Am Flughafen Frankfurt steigt das Passagieraufkommen. Nach der Corona-Krise rechnet die Lufthansa mit einem Chaos.
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Am Flughafen Frankfurt steigt das Passagieraufkommen. Nach der Corona-Krise rechnet die Lufthansa mit einem Chaos.

Sommerurlaub

Flughafen Frankfurt: Lufthansa befürchtet Corona-Chaos – worauf sich Reisende einstellen müssen

  • VonSebastian Richter
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Urlaub und Reise gehen trotz Corona in die Hochsaison. Durch erhöhtes Passagieraufkommen am Flughafen Frankfurt und Corona erwartet die Lufthansa Verzögerungen.

Frankfurt – Endlich wieder Reisen: Die Corona-Zahlen in Hessen und in Deutschland sind auf einem niedrigen Niveau. Nach langer Zeit der Entbehrungen wollen viele Menschen deshalb die Gelegenheit nutzen und in den Urlaub fliegen. Doch bei zunehmendem Reiseverkehr könnte es zu längeren Bearbeitungszeiten beim Check-in kommen – die Lufthansa rechnet mit einem Chaos.

Momentan fliegt die Lufthansa nur halb so viele Passagiere wie vor der Corona-Krise. Im Sommer wird sich das allerdings ändern. Zudem passen die jeweiligen Zielländer ständig ihre Einreise-Regeln an, so der verantwortliche Programmleiter, Jens Fehlinger. Impfpässe, Testnachweise und anderer Voraussetzungen für die Einreise müssen geprüft werden – bei jedem einzelnen Passagier. Das nehme zusätzliche Zeit in Anspruch. Zudem erfordern die Corona-Abstandsregeln mehr Platz am Flughafen Frankfurt.

Lufthansa erwartet längere Wartezeit am Flughafen Frankfurt

Zum Ferienbeginn am kommenden Wochenende erwartet die Lufthansa in Hessen und weiteren Bundesländern bis zu 76 000 Fluggäste am Flughafen Frankfurt. Damit erreichen die Passagierzahlen zwar noch nicht das Niveau von vor der Corona-Pandemie, trotzdem könnte die Kontrolle der Dokumente zu längeren Wartezeiten führen, so Fehlinger. Größtenteils müsse manuell geprüft werden, pro Vorgang sei so weitere Zeit nötig. Darum empfiehlt die Lufthansa, neben dem digitalen Nachweis auch die ausgedruckten Originalzertifikate mitzuführen.

„Wir wollen möglichst viele Überprüfungsprozesse vor den eigentlichen Reisetag verlegen und sie möglichst digitalisiert abarbeiten“, sagte der Manager der Lufthansa. Man gehe dafür proaktiv auf die Kunden zu und biete an, die Unterlagen vorab zu überprüfen. Während die Impfpässe weniger Probleme machten, seien die insbesondere die Testnachweise sehr uneinheitlich.

Flughafen Frankfurt: Deutlich weniger Flüge der Lufthansa seit Corona

Vor allem im Europa-Verkehr rechnet die Lufthansa in den kommenden Wochen mit steigenden Passagierzahlen. Laut Fehlinger belaufen sich die Reisezahlen auf rund 40 Prozent der Passagiere vor Corona, an den Wochenenden bis zu 50 Prozent. Bis zum Jahresende prognostiziert er bis zu 70 Prozent. Aktuell seien rund 520 der ehemals 800 Flugzeuge im Einsatz. 80 Prozent der früheren Reiseziele werden momentan angeflogen.

Durch die Konzentration des Interkontinentalverkehrs und der zugehörigen Zubringerflüge bietet die Lufthansa vom Flughafen Frankfurt mit 192 insgesamt sogar mehr Ziele an als im Sommer 2019. Allerdings werden diese Ziele nur noch seltener angeflogen. Die 1800 Verbindung pro Woche entsprechen etwa 55 Prozent des Programms aus der Zeit vor Corona. (Sebastian Richter)

Neben der Corona-Krise muss die Airline mit strengeren Klimavorgaben kämpfen. Der Lufthansa-Chef Carsten Spohr warnte in Frankfurt vor strukturellen Nachteilen – und machte eine düstere Prognose für die Zukunft.

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