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Der Zoll am Frankfurter Flughafen hat mit einem Schlag hunderte gefälschte Kleidungsstücke aus dem Verkehr gezogen. 

Flughafen Frankfurt

Zoll findet 868 gefälschte Pullis, Jeans und T-Shirts im Wert von 167.000 Euro

Die Zollbeamten am Flughafen Frankfurt wissen genau, von wo eine Fracht kommen muss, damit sich eine Kontrolle auf Produktpiraterie hin lohnt. So gelang auch der jüngste Coup. 

Flughafen Frankfurt - Der Zoll am Flughafen Frankfurt hat eine Fracht mit insgesamt 868 gefälschten Trainingsanzügen, Pullovern, Jeans und T-Shirts mit illegal verwendeten Markenlogos sichergestellt. Das teilte das Hauptzollamt in Frankfurt am Freitag mit. Die aus 29 Kartons bestehende Sendung kam demnach am 24. September aus der Türkei. Die Waren sollten an eine Firma in der Ukraine gehen. 

Vom Fälschungsverdacht betroffen waren 18 Marken namhafter Bekleidungshersteller. Der Wert vergleichbarer Originale wird laut Zoll auf rund 167.000 Euro beziffert. Die Originalhersteller bestätigten den Ermittlern zufolge den Fälschungsverdacht. Die Plagiate sollen vernichtet werden. 

Frankfurt Airport: Produktpiraterie fliegt immer wieder auf

„Produktpiraterie in dieser Größenordnung haben wir öfter Mal. Gerade in jüngster Zeit haben sich die Fälle gehäuft“, sagte Christine Straß, Pressesprecherin beim Hauptzollamt, auf Anfrage. Die gefälschten Kleidungsstücke seien im Zug einer Routinekontrolle gefunden worden. 

 Zufall war der Ermittlungserfolg aber keineswegs. Aus der Erfahrung heraus wüssten die Zollbeamten, dass bei Flügen aus bestimmten Ländern die Wahrscheinlichkeit höher sei, Plagiate zu finden, so Straß.Es gebe auch eine Risiko-Analyse. Bei Frachtsendungen mit vielen Textilien sei der Zoll besonders sensibilisiert. 

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Zoll am Flughafen Frankfurt: Plagiate bedeuten Risiko für Käufer

"Nach internationalen Schätzungen sind bereits sieben bis zehn Prozent des Welthandels Fälschungen. Man beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden auf 200 bis 300 Milliarden Euro pro Jahr weltweit“, erläuterte Straß. „Die damit verbundene Vernichtung von Arbeitsplätzen kann die einzelnen Länder sehr hart treffen. Nicht zu unterschätzen ist auch das Risiko für die Käufer der Plagiate, besonders wenn Sicherheitsstandards vernachlässigt wurden."

Die Entscheidung, wie es mit den sichergestellten Produktfälschungen weitergeht, liegt laut Straß bei den Geschädigten. Sprich: Bei den Herstellern der Originale. Sie entscheiden auch im Fall der sichergestellten Kleidung am Flughafen Frankfurt, ob weitere rechtliche Schritte gegen die Fälscher eingeleitet werden. 

Flughafen Frankfurt: Vom Zoll gefundene Fälschungen zu 85 Prozent aus China

Die Marken- und Produktpiraterie gilt als Hemmschuh für fairen Wettbewerb. Im Jahr 2018 wurden beim Hauptzollamt Frankfurt nach dessen Angaben 9.155 sogenannte Grenzbeschlagnahmeverfahren eröffnet. Die 521.911 Plagiate hatten demnach einen Warenwert von rund 25,7 Millionen Euro. Sie wurden zu 85 Prozent aus China eingeführt.

Es gab auch 539 Fälle mit 39.979 gefälschten Tabletten und Ampullen. weitere Herkunftsländer der Plagiate waren Hongkong, Vereinigte Arabische Emirate, Singapur und USA. Die Bandbreite reichte von Uhren und Kleidung, Taschen, Sonnenbrillen, Mobiltelefonen über Spielzeug bis hin zu Computerzubehör.

Der sogenannte Konnektivitätsindex der Official Airline Guides (OAG) listet Frankfurt nach London-Heathrow auf Platz zwei der Flughäfen mit der besten Konnektivität weltweit. Ein technischer Defekt am Flughafen sorgt dieser Tage für viel Ärger. Koffer kommen nicht bei den Reisegästen an. Jetzt meldet sich ein betroffener Urlauber. Die Feuerwehr am Flughafen Frankfurt hat derweil einen viralen Hit gelandet. Uns hat sie Details zur Entstehung verraten

Am Flughafen Frankfurt hat ein sichergestelltes Paket Beamte zu einem illegalen Untergrund-Labor in Nordrhein-Westfalen geführt.*

(ag)


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