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Omikron-Kontrollen am Flughafen: Strengere Regeln in München als in Frankfurt? Gesundheitsamt klärt auf

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Von: Max Schäfer

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Passagiere warten auf dem Flughafen Frankfurt am Gate eines Lufthansafluges
Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen vor Einreise am Flughafen Frankfurt ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Wegen der Omikron-Variante gelten für Reisende aus Südafrika strengere Regeln. Der Flughafen München setzt dabei auch auf zusätzliche PCR-Test bei der Ankunft, in Frankfurt gilt das nicht. Warum?

Frankfurt – Nach der Entdeckung der Omikron-Variante des Coronavirus, hat die Bundesregierung Südafrika und weitere Länder im Süden des Kontinents als Virusvariantengebiet eingestuft. Für Reisende aus diesen Ländern gelten daher bestimme Test- und Nachweispflichten. Das hat auch Auswirkungen auf den Flughafen Frankfurt.

Fluggesellschaften dürfen seitdem nur noch deutsche Staatsbürger aus Virusvariantengebieten nach Deutschland bringen. Bereits vor dem Abflug müssen sich die Reisenden elektronisch über die digitale Einreiseanmeldung registrieren. Außerdem müssen sie vor dem Flug nach Deutschland ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen, das bei einem PCR-Test maximal 72 Stunden bzw. bei einem Antigen-Test maximal 24 Stunden alt sein darf. Nach der Einreise müssen alle Rückkehrer – auch Geimpfte und Genesene – für 14 Tage in Quarantäne, die nicht durch Tests verkürzt werden kann.

Flughafen Frankfurt: Wird eine PCR-Testpflicht wegen der Omikron-Variante nicht eingehalten?

Am Flughafen München wurden laut Angaben des Spiegels zusätzlich zu dem Coronatest vor dem Abflug und einer digitalen Einreiseanmeldung auch PCR-Tests bei der Ankunft durchgeführt. Dort seien alle nach Deutschland einreisenden Passagiere aus Südafrika nach der PCR-Methode getestet worden. Verpflichtende PCR-Tests hätte ein Sprecher des inzwischen ehemaligen Bundesinnenministers Horst Seehofer angekündigt, so der Spiegel.

Bayern habe diese Maßnahme für den Münchner Flughafen in einer Verordnung umgesetzt, erklärt der Spiegel. In Frankfurt würden dagegen bei den Einreisenden aus Südafrika und anderen Virusvariantengebieten in Afrika keine zusätzlichen PCR-Tests bei Ankunft durchgeführt. Hält man sich am Flughafen Frankfurt also nicht an die geltenden Vorgaben?

Auf Spiegel-Nachfrage bestätigte das Gesundheitsamt Frankfurt, dass bei Einreisenden aus Virusvariantengebieten kein zusätzlicher PCR-Test bei der Ankunft durchgeführt wird. Das Risiko einer Einschleppung sei durch die verpflichtenden Corona-Tests vor dem Abflug jedoch ausreichend eingegrenzt, so Peter Tinnemann, Chef des Gesundheitsamtes Frankfurt, gegenüber der Nachrichtenseite. Durch die Tests sei ausreichend sichergestellt, dass keine infizierten Passagiere an Bord kommen. Zudem sei ein PCR-Pflichttest wegen der vielen Passagiere, die fast gleichzeitig am Flughafen Frankfurt ankommen, kaum machbar. Die 14-tägige Quarantäne zu Hause sei der beste Weg, die Ausbreitung zu verhindern, zitiert der Spiegel Tinnemann außerdem.

Gesundheitsamt: Keine Pflicht zu PCR-Tests am Flughafen Frankfurt

Verpflichtende PCR-Tests bei der Ankunft in Deutschland gibt es außerdem laut dem Gesundheitsamt Frankfurt nicht. „Das Bundesgesundheitsministerium hat lediglich den Wunsch formuliert, dass bei allen Einreisenden aus dem Virusvariantengebiet im südlichen Afrika am deutschen Zielflughafen ein PCR-Test durchführen wird. Eine entsprechende Rechtsregelung dazu, z.B. Verordnung, wurde dazu bisher nicht vom Bundesgesundheitsministerium erlassen“, heißt es in einer schriftlichen Antwort auf eine Nachfrage dieser Redaktion.

Auch das Bundesinnenministerium, auf das sich der Spiegel-Bericht bezieht, spricht auf der Informationsseite für Reisende lediglich von den Tests vor der Abreise. Weitere PCR-Tests bei der Ankunft könnten jedoch durch das Gesundheitsamt angeordnet werden.

Flughafen Frankfurt: Gesundheitsamt wünscht sich Verschärfung der Regelungen

Das Gesundheitsamt Frankfurt hält Tests am Abflugort für den Infektionsschutz für sinnvoller als Tests bei der Ankunft am Flughafen Frankfurt. Es gehe dabei auch darum, das Risiko von Übertragungen im Flugzeug zu minimieren. Das Gesundheitsamt habe sich mit Fluggesellschaften außerdem darauf verständig, dass Passagiere vor dem Abflug einen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorlegen müssen. Die Regel sei daher strenger als die in der Einreiseverordnung, die bis zu 72 Stunden alte PCR-Tests und Antigen-Tests zulässt. Die Behörde wünscht sich sogar strengere Regeln: „Unser Wunsch ist es, die Frist zwischen PCR-Test und Einreise auf 24 Stunden zu verkürzen, dies in der Einreiseverordnung zu verankern und somit einen bundeseinheitlichen Sicherheitsstandard zu schaffen.“

Trotz Reisewarnungen fliegt auch die Lufthansa vom Flughafen Frankfurt Omikron-Gebiete an. (Max Schäfer)

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