Das Parkhaus am Flughafen: Hier gibt es noch genügend Platz, um Autos abzustellen. Vielen ist das aber zu teuer. 
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Das Parkhaus am Flughafen Frankfurt: Hier gibt es noch genügend Platz, um Autos abzustellen. Vielen ist das aber zu teuer. 

Fraport

Falschpark-Alarm am Flughafen: Unseriöse Parkservice-Firmen stellen alles zu

Die Parkplatz-Situation rund um den Flughafen Frankfurt ist angespannt. Auch dreiste Drittanbieter von Parkservices machen massive Probleme. 

  • Am Flughafen Frankfurt gibt es Ärger über Falschparker
  • Manch ein Anbieter parkt Autos von Fluggästen auf öffentlichen Stellplätzen
  • Die Autobesitzer müssen mit bösen Überraschungen rechnen

Frankfurt - Fliegen boomt, bislang zumindest: 2019 erreichte der Flughafen Frankfurt mit einem Passagieraufkommen von 70,5 Millionen Menschen einen neuen Höchstwert. 1994, als das Terminal 2 in Betrieb ging, waren es gerade einmal die Hälfte. Die Parkinfrastruktur allerdings konnte aus Platzgründen nicht bedeutend mitwachsen. Dennoch ist es in der Regel problemlos möglich, einen der 15 000 öffentlichen Stellplätze in den Parkhäusern und Tiefgaragen des Flughafens zu ergattern. Das liegt nicht nur daran, dass viele mit dem Taxi kommen oder die Haltebereiche für kurzes Ein- und Aussteigen nutzen.

Flughafen Frankfurt: Beschwerden über Langzeitparker 

Dagegen häufen sich Beschwerden über Langzeitparker in den umliegenden Kommunen. Gerald Krebs, Leiter des Parkraummanagements bei Fraport, Betreiber vom Flughafen Frankfurt, geht davon aus, dass es sich nur selten um Urlauber handelt, die ihr Fahrzeug dort selbst abstellen und dann mit anderen Verkehrsmitteln zum Flieger kommen. "Es sind zunehmend unseriöse Geschäftsmodelle, die den Anwohnern zur Last fallen." Mit seinen mehr als 30 Jahren Branchenerfahrung kennt er die Tricks der schwarzen Schafe zur Genüge.

Gerald Krebs, Leiter Parkraummanagement

Sie versprechen eine komfortable Anreise mit dem eigenen Auto, das dann von dem Dienstleister günstig geparkt wird. Bei der Rückkehr steht das Auto wieder vor dem Terminal am Flughafen Frankfurt. "Meist werben sie dafür im Internet mit eingekauften Agenturfotos, manchmal sogar dreist mit unseren eigenen geschützten Bildern", erzählt Krebs. 

Manche angemieteten Parkflächen der Anbieter seien 30 bis 70 Kilometer entfernt, die Fahrzeuge würden dann in Heusenstamm, Eschborn, Gravenbruch oder noch weiter weggeparkt. Kaum ein Urlauber prägt sich den Kilometerstand vor dem Abflug vom Flughafen Frankfurt genau ein. Noch dreister gehen jene vor, die über gar keine eigenen Stellflächen verfügen und die Autos eben einfach auf öffentlichen Parkplätzen in den umgebenden Kommunen abstellen.

Parken am Flughafen Frankfurt: Böse Überraschung für Fahrzeughalter

"Uns persönlich bereiten auch Anbieter Probleme, die Kundenfahrzeuge einfach dauerhaft auf der Vorfahrt stehenlassen", so Krebs. In dieser beschrankten Haltezone direkt vor den Terminals des Frankfurter Flughafens gibt es nur rund 100 Parkplätze, der gesamte Prozess ist auf einen schnellen Umschlag ausgerichtet. Manche haben jedoch Mittel und Wege gefunden, auch nach langer Parkdauer auszufahren, ohne den fälligen Obolus zu entrichten. Krebs zufolge geschehe dies etwa 100 Mal am Tag.

Mittlerweile wurden Gegenmaßnahmen ergriffen: Die Anlagen geben bei Missbrauch Alarm, Fraport ermittelt die Halter und verfolgt die Vergehen. Die Kunden erhalten schließlich die Zahlungsaufforderung für das unseriöse Geschäftsgebaren. Nicht selten fallen sie aus allen Wolken, weil sie sich in dem Gefühl wähnten, alles richtig gemacht und für die Dienstleistung bezahlt zu haben. Mitunter war ihnen nicht einmal bewusst, dass der Service nicht von Fraport, sondern von einem Drittanbieter angeboten wurde.

Unter den derzeit etwa 50 Parkunternehmen gibt es auch viele Rechtschaffene, mit einigen hat Fraport Vereinbarungen getroffen. Dass sie versuchen, an dem Erfolg des Frankfurter Flughafens zu partizipieren, ist nicht verwerflich. Ebenso wenig, dass Fluggäste versuchen, beim Parken Geld zu sparen und von möglichem Unrecht, das mit ihren Fahrzeugen begangen wird, nicht einmal wissen. Es sei jedoch "teilweise verblüffend", welche Kunden die billigsten Angebote nutzen, so Krebs. Mitunter seien da eher Porsche Cayennes als alte Opel Corsa zu sehen.

Um die Situation zu entspannen, empfiehlt Krebs dringend, "sich vorher über die Angebote zu informieren und auch das Kleingedruckte zu lesen - etwa, was im Versicherungsfall gilt. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn man den Autoschlüssel abgeben soll".

Flughafen Frankfurt: Fraport bietet günstiges Parken an

Dass Langzeitparken am Flughafen Frankfurt teurer sei als manche Urlaubsreise, verweisen Kristina Moll und Claudia Glück vom Fraport-Parkraummanagement ins Reich der Legende. Online könnten Terminal-Parkplätze beispielsweise bis zu zwölf Monate im Voraus gebucht werden - für Preise ab 66 Euro pro Woche.

Ganzjährig wird zudem das "Holiday Parking" angeboten: Hier stehen auf einem etwa acht Kilometer entfernten Außenparkplatz rund 2100 Stellplätze zur Verfügung. Die Kosten betragen ab 29 Euro für sieben Tage inklusive Shuttleservice zum Terminal. "Bei diesem Angebot haben wir viele Stammkunden, die Auslastung liegt bei 95 Prozent", berichtet Moll.

Künftig soll verstärkt der Kontakt zu den umliegenden Kommunen gesucht werden, um unseriösen Anbietern das Leben schwer zu machen.

Von David Schahinian

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