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Alle sollen auch weiter auf dem Frankfurter Flohmarkt kaufen können. 

Frankfurt

Flohmarkt weiter „für jedermann“

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Die Stadt versichert, ärmere Menschen würden nach dem geplanten Umzug desTrödeltreibens ans Nordufer des Mains nicht verbannt.

Der geplante Umzug des beliebten Frankfurter Flohmarkts vom südlichen auf das nördliche Mainufer soll nicht dazu führen, dass ärmere Menschen und Migranten vom Trödeltreiben ausgeschlossen werden. Das hat Michael Lorenz, der Prokurist der städtischen Hafen- und Marktbetriebe (HFM), im Gespräch mit der FR versichert. „Unser Flohmarkt soll ein Flohmarkt für jedermann bleiben“, sagte der HFM-Manager. Er sprach von einer Institution „für die gesamte Bürgerschaft“.

Allerdings werden die von der HFM mit dem Umzug angestrebten „Verbesserungen“ den Charakter des Flohmarkts verändern. Wenn am 25. Januar 2020 der Markt zum ersten Mal auf der gesperrten nördlichen Mainuferstraße aufgebaut wird, soll die Präsentation des Angebots anders sein. „Wir wollen, dass die Ware nicht mehr auf dem Boden präsentiert wird“, so Lorenz. Statt dessen soll es Tische und Regale geben.

Gerade im ärmeren Teil des Flohmarkts, der sich heute von der Schweizer Straße bis kurz vor das Städel erstreckt, stehen oder liegen jedoch viele Waren auf dem Boden. Hier kann man noch ein Hemd für einen Euro oder Schuhe für fünf Euro bekommen.

Die HFM will Neuware in Zukunft ausschließen. Lorenz behauptete, dass die sechs bis acht Kontrolleure der HFM Neuware schon heute aussortieren. Tatsächlich findet sich jedoch in dem Teil des Flohmarkts zwischen Schweizer Straße und Städel auch original verpackte Ware, darunter etwa Werkzeuge. Lorenz bezeichnete das als „Havarieware“, also Teile, die anderweitig nicht mehr zu verkaufen wären. Diese dulde die Stadt. Wegen Verstößen gegen die Vorschriften schließe die HFM jedes Jahr „eine Handvoll“ Händler aus.

Am nördlichen Mainufer wird sich der Markt stark verkleinern – von heute noch 1800 Meter Stände am Südufer auf künftig 850 Meter. Die HFM empfahl deshalb, in Zukunft einen Stand „mehrere Wochen im Voraus zu buchen. „Dauerbuchungen sind nicht möglich.“ Wer zuerst komme, werde zuerst berücksichtigt, wer zu spät komme, werde auf den nächsten Termin verwiesen. Buchungen sind unter der städtischen Telefonnummer 069/ 212 48562 oder unter der Internetadresse hfm-frankfurt.de möglich.

Die Marktbetriebe schufen am Montag auch Klarheit über die künftige gastronomische Versorgung. Von heute vier Gastronomieständen würden drei den Umzug mitmachen, sagte Manager Lorenz. Die Stände sollen künftig aber nicht mehr inmitten des Flohmarkts, sondern am Rande der Standreihen positioniert werden.

Ein offener Punkt ist die Reaktion der Anwohner am nördlichen Mainufer. Dort wohnen „weit mehr Menschen“ (Lorenz) als am Südufer, wo sich der Flohmarkt hauptsächlich vor Museen erstreckt.

Aus Rücksicht auf die Nachtruhe der Anwohner soll der Flohmarkt ab 25. Januar 2020 am Nordufer erst von sieben Uhr an aufgebaut werden statt wie bisher von sechs Uhr an. Ab 9 Uhr darf dann der Verkauf beginnen.

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