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Qatar-Airways-Chef wettert gegen Lufthansa: „Warum gibt der Staat ihnen Geld?“

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Von: Florian Dörr

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Die verbreitete Meinung, Qatar Airways funktioniere nur mit Subventionen vom Emirat, ärgert den Chef der Airline. Er richtet den Blick stattdessen auf die Lufthansa.

Frankfurt/Doha - Akbar Al Baker ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Mehrfach schaffte er es mit teils kontroversen Aussagen international in die Schlagzeilen. Nun hat der Chef von Qatar Airways in einem Interview mit dem Handelsblatt wieder verbal ausgeteilt. Im Fokus dabei: die Lufthansa und andere Fluglinien der westlichen Welt, die in der Corona-Krise massive staatliche Unterstützungen erhalten hatten.

Die Lufthansa selbst hat nach einem lukrativen Sommergeschäft die Pandemie geschäftlich hinter sich gelassen. Das Management peilt bereits für das laufende Jahr einen Milliarden-Gewinn an und sieht mittelfristig glänzende Aussichten für den weiteren Geschäftsausbau und eine höhere Profitabilität.

Qatar-Airways-Chef irritiert über Staatshilfen für Lufthansa und Co.: „Die sind alle privat“

Akbar Al Baker sieht Qatar Airways gut aufgestellt. (Archiv)
Akbar Al Baker sieht Qatar Airways gut aufgestellt. (Archiv) © Hassan Ammar/AP/dpa

Al Baker sieht als Chef von Qatar Airways den Erfolg der Lufthansa durchaus mit gemischten Gefühlen: „Lufthansa, Air France, die amerikanischen Airlines, die sind alle privat. Warum gibt der Staat ihnen Geld?“, fragt er im Handelsblatt. Die eigene Regierung habe seiner Airline „keinen einzigen Dollar gegeben, um keine Angestellten zu entlassen“. Was ihn besonders zu ärgern scheint: das Image, Qatar Airways lebe durch Subventionen des Emirats. Selbst erklärt Al Baker, die Fluglinie sei durch Kapitalbeteiligungen groß geworden und habe „nie Geld erhalten, um einen Konkurrenten zu unterbieten“, wie er im Handelsblatt erklärt.

Qatar Airways: Dritter täglicher Flug vom Flughafen Frankfurt nach Doha etabliert

Tatsächlich hatte die Lufthansa massive Unterstützung von staatlicher Seite bekommen. Die Hilfen aus Deutschland und der Schweiz hat das Unternehmen bereits abgelöst und sich stattdessen am privaten Kapitalmarkt mit Geld versorgt. Nun will die Fluglinie die verbliebenen Staatshilfen von rund einer halben Milliarde Euro für ihre Auslandstöchter Austrian und Brussels bis Ende Dezember zurückzahlen.

Qatar Airways hatte derweil entsprechende Finanzhilfen nach Aussage von Al Baker nicht. Dennoch gehe es dem Unternehmen gut. Ein Grund: „Während andere in der Covid-Krise ihre Flugzeuge am Boden ließen, haben wir entschieden, das nicht zu tun.“ Nun soll unter anderem auch der Standort Deutschland weiter wachsen. So wurde im Sommer etwa ein dritter täglicher Flug vom Flughafen Frankfurt nach Doha etabliert. (fd)

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