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Fliegen ab Frankfurt bald noch teurer: Lufthansa kündigt höhere Ticketpreise an

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Von: Samira Müller

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Mehrere Flugzeuge von Lufthansa.
Fliegen ab Frankfurt wird bald teurer: Lufthansa kündigt an, Ticketpreise zu erhöhen (Symbolfoto). © Boris Roessler/dpa

Fliegen ab dem Flughafen Frankfurt wird bald teurer werden. Der Lufthansa-Konzern kündigt steigende Ticketpreise an und nennt Gründe.

Frankfurt – Bald wird das Fliegen vom Flughafen Frankfurt* teurer werden. Der Lufthansa-Konzern* kündigt steigende Ticketpreise an, wie die dpa berichtete. Grund dafür seien der Ölpreis sowie steigende Gebühren an Flughäfen und bei den Flugsicherungen, sagte Finanzvorstand Remco Steenbergen am Donnerstag (03.03.2022) bei der Bilanzvorlage des Konzerns in Frankfurt*. Der Konzern rechne aber damit, dass Konkurrenten stärker getroffen würden als die Lufthansa.

Auch die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine gehen an der Lufthansa nicht spurlos vorbei. Die Situation in der Ukraine sorgte bei Lufthansa-Fliegern für lange Umwege nach Fernost, fehlende Passagiere und steigende Ölpreise. Dabei hatte sich das Unternehmen nach einem erneuten Milliardenverlust im vergangenen Jahr gerade für einen Neustart nach der Pandemie bereit gemacht.

Fliegen ab Flughafen Frankfurt bald teuer: Lufthansa kündigt steigende Ticketpreise an

Die Fluggesellschaft hätte an einem normalen Donnerstag im März 4000 Menschen von und nach Russland und die Ukraine gebracht, sagte Konzernchef Carsten Spohr bei der Bilanzvorlage. Doch es herrscht Krieg. Kein Flugzeug verbinde Menschen, Kulturen und Volkswirtschaften: „Wir sind mit unseren Gedanken bei den Frauen, bei den Männern und den Kindern in der Ukraine“, versichert der Lufthansa-Chef, bevor er auf die geschäftlichen Aussichten seines Unternehmens zu sprechen kommt. Nach zwei verlustreichen Jahren durch Corona* sahen die für die Lufthansa eigentlich positiv aus. Im Sommer erwartet der Konzern auf der Mittelstrecke bereits 95 Prozent des Vorkrisenangebots.

Lufthansa will die Krise mental und geschäftlich hinter sich lassen. „Wir sind sehr sicher, dass der Luftverkehr in diesem Jahr einen starken Aufschwung erleben wird. Die Menschen wollen wieder reisen“, sagt Spohr auch eine Woche nach Kriegsausbruch. Der Ukraine-Krieg sorgte durch die Luftraumsperren über Russland und der Ukraine für einen einstelligen Millionenverlust pro Monat. Zudem würden etwa 90 Flüge in der Woche sowie Wartungsverträge wegfallen. Außerdem müssten die Fernost-Maschinen weite Umwege in Kauf nehmen.

Mehrere Flugzeuge von Lufthansa.
Fliegen ab Frankfurt wird bald teurer: Lufthansa kündigt an, Ticketpreise zu erhöhen (Symbolfoto). © Boris Roessler/dpa

Steigende Ticketpreise bei Lufthansa: Fliegen ab Frankfurt wird teurer

Daher stimmen Spohr und sein Finanzvorstand Remco Steenbergen das Publikum auf steigende Ticketpreise ein. Wichtigster Treiber sei der stark gestiegene Ölpreis, aber auch die Flughäfen und die Flugsicherungen hätten ihre Gebühren angezogen. Zudem zweifelt Spohr daran, dass die „Systempartner“ ausreichend auf den erwarteten Kundenandrang im Sommer vorbereitet sind, weil sie in der Corona-Zeit zu viel Personal verloren hätten.

Seinen Personalabbau hat der Lufthansa-Konzern selbst bei etwa 105.000 Beschäftigten gestoppt und stellt in Teilbereichen schon wieder ein. Das seien 33.000 Jobs weniger als vor der Corona-Krise, wie dpa mitteilte. Allein in Deutschland verlassen rund 10.000 Menschen das Unternehmen. Um die Zukunft von rund 400 Piloten werde noch mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit gerungen.

Der Konzern konnte seine Verluste im zweiten Corona-Jahr 2021 deutlich eingrenzen. Die deutschen Staatshilfen wurden zurückgezahlt. Der Fehlbetrag verringerte sich dank eines Rekordgewinns der Frachtsparte Lufthansa Cargo und einer ersten Erholung im Passagiergeschäft unter dem Strich um zwei Drittel auf rund 2,2 Milliarden Euro.

Flughafen Frankfurt: Lufthansa kündigt steigende Ticketpreise an

Der Umsatz erholte sich um ein Viertel auf 16,8 Milliarden Euro, erreichte damit aber noch nicht einmal die Hälfte des Vorkrisenjahres 2019,wie dpa berichtete. Etwa 47 Millionen Fluggäste zählte der Konzern im vergangenen Jahr – rund 29 Prozent mehr als im ersten Corona-Jahr, aber fast 100 Millionen weniger als 2019.

Für Lufthansa Cargo lief es glänzend: Dank hoher Nachfrage, knapper Kapazitäten und dadurch hohen Frachtpreisen verdiente die Logistiktochter im Tagesgeschäft fast 1,5 Milliarden Euro und damit so viel wie nie zuvor. Auch in diesem Jahr seien die Aussichten bei anhaltenden Problemen in den Lieferketten von Unternehmen bestens. Mit der russischen Air Bridge Cargo ist ein wichtiger Konkurrent durch die westlichen Sanktionen vom Weltmarkt ausgeschlossen. Auch die Wartungstochter Lufthansa Technik und die Catering-Sparte LSG kehrten im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurück.

Der Vorstand plant für das Gesamtjahr weiter mit einem Flugangebot von mehr als 70 Prozent des Vorkrisen-Niveaus, das wohl erst zur Mitte des Jahrzehnts wieder erreicht werde. Im Sommer seien von einstmals 763 Flugzeugen voraussichtlich 650 Jets wieder in der Luft, kündigte Spohr an. Im kommenden Jahr sollen es 700 sein. Die Flotte werde schneller ausgetauscht und damit umweltfreundlicher.

Vorerst bis zum Sonntag (06.03.2022) fliegt die Lufthansa nicht mehr von und nach Russland. Zuletzt konnte ein Lufthansa-Flug am Flughafen Frankfurt wegen eines verdächtigen Funds im Gepäck nicht starten. (Samira Müller mit dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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