Bringen schnell mal den Zeitplan durcheinander: Drohnen in der Nähe von Flughäfen (Symbolbild)
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Drohnen in der Nähe von Flughäfen bringen schnell mal den Zeitplan durcheinander – zuletzt am Flughafen Frankfurt (Symbolbild).

„Gezielte Störaktion“

Drohne stoppt Flugverkehr am Flughafen Frankfurt – Fraport setzt hohe Belohnung aus

  • Matthis Pechtold
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Am Flughafen Frankfurt legt eine Drohne den Flugverkehr lahm. Fraport setzt nun eine hohe Belohnung für Hinweise auf die Täter aus. Diesen könnte eine deftige Strafe drohen.

Update vom Freitag, 05.03.2021, 15:25 Uhr: Nachdem eine Drohne für erhebliche Störungen am Flughafen Frankfurt gesorgt hat, hat Fraport eine Belohnung ausgesetzt, um den oder die Störer zu finden. Die Drohne wurde am Samstag, 20. Februar 2021, ab 20 Uhr im Bereich des Flughafens gesichtet, als sie mehrfach das Flughafengelände überflog. Davon berichteten mehrere Zeugen.

Der Durchmesser der Drohne wurde auf zwischen 80 cm und 120 cm geschätzt. In der Mitte der Drohne befand sich ein rotes Blinklicht, an den Außenseiten weiße Beleuchtung. Die Polizei am Flughafen Frankfurt ermittelt noch immer wegen des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Dieser kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet werden.

Zeugen berichten von einer Personengruppe mit Fahrrädern. Sie haben beobachtet, dass aus dieser Gruppe heraus eine Drohne aufstieg. Die Polizei hofft nun auf weitere Hinweise zu dem Vorfall am Flughafen Frankfurt. Und darauf setzt auch der Flughafenbetreiber Fraport, der eine Summe von 5.000 Euro ausgelobt hat. Zeugen, die Hinweise zur Aufklärung der Straftat geben und so zur Verurteilung des oder der Täter beitragen, werden gebeten, diese an die Polizeidirektion Flughafen unter der Rufnummer 069/755-11900 zu melden.

Drohne am Flughafen Frankfurt legt Flugverkehr lahm

Erstmeldung vom Sonntag, 21.02.2021, 11.11 Uhr: Frankfurt - Erneut hat eine Drohne den Betrieb am Flughafen Frankfurt gestört. Rund 30 Flugzeuge konnten deswegen nicht planmäßig starten, das berichten Polizei und Bundespolizei in Frankfurt. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) stellte Start- und Landeerlaubnisse zwischen 20.15 Uhr und 23 Uhr zeitweise vollständig ein.

Ein Jäger hatte die Drohne am Samstagabend (20.02.2021) im Bereich der Startbahn 18 West gesichtet. Eine anschließende Fahndung nach dem Fluggerät und seinem Besitzer durch die Bundespolizei dauerte nach Polizeiangaben mehr als drei Stunden, verlief aber erfolglos. Es waren zahlreiche Einsatzkräfte der Bundes- und Landespolizei, sowie Sicherheitspersonal des Flughafens Frankfurt zur Aufklärung, Fahndung und Gefahrenabwehr im Einsatz. Zuletzt wurde die Drohne nahe der Bundesstraße 43 gesichtet. Sie soll dem Polizeibericht zufolge deutlich größer als eine handelsübliche Drohne gewesen sein, was auf eine gezielte Störaktion hindeute.

Drohne am Flughafen Frankfurt gesichtet: Bundespolizei ermittelt

Die Deutsche Flugsicherung reagierte auf den Vorfall und erteilte für 23 der betroffenen Flugzeuge eine Ausnahmegenehmigung für einen Start nach 23.00 Uhr, die letzte Maschine hob um 23.29 Uhr ab. Des Weiteren mussten zwei Flüge annulliert werden sowie ein Frachtflug temporär nach Köln umgeleitet werden, wie die zuständige Bundespolizeidirektion mitteilt.

Die Bundespolizei hat ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet, wegen des Verdachts des Gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Zudem können die Verursacher nach Polizeiangaben mit erheblichen zivilrechtlichen Schadensersatzforderungen rechnen. Denn: In Deutschland sind Drohnenflüge in einem Umkreis von 1,5 Kilometern rund um Flughäfen verboten. Mögliche Zeugen werden gebeten, Hinweise dem 19. Polizeirevier unter der Telefonnummer 069/755 11900 oder der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen unter der Nummer 069/34 00 4999 zu melden.

Vor knapp einem Jahr legten gleich mehrere Drohnen binnen eines Tages (02.03.2020) den Flugverkehr am Flughafen Frankfurt lahm. 57 Flüge wurden damals umgeleitet, 72 mussten annuliert werden. (Matthis Pechtold)

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