02.03.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Eine Passagiermaschine der United Airlines startet auf dem Flughafen hinter einem Erdhügel. Im Süden des Frankfurter Flughafens entsteht in einem riesigen Bauprojekt das Terminal 3 des größten deutschen Airports für bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich.
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Baustelle Terminal 3 in Frankfurt

Terminal 3

Baustelle Flughafen Frankfurt - Einspruchsfrist gegen Erdlager endet

Die Fraport AG plant am Flughafen Frankfurt eine Lagerstätte für belastete Erde. Die Einspruchsfrist endet bald. 

  • Auf dem Gelände des neuen Terminal 3 am Flughafen Frankfurt fallen große Mengen PFC-verseuchter Erde an 
  • Entscheidung im Verfahren um eine Lagerstätte am Flughafen Frankfurt steht noch aus 
  • Einspruchsfrist endet an diesem Freitag

Mörfelden-Walldorf - Im Süden des Flughafen Frankfurt entsteht in einem riesigen Bauprojekt das Terminal 3 des größten deutschen Airports für bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich. Während einige Parteien und die Unternehmerverbände den Ausbau des Flughafen Frankfurt als Wachstumsmotor begrüßen, sehen Gegner nicht nur die kommenden zusätzlichen Flugbewegungen und den Lärm kritisch. 

Verschmutzung auf Baustelle am Flughafen Frankfurt 

Bei dem Bauvorhaben fallen immense Mengen von mit polyfluorierten Chemikalien (PFC) verseuchter Erde an. Der Flughafenbetreiber Fraport hat hierfür sicherheitshalber schon einmal ein zeitlich begrenztes Zwischenlager auf dem Areal des Flughafen Frankfurt beantragt. An diesem Freitag endet im Genehmigungsverfahren die Einspruchsfrist für die Halde.

Das zuständige Regierungspräsidium in Darmstadt startete am Jahresanfang das Genehmigungsverfahren für den fünfjährigen Betrieb eines Lagers für rund 600 000 Kubikmeter PFC-haltiges Material am Flughafen Frankfurt. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung müsse hierfür nicht gemacht werden. 

Erde am Flughafen Frankfurt verseucht

Die PFC-Belastung kommt höchstwahrscheinlich vom Einsatz von Feuerlöschschäumen auf dem ehemaligen Gebiet der Rhein-Main-Air-Base. Deponien für derart belastetes Material seien in Deutschland stark limitiert. PFC sind im Boden nicht abbaubar, können Nahrung und Trinkwasser verunreinigen und gelten als gesundheitsschädlich.

Fraport will bis zum Herbst dieses Jahres das belastete Erdreich fachgerecht auf Deponien entsorgen. 30 000 Kubikmeter PFC-belasteter Erde seien bereits vom Flughafen Frankfurt abtransportiert worden, verkündete Fraport am Mittwoch. 

Lager am Flughafen Frankfurt soll nur temporär sein

Verträge mit Deponien in Bayern, Nordrhein-Westfalen und in Ostdeutschland seien unter Dach und Fach. Die Gesamtmenge des überschüssigen und nicht für eine Wiederverwendung auf der Baustelle des Terminal 3 geeigneten Bodens betrage 400 000 Kubikmeter.

„Wir sind zuversichtlich, dass ein Großteil des überschüssigen mit PFC belasteten Bodenmaterials bis zum Herbst abtransportiert ist“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Stefan Schulte. Stand heute gehe man davon aus, dass das beantragte Bodenlager am Flughafen Frankfurt nicht benötigt werde. „Trotzdem halten wir an dem Antrag fest, um Handlungsspielräume im Falle von Komplikationen zu haben.“

Entsorgung der Erde am Flughafen Frankfurt im Zeitplan 

Der Bau des neuen Terminals am Flughafen Frankfurt ist Fraport zufolge im Plan. Der Erdaushub lagere derzeit in der Nähe der Baustelle. Fraport rechnet insgesamt mit rund 1,2 Millionen Kubikmetern, von denen die Hälfte PFC-belastet ist.

Gegner des Flughafenausbaus und der Deponie für den Erdaushub sind skeptisch. Sie befürchten, dass aus einem Zwischenlager ein Dauerlager am Flughafen Frankfurt werden könnte. So legte der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland eine Einwendung gegen eine mögliche Genehmigung ein und forderte eine Umweltverträglichkeitsprüfung. 

lhe

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