Alles für die lieben Kleinen

Flohmärkte für Kinderkleidung und Spielzeug haben jetzt Hochsaison

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Ein paar Tage noch, dann haben die Wintersachen ausgedient. Für Eltern kann das teuer werden – es sei denn, sie kaufen die neue Kollektion für den Nachwuchs auf Flohmärkten. Deren Saison hat gerade wieder begonnen.

Eine volle Ladung Sahne ins Gesicht – na, das kann ja lustig werden! Die neunjährige Hanna und ihr gleichaltriger Nachbarsfreund Tobias sind davon überzeugt und schaffen es recht schnell, Hannas Mutter Magdalena Jusiewicz zu überreden, ihnen dieses schrill-bunte Gesellschaftsspiel, bei dem irgendwann eben die Sahne im Gesicht eines Spielers landet, zu kaufen. Am Stand von Valentina Novarlic kostet es ja nur ein paar Euro.

Spielzeug aller Art, vom Brettspiel bis zum Feuerwehrauto, hat Valentina Novarlic auf ihrem Verkaufstisch gestapelt. Die Bockenheimerin hat sich an diesem Sonntag ein paar Stunden reserviert, um auf dem Flohmarkt im Saalbau Nied zu verkaufen, was ihre beiden Söhne nicht mehr brauchen. Für etliche Spiele sind sie zu alt geworden, aus Hosen, T-Shirts, Jacken und Schuhen herausgewachsen. Ein Vermögen kann die Mutter damit nicht verdienen, aber um die 100 Euro, so schätzt sie, werde der Verkauf einbringen. Davon kann sie dann für den Sechs- und den 17-Jährigen wieder Neues kaufen.

Der Nieder Basar für Kinderkleidung ist einer der ersten in der gerade eröffneten Flohmarkt-Saison. An den nächsten Wochenenden laden wieder Kirchengemeinden, Kindergärten, der Verein Abenteuerspielplatz Riederwald und etliche andere Veranstalter zu Flohmärkten speziell für Kinderkleidung und Spielzeug ein. Und alle werden sie gut besucht sein. Viele Eltern kaufen zumindest einen Teil der Garderobe für ihre Kinder aus erster oder zweiter Hand – weil es ihrem geschröpften Geldbeutel gut tut und zudem ökologisch sinnvoll ist. Nicht, dass Eltern an ihren Sprösslingen sparen würden: Der Handelsverband Spielwaren erwartet einen Umsatzrekord von über drei Milliarden Euro für das vergangene Jahr und damit ein Plus von drei Prozent. Und auch wenn in der Textilbrache die Umsätze sinken, sind deren Umsätze im Kindersegment immer noch hoch: 2,69 Milliarden Euro gaben die Deutschen nach Angaben des Bundesverbandes des Deutschen Textilhandels 2015 für ihr Kinder im Alter von null bis 14 Jahren aus.

Und in diesen Zahlen sind die Umsätze von Kleiderbasaren noch gar nicht drin. „Hier liegen viele verschiedene Geschäfte auf einem Tisch“, sagt Annika Räder. Spielzeug, Laufräder, Kleider oder Fußballstulpen – da müsste man sonst etliche Geschäfte ablaufen. Die Niederin schätzt diese Auswahl, dazu die günstigen Preise auf den Flohmärkten, wie sie sagt. Wenngleich sie auch vieles neu kaufe.

Diesmal will die 30-Jährige selbst ein paar Sachen los werden. Denn obwohl ihre Tochter Mia Sophie gerade erst sechs Monate alt ist, platzt deren Kleiderschrank schon förmlich aus den Nähten. „Man kauft selbst so viel, weil einem alles gefällt und dann kriegt man noch so viel geschenkt“, bekennt Annika Räder. Deshalb habe sie schon jetzt mehr als genug.

Das Einkaufen für die Kleinen scheint besonders den Mütter richtig Spaß zu machen. Gerade Frauen, die ihr erstes Kind erwarten oder gerade geboren haben, erobern sich gerade eine neue Warenwelt, freuen sich auf ihr Kind und wollen ihm mit den Sachen etwas Gutes tun. „Heutzutage ist es so, dass man viel mehr Geld für die Kinder ausgibt“, bestätigt Angela Wichman, Leiterin der Nieder Kita „Windelschwinger“, deren Eltern den Basar organisiert haben. Gerade für das erste Kind werde viel angeschafft.

Zur Beliebtheit der Flohmärkte trägt aus ihrer Sicht zudem bei, dass die Kleidungsstücke häufig sehr gut erhalten, teilweise wie neu seien. Klar, gerade die ganz Kleinen wachsen ja teilweise in ein paar Wochen aus ihrem Body oder Höschen wieder raus. Basar-Organisatorin Melanie Seipp berichtet zudem, dass gebrauchte Kleidung bei vielen Eltern beliebt sei, da man ihr eine niedrigere chemische Belastung nachsage. Schließlich sei alles schon ein paar Mal gewaschen.

Es ist das dritte Mal, dass Seipp den Basar ausrichtet. Sie mache das aus purem Spaß. Die Einnahmen aus Standgebühren und Kuchenverkauf kommen der Kita „Windelschwinger“ zugute. Und die will davon natürlich etwas für die lieben Kleinen kaufen: Hocker und solides Holzspielzeug stehen auf der Wunschliste.

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