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Flughafen Frankfurt: Afrikanischer Funktionär wirft Bundespolizei Rassismus vor

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Von: Vincent Büssow

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Ein Gesundheitsbeamter aus Kenia wirft der Bundespolizei vor, ihn am Flughafen Frankfurt rassistisch behandelt zu haben. Diese weist die Anschuldigung zurück.

Frankfurt – Ein aus Kenia stammender Gesundheitsbeamter hat der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt vorgeworfen, ihn bei der Einreise rassistisch behandelt zu haben. Dr. Ahmed Ogwell, Direktor der Afrikanischen Zentren für Krankheitsbekämpfung und Schutzmaßnahmen, schrieb am Samstag (15. Oktober) auf Twitter: „Ich wurde am Flughafen Frankfurt von Einwanderungsbeamten schlecht behandelt, die glaubten, dass ich illegal zurückbleiben möchte.“ Der Vertreter aus Afrika war auf dem Weg zum Weltgesundheitsgipfel in Berlin gewesen.

Was genau bei dem Vorfall am Flughafen Frankfurt passiert sein soll, schrieb der Funktionär nicht. Allerdings wies er darauf hin, dass er eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland hatte: „Das ist nicht ok! Selbst mit Visa ist Afrika auf sich allein gestellt.“ Zwei Tage später meldete sich Dr. Ahmed Ogwell erneut auf Twitter zu Wort. Statt dem Weltgesundheitsgipfel beizuwohnen, sei er nun „sicher zurück in Afrika“. „Reduziere deine Würde nicht, um sie den Vorurteilen eines anderen anzupassen“, schrieb er und fügte hinzu, dass er sich um seinen eigenen Kontinent kümmern müsse.

Bundespolizei kontrolliert Einreisende am Flughafen Frankfurt
Ein afrikanischer Behördenchef wirft der Bundespolizei vor, ihn bei der Einreise am Flughafen Frankfurt rassistische behandelt zu haben. (Symbolbild) © Boris Roessler/dpa

Flughafen Frankfurt: Bundespolizei weist Rassismus-Vorwürfe zurück

Die Bundespolizei, die am Flughafen Frankfurt für die Einreisekontrollen zuständig ist, wies die Vorwürfe entschieden zurück. Bei dem Vorfall habe es sich um eine „standardisierte Einreiseüberprüfung bei einem visapflichtigen Drittstaatenangehörigen“ gehandelt, die „in jeder Hinsicht rechtmäßig durchgeführt“ wurde, schrieb die Behörde auf Twitter. Stattdessen warf sie Ogwell „unkooperatives Verhalten“ sowie „falsche Verdächtigungen“ vor. Dieser äußerte sich bislang nicht öffentlich zu dieser Gegendarstellung.

Auf Twitter erhielt Ogwell allgemein viel Zuspruch. Sowohl der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation als auch die First Lady von Namibia forderten infolge der Anschuldigungen, alle Reisenden aus jeglichen Nationen mit Respekt zu behandeln. Als Reaktion auf Letztere antwortete Dr. Ahmed Ogwell: „Wenn sie nach Afrika kommen, werden wir sie mit Respekt und Würde behandeln, weil wir gut erzogen wurden.“

Zuletzt hatte die Behörde in anderer Hinsicht für Aufsehen gesorgt: Am Flughafen Frankfurt verhaftete dei Bundespolizei vier Männer an einem Tag. (vbu)

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