht nur die Bewohner des Gallus zu spüren. Zahlreiche Regional- und Fernzüge müssen umgeleitet werden. Die S-Bahnen des RMV fahren ab 19 Uhr die Station Messe nicht mehr an. Ab 22.30 Uhr wird der Streckenabschnitt zwischen Galluswarte und Frankfurt-West komplett gesperrt. Die Linie S6 endet am Westbahnhof, während die Linien S3,S4 und S5 über die Mainzer Landstraße direkt zum Hauptbahnhof umgeleitet werden.

Ab 20 Uhr beginnt die Polizei, mit Lautsprecherdurchsagen die verbliebenen Anwohner zum Verlassen des betroffenen Gebietes aufzurufen. Zwischen 21 und 23 Uhr sollte die Evakuierungszone noch einmal überprüft werden, um sicher zu gehen, dass sich keine Personen mehr dort aufhalten. Die Überprüfung dauerte bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch an.

Die Entschärfung der Bombe war für 23 Uhr angesetzt worden – nach Beginn des Nachtflugverbots am Rhein-Main-Flughafen. „Offen liegende Bomben sind immer ein gewisses Risiko“, erklärte ein Sprecher des Kampfmittelräumdienstes auf FR-Anfrage, „deshalb raten wir immer zu einer zügigen Beseitigung.“ Man sei guter Dinge, die Entschärfung wie geplant bis 1 Uhr nachts abgeschlossen zu haben.

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