Das Bangen für das Lufthansa-Personal geht weiter. Infolge der Corona-Krise müssen massenhaft Stellen gestrichen werden.
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Das Bangen für das Lufthansa-Personal geht weiter. Infolge der Corona-Krise müssen massenhaft Stellen gestrichen werden.

Flotte wird verkleinert

Lufthansa entlässt 1000 Mitarbeiter – Personalverhandlungen sind hart

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Die Lufthansa in Frankfurt arbeitet weiter am Konzernumbau infolge der Corona-Pandemie. Trotz Milliardenhilfen werden Stellen wegfallen. Die Verhandlungen zwischen Konzern und Gewerkschaften laufen auf Hochtouren.

  • Bei der Lufthansa sollen rund 1000 Stellen wegfallen.
  • Der Konzern verkündete die Entscheidung am Dienstag (07.07.2020) in Frankfurt.
  • Ob auch der Flughafen Frankfurt* von Einsparungen direkt betroffen ist, ist noch nicht klar.

Update vom Donnerstag, 09.07.2020, 15.25 Uhr: Bei der Lufthansa gehen die Verhandlungen um Personaleinsparungen in der Corona-Krise weiter. Am Donnerstag (09.07.2020) vertagten das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi ihre Gespräche für das Bodenpersonal auf die nächste Woche. Einer Verdi-Sprecherin zufolge verliefen die Verhandlungen in Frankfurt weiterhin in konstruktiver Atmosphäre. Letztlich hänge es an der Ausgestaltung des Kündigungsschutzes für die rund 35.000 von Verdi vertretenen Beschäftigten während der angestrebten Vertragslaufzeit.

Verdi, Vereinigung Cockpit und Ufo verhandeln weiterhin mit der Lufthansa

Auch für die Piloten konnte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit am Donnerstag noch keine abschließende Einigung erzielen. Das Unternehmen will sich nach den Worten eines Sprechers erst inhaltlich äußern, wenn Vereinbarungen tatsächlich unterschrieben sind.

Für die rund 22.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter gibt es bereits eine Spar-Vereinbarung, deren Volumen nach Darstellung der Kabinengewerkschaft Ufo rund 2600 Stellen entspricht. Der teilverstaatlichte Konzern Lufthansa mit Sitz in Frankfurt, der weltweit rund 138.000 Beschäftigten hat, beziffert den eigenen Personalüberhang nach dem Corona-Einbruch auf rund 22.000 Vollzeitstellen, von denen rund 11.000 auf Deutschland zurückfallen.

Lufthansa entlässt 1000 Mitarbeiter – es trifft sogar die Führungsriege

Erstmeldung vom Dienstag, 07.07.2020, 15.38 Uhr: Frankfurt - Die Lufthansa baut 1000 Stellen ab. Das verkündete der Konzern am Dienstag (07.07.2020) in Frankfurt. Auch die Flotte soll radikal verkleinert werden. Betroffen ist vorerst nur die Verwaltung der Lufthansa AG. Dort sind 5000 Angestellte beschäftigt, die Verwaltung schrumpft also um ein Fünftel. 200 der 1000 zu streichenden Stellen sollen unter den Führungskräften abgebaut werden. Damit verringert sich die Führungsriege des Konzerns ebenfalls um ein Fünftel.

Frankfurt: Einsparungen auch in der Lufthansa-Chefetage

Auch die oberste Führungsetage bleibt nicht verschont. Dort sollen bei den Lufthansa-Töchtern Lufthansa Cargo, LSG Group und Lufthansa Aviation Training jeweils eine Position im Führungs- und Vorstandsgremium gestrichen werden. Nach Angaben der Lufthansa sind derzeit von rund 135.000 Beschäftigten 22.000 mehr bei dem Konzern beschäftigt, als für den verkleinerten Weiterbetrieb nach der Corona*-Pandemie notwendig sind. 11.000 dieser überflüssigen Stellen entfallen auf Deutschland. Ob und wenn ja wie viele Stellen insgesamt wegfallen, ist noch nicht klar. Nach Angaben der Lufthansa soll weiterhin auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden. Im Raum Frankfurt arbeiten rund 40.000 Menschen für den Konzern.

Flughafen Frankfurt: Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Lufthansa laufen

Die Finanzierung der Lufthansa-Gruppe ist nach der Zustimmung der Aktionäre zu milliardenschweren Staatshilfen bei der Hauptversammlung in Frankfurt vorerst gesichert. Dennoch erwartet das Unternehmen durch die Rückzahlung der Kredite eine zusätzliche Belastung, die eine „nachhaltige Kostensenkung unausweichlich“ erscheinen lassen.

Derzeit verhandelt die Lufthansa daher mit der Pilotengewerkschaft Cockpit und Verdi über Sparbeiträge der Angestellten. Mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO war bereits eine Vereinbarung getroffen worden. So soll es dort einen vierjährigen Kündigungsschutz geben, außerdem werden bis 2023 rund 500 Millionen Euro eingespart.

Flughafen Frankfurt: Lufthansa will Flotte verkleinern

Die Flotte der Lufthansa soll ebenfalls schrumpfen. Da der Flugbetrieb der Billigtochter Germanwings nicht wieder aufgenommen werden soll, könnten rund 100 Flugzeuge mittelfristig ausgeflottet werden. Neuanschaffungen sollen in der Summe um die Hälfte halbiert werden, dazu laufen bereits Verhandlungen mit den Flugzeugherstellern.

Allein mit Kurzarbeit kommt Fraport, Betreiber des Flughafens Frankfurt, nicht durch die Corona-Krise. Beim Stellenabbau schließt das Management betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus.

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