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Die Fraport, Betreiber des Flughafen Frankfurt, steht im Fokus von Enthüllungen der „Pandora Papers“. (Symbolbild)

Pandora Papers

Flughafen Frankfurt: Umgeht Fraport Sanktionen gegen russische Unternehmen?

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
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Der Flughafen Frankfurt steht im Fokus der „Pandora-Papers“-Enthüllungen. Verstößt Fraport gegen internationale Sanktionen?

Frankfurt – In den brisanten Enthüllungen der „Pandora Papers“ steht jetzt der Betreiber des Flughafens Frankfurt* im Fokus. Die Fraport AG ist der größte deutsche Flughafenkonzern und mehr als zur Hälfte in der Hand vom Land Hessen und den Stadtwerken Frankfurt*. Jetzt steht die Frage im Raum, ob das Unternehmen enge Geschäftsbeziehungen zu einer russischen Staatsbank führt, auf die eigentlich Sanktionen erlassen wurden, wie tagesschau.de berichtete. Was steckt dahinter?

Die russische Bank VTB wurde im Rahmen der Annexion der Krim im Jahr 2014 von den USA sanktioniert. Ziel war dabei, das Unternehmen von den Finanzmärkten abzuschneiden. Jetzt stellte sich heraus, dass die Bank und der Flughafen Frankfurt-Betreiber jeweils 25 Prozent Anteile an einem Holding-Unternehmen haben, das für den Flughafen Pulkowo in Sankt Petersburg in Russland verantwortlich ist. Den aktuellen Enthüllungen zufolge geht die Zusammenarbeit von Fraport mit der sanktionierten Bank allerdings wesentlich tiefer.

„Pandora-Papers“: Flughafen Frankfurt-Betreiber in russische Geschäfte verwickelt

Den „Pandora Papers“ zufolge hat Fraport mehrere Vereinbarungen mit dem russischen Flughafenbetreiber abgeschlossen, die den Betrieb sowie die technische Unterstützung umfassen. Außerdem darf der Konzern um den Flughafen Frankfurt den Finanzchef und den Leiter des operativen Geschäfts von Pulkowo nominieren, wie tagesschau.de meldete.

Dieses Personal kam dabei oft von Fraport selbst, und wurde trotz der neuen Arbeit am Flughafen in Sankt Petersburg weiterhin teilweise vom Unternehmen in Frankfurt bezahlt.

„Pandora-Papers“: Flughafen Frankfurt-Betreiber bestreitet Vorwürfe

Dies sind keine direkten Verstöße, allerdings zeigt das Verhalten von Fraport, dass sich auch das Unternehmen selbst der brisanten Lage bewusst ist, in der es sich hier befindet. So wurde bereits 2018 eine der größten internationalen Anwaltskanzleien damit beauftragt, potentielle Risiken in Bezug auf Sanktionen bei der Zusammenarbeit mit der VTB zu ermitteln.

Außerdem bestreitet der Flughafen Frankfurt-Betreiber, dass Manager, die von Deutschland nach Russland gewechselt sind, weiterhin von Fraport bezahlt werden. Generell habe man nichts mit dem Flughafenbetrieb in Pulkow zu tun. Bei der Aussage, dass Fraport „Hauptbetreiber“ des russischen Flughafens ist, wie das Unternehmen seinen Aktionären 2016 mitteilte, handele es sich lediglich um einen technischen Begriff.

Auch an anderer Stelle muss Fraport Kritik einstecken: Verdi kritisierte den Flughafen Frankfurt* für „kurzsichtige“ Entlassungen. (vbu) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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