Schmuggel

Flughafen Frankfurt: Zoll rettet mehr als 1200 Tiere

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Der Zoll des Flughafen Frankfurt stellt seine Jahresbilanz vor. 2020 wurden hunderte Tiere gerettet. Viele Fragen bleiben jedoch offen.

Frankfurt am Main - Die Metropole Frankfurt am Main ist mit seinem Flughafen Frankfurt Dreh- und Angelkreuz der internationaler Luftfahrt. Als größter Flughafen Europas landen hier viele internationale Flugzeuge – der Frankfurter Flughafen gilt auch als „Tor zur Welt“. Kein Wunder also, dass die Stadt Frankfurt nicht nur als Reiseziel oder Zwischenstopp für Touristen interessant ist.

Der Flughafen Frankfurt gilt auch als ein Ort, an dem viel Schmuggelware ankommt. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie läuft die Arbeit des Hauptzollamtes Frankfurt am Main weiter. Am Freitag (07.05.2021) veröffentlichte das Hauptzollamt Frankfurt nun die Bilanz des vergangenen Jahres 2020.

Flughafen Frankfurt: Eine Hundeführerin des Zoll mit Drogenspürhund „Inga“ in der Abflughalle des Flughafens Frankfurt.

Flughafen Frankfurt: Schmuggelware im Wert von 6,2 Milliarden Euro eingenommen

Der Zoll habe nach eigenen Angaben rund 6,2 Milliarden Euro durch Schmuggelware eingenommen. Das sind trotz Corona-Pandemie nur etwas weniger als im Vorjahr. Der Zoll am Flughafen Frankfurt wurde insbesondere in Hinblick auf Drogen, Tiere unter Artenschutz sowie geschützte Pflanzenarten fündig: 1269 lebende Tiere, darunter Schildkröten, Fische und Schlangen sowie 4029 Pflanzen seien sichergestellt worden, zudem noch 67.089 Erzeugnisse aus artengeschützten Tieren und Pflanzen. Auch 4171 Kilogramm Drogen seien sichergestellt worden. Es handle sich dabei um einen Wert von rund 71 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es noch 7280 Kilogramm Drogen, die sichergestellt worden sind.

Insbesondere ist eine Reduzierung der beschlagnahmten Waffen im Vergleich zum vergangenen Jahr auffällig: Insgesamt seien in 845 Fällen rund 8000 erlaubnispflichtige sowie verbotene Waffen und Munition am Flughafen Frankfurt sichergestellt worden. Verbotene Waffen seien häufig im Internet bestellt und per Postsendung verschickt worden, geht aus der Pressemitteilung des Hauptzollamtes Frankfurt hervor. Im letzten Jahr waren es noch in 2291 Fällen 503.394 einzelne Waffen und Munition, die beschlagnahmt wurden. Fraglich bleibt hier, ob weniger Fälle entdeckt worden sind oder es weniger Fälle gab.

Rauschgiftspürhund Black schnuppert an einem Koffer, in dem Drogen versteckt sind. Zuvor hatte er mit Kollege Fedor am Frankfurter Flughafen kiloweise Drogen entdeckt. (Archivbild)

Zoll am Flughafen Frankfurt stellt viel weniger Waffen sicher

Die Kontrollen am Flughafen Frankfurt seien der aktuellen Lage angepasst, risikoorientiert und mit flexiblen Personaleinsatz, teilte Markus Tönsgerlemann, der Leiter des Hauptzollamtes Frankfurt mit. Dabei würden bundesweite Erkenntnisse, kombiniert mit persönlichen Erfahrungen und moderner Technik genutzt werden. Auch Hunde seien ein wichtiges Mittel, in der Bekämpfung von Schmuggel am Flughafen Frankfurt. Zwar lobt der Zoll des Flughafen Frankfurts die eigene Arbeit in seiner Jahresbilanz, allerdings liegt die Dunkelziffer im Bereich Schmuggel weiter hoch.

Auch auf die Methoden des Zolls des Frankfurter Flughafen und wie genau sie sich darstellen, wurde in der Pressemitteilung nicht eingegangen. Viele Methoden von Polizei und Grenzkontrolleuren stehen nicht selten – auch international – in der Kritik.

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Zuletzt erlebten Passagiere an Bord eines Lufthansa-Airbus auf dem Weg zum Flughafen Frankfurt einen Schock. Der Pilot musste sofort umkehren. (Delia Friess)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler / dpa

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