Airbus A350

Mit dem Langstreckenflugzeug von München nach Frankfurt - Warum die Lufthansa auf den A350 setzt

  • Kerstin Kesselgruber
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  • Teresa Toth
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Lufthansa-Passagiere können im Langstreckenflugzeug A350-900 von München zum Flughafen Frankfurt fliegen. Was sinnlos klingt, hat einen durchaus vernünftigen Grund.

  • Am Flughafen München befinden sich eigentlich etliche A350-900 der Lufthansa.
  • Einige von ihnen sollen künftig wegen Corona andere Flugzeuge am Flughafen Frankfurt ersetzen.
  • Für Passagiere könnte das ein seltenes Vergnügen bedeuten.

Update vom Mittwoch, 28.10.2020, 10.49 Uhr: Im Langstreckenflugzeug von München zum Flughafen Frankfurt? Klingt absurd. Doch zumindest kurzzeitig bietet die Lufthansa diesen Service für den gut einstündigen Flug zwischen den beiden Städten an. Sie will nämlich wegen Corona vier ihrer A350-Maschinen am Flughafen Frankfurt statt in München positionieren. Und damit die Airbus-Flugzeuge nicht leer fliegen, können Passagierinnen und Passagiere ihren Flug in dem 325-Sitzer absolvieren.

Am Freitag (30.10.2020) beispielsweise hebt mit Flug LH099 ein A350-900 um 9 Uhr in München ab und soll um 10.05 Uhr am Flughafen Frankfurt landen. Auch am Sonntag (01.11.2020) hätten A350-Fans nochmal die Gelegenheit: LH117 startet um 18 Uhr in München und landet um 19 Uhr in Frankfurt. Laut Lufthansa ist der Airbus A350 „besonders sparsam“. Für die kurze Strecke zwischen den beiden Städten braucht aber auch die Deutsche Bahn (DB) nur etwas mehr als drei Stunden – und deren CO2-Bilanz fällt deutlich besser aus.

Stolz hat die Lufthansa im Jahr 2017 ihr neues Flugzeug vom Typ Airbus A350-900 vor. Jetzt können Passagiere damit kurzzeitig sogar von München zum Flughafen Frankfurt fliegen.

Vier A350-900 der Lufthansa starten vom Flughafen Frankfurt

Erstmeldung vom Sonntag, 25.10.2020, 14.45 Uhr: Frankfurt – Normalerweise ist die gesamte A350-Flotte der Lufthansa am Franz-Josef-Strauß-Flughafen München stationiert. Wie die Lufthansa nun mitteilte, soll sich das über die Wintersaison ändern. Vier der A350 – die vor allem durch den Kranich am Heck erkennbar sind – sollen bis März 2021 am Flughafen Frankfurt positioniert werden.

Laut einem Bericht von „flugrevue.de“ bleiben damit 12 der insgesamt 16 A350-Maschinen der Lufthansa weiterhin am Flughafen München. Aufgrund der momentanen Corona-Pandemie ist der Flugbetrieb jedoch stark reduziert – viele Menschen können geplante Reisen nicht antreten, sodass einige Flugzeuge nicht benötigt werden. Daher sind derzeit nur sieben A350 am Flughafen München im Einsatz, die nach Nordamerika und Asien fliegen.

A350 am Flughafen Frankfurt: Strecken nach Chicago, Los Angeles und Tokio

Die recht neuen Maschinen sind im Vergleich zu anderen Langstrecken-Jets jedoch sehr nachhaltig. So verbrauchen sie im Vergleich zu einer Boeing 747-8 etwa zwölf Prozent weniger Kerosin und sind damit weniger schädlich für die Umwelt. „Der Airbus A350-900 gehört zu den modernsten und umweltfreundlichsten Langstreckenflugzeugen der Welt“, schreibt die Lufthansa in einer Erklärung über den Einsatz der Maschinen am Flughafen Frankfurt. Es ergebe daher Sinn, andere Maschinen durch die A350 zu ersetzen, anstatt sie den Winter über in München zu parken.

So sollen sie am Flughafen Frankfurt zukünftig für die Strecken nach Chicago und Los Angeles eingesetzt werden, die bislang von der Boeing 747-8I übernommen wurden. Zudem ersetzen sie den Airbus A340 für die Strecke nach Tokio. Damit „wird die Flotte unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich und nachhaltig optimal eingesetzt“, so Lufthansa über ihr geplantes Vorhaben während der Corona-Krise.

Flughafen Frankfurt wird Startflughafen für Großraumflugzeuge A350

Bei der A350 handelt es sich um ein Großraumflugzeug, das seit 2013 als Nachfolger der A340 im Einsatz ist. 325 Sitze befinden sich in der Maschine des europäischen Flugzeugherstellers Airbus. Obwohl der Startflughafen für vier Maschinen in Zukunft der Flughafen Frankfurt sein wird, werden die Flüge weiterhin von Münchner Crews begleitet. (tt/kke)

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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