Gähnende Leere am Flughafen Frankfurt: Bei Fraport stehen nun bis zu 4000 Jobs auf dem Spiel.
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Gähnende Leere am Flughafen Frankfurt: Bei Fraport stehen nun bis zu 4000 Jobs auf dem Spiel.

Luftverkehr am Boden

Corona-Flaute am Flughafen Frankfurt: Fraport beginnt Stellenabbau – Bis zu 4000 Arbeitsplätze bedroht

  • Tobias Möllers
    VonTobias Möllers
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Die Corona-Pandemie trifft den Flughafen Frankfurt besonders hart. Bei Fraport endet die Frist für das Abfindungsprogramm. Der Flughafen-Betreiber will seine Mannschaft deutlich verkleinern.

  • Frankfurt: Die Corona-Krise trifft den Flughafen-Betreiber Fraport hart.
  • Bis zu 4000 Jobs könnten bei Fraport verloren gehen.
  • Der Flughafen Frankfurt muss einen historischen Einbruch bei der Zahl der Fluggäste verkraften.

Die Corona-Krise hat auch den Flughafen Frankfurt fest im Griff. Statt der erhofften langsamen Erholung sind die Passagierzahlen am größten deutschen Drehkreuz im September wieder gesunken. Reisebeschränkungen und das wieder aufflammende Pandemiegeschehen lassen auch für das restliche Jahr keine Besserung erwarten.

Gezählt wurden im September knapp 1,15 Millionen Fluggäste. Das sind 83 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie Betreiber Fraport berichtet. Das waren zudem noch einmal rund 360.000 Passagiere weniger als im August, als der Rückgang im Jahresvergleich „nur“ 78 Prozent betragen hatte. Auch die übrigen deutschen Flughäfen mit ihrem Verband ADV bestätigen den Trend: Nach einem kurzen Sommerhoch sind seit Mitte August die Passagierzahlen wieder rückläufig.

Fraport mit Horror-Zahlen - Gähnende Leere am Flughafen Frankfurt

Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt läuft schon seit Monaten nur auf Sparflamme. Erst am Donnerstag (15.10.) wird die vierte Piste, die Startbahn West, nach fast einem halben Jahr Corona-Zwangspause wieder in Betrieb genommen. Für den weiterhin spärlichen Flugbetrieb wäre das eigentlich nicht nötig, lediglich die kürzeren Wege zur Enteisungsanlage lassen den Betrieb der „18 West“ im Winterhalbjahr sinnvoll erscheinen.

20.000 statt mehr als 200.000 Passagiere zählen die Verantwortlichen nun an einem normalen Herbstferientag. Ein Passagier-Terminal ist komplett geschlossen, das größere Terminal 1 des Flughafen Frankfurt ist nur in Teilen belegt. Ein bisschen was los ist eigentlich nur im Übergangsgebäude zum Flughafen-Bahnhof, denn dort ist das Corona-Testzentrum zu finden. Doch selbst hier sind die Schlangen überschaubar.

Corona-Flaute am Flughafen: Fraport muss deutlich Stellen abbauen

Erst in den Jahren 2022/2023 dürften die Passagierzahlen einen neuen verlässlichen Basiswert erreichen, den Fraport-Chef Stefan Schulte 15 bis 20 Prozent unter dem Rekordwert aus 2019 von gut 70 Millionen verortet. Wenn bis zu 15 Millionen Menschen weniger kommen, braucht es auch weniger Personal beim Flughafenbetreiber. Zwischen 3000 und 4000 der rund 22.000 Stellen will das Unternehmen möglichst sozialverträglich abbauen und nutzt zwischenzeitlich intensiv die Möglichkeiten der Kurzarbeit.

Für die angebotenen Abfindungen haben sich bislang rund 2300 Fraport-Beschäftigte interessiert. Die tatsächliche Annahmequote steht aber wohl erst Ende Oktober fest, denn auch das Unternehmen muss im Sinne der „doppelten Freiwilligkeit“ schauen, wen man mit einem finanziellen Anreiz ziehen lässt. Allzu golden fällt der Handschlag Gewerkschaftern zufolge ohnehin nicht aus, denn mit einer Quote zwischen 0,75 und 1,0 Brutto-Gehältern pro Beschäftigungsjahr kommen zumindest keine Riesensummen zusammen.

Fraport in der Corona-Krise: Mittel am Flughafen Frankfurt werden knapp

Für ältere Beschäftigte einschließlich des Jahrgangs 1963 könnten Altersteilzeit und Vorruhestand attraktiver sein, doch in diesem Programm könnten die verfügbaren Mittel knapp werden, heißt es in Unternehmenskreisen. Die Fristen für diesen Teil des Personalabbaus laufen bei Fraport bis zum Jahresende. Der Betriebsrat bereitet sich bereits auf die Aushandlung von Interessensausgleich und Sozialplan bei anstehenden Entlassungen vor.

Ungeachtet des Corona-Schocks läuft unterdessen der Ausbau des größten deutschen Flughafens in Frankfurt nur sanft gebremst weiter. Das dritte Passagier-Terminal im Süden des Geländes soll nun 2025 und damit ein gutes Jahr später als zunächst geplant ans Netz gehen. Frühestens muss man wohl dazusagen, denn Fraport will darüber „nachfrage-orientiert“ entscheiden.

Flughafen Frankfurt: Corona-Flaute bei Fraport und der Lufthansa

Die Nachfrage fällt auch beim teilverstaatlichten Großkunden Lufthansa aufgrund der Corona-Krise momentan sehr gering aus. Der Kranich fliegt zu guten Zeiten rund zwei Drittel des Verkehrs am Flughafen Frankfurt, lässt aber im Moment wegen der fehlenden Interkontinental-Flüge zahlreiche Jets am Boden. Lufthansa-Chef Carsten Spohr klagt zudem weiterhin über die hohen Gebühren am Main und hatte schon vor der Krise Verkehr nach München, Zürich und Wien umgelenkt. Dennoch haben die beiden Unternehmen ein Gemeinschaftsunternehmen namens „FraAlliance“ gegründet, mit dem gemeinsam neue Umsatzquellen erschlossen werden sollen.

Um die Corona-Durststrecke zu überstehen, hat sich Fraport, mehrheitlich im Besitz des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt, im ersten Halbjahr 1,3 Milliarden Euro zusätzliche Finanzmittel besorgt und mit einer neuen Anleihe im Juli weitere 800 Millionen Euro hereingeholt. Damit sei die Liquidität mindestens bis zum Ende des Jahres 2021 abgesichert, sagt Schulte. Über weitere Staatshilfen soll auf dem anstehenden Luftverkehrsgipfel Anfang November gesprochen werden. (tom mit dpa)

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