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Ein Zugang zur Flughafen-City: Für Ende 2019 hofft die Fraport AG auf eine Eröffnung der neuen S-Bahn-Strecke. Noch klafft aber ein großer Graben am Stadtteil Gateway Gardens. Dieser befindet sich ebenfalls noch im Bau. Wenn die ersten Züge rollen, sollen aber auch Bauflächen auf seiner Nordhälfte an Investoren vergeben sein.

Entwicklung

Die Flughafenstadt wächst und wächst - viele neue Baustellen

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Die Fraport AG hat derzeit viele Baustellen zu verwalten. Und neue sollen hinzukommen – auch wenn bald der Platz dafür fehlen könnte.

Dicht an dicht drängten sich gestern die Lastwagen auf der A 3 am Frankfurter Flughafen. Es ist viel los rund um den wichtigsten Wirtschaftsstandort in Rhein-Main. Immer mehr Unternehmen siedeln sich dort an, die Fraport AG hat weite Teile ihrer Bauflächen vergeben. Auch in den drei großen Arealen wird es langsam eng: Cargo City Süd, Mönchhof-Gelände und Gateway Gardens – hier entstehen tausende Jobs.

Rund 81 000 Menschen in 450 Unternehmen arbeiten bereits heute am deutschen Luftverkehrsdrehkreuz – auf den Rollfeldern und in der Gepäckabfertigung, aber auch in Hotels, in Büros und vor allem in gewaltigen Logistikzentren. Die Fraport AG spricht von einer eigenen Flughafenstadt. Für diese hat sie ehrgeizige Pläne (siehe Box). „Im Wettbewerb gegen andere europäische Flughäfen wollen wir die großen Namen nach Frankfurt locken“, sagt Christian Balletshofer, Bereichsleiter Immobilien und Grundstücke. Er gibt einen Überblick zu den Entwicklungen:

  Gateway Gardens : Der Bau der S-Bahn-Strecke für Gateway Gardens liegt im Zeitplan. Ab Winter 2019 sollen die Linien S 8 und S 9 den Flughafen-Stadtteil anfahren. Derzeit gießen die Bauarbeiter die Kuppel des Tunnels, in einem halben Jahr soll die Grube dicht und der Bauschutt verschwunden sein. Noch lagert dieser auf der nördlichen Hälfte des Areals.

Im nächsten Jahr will sich die Fraport AG diesen bislang ungenutzten 300 000 Quadratmetern Bauland widmen. Einige Unternehmen hätten sich schon nach den Flächen dort erkundigt, teilte ein Sprecher mit. Dort soll aber nicht vor Fertigstellung der S-Bahn gebaut werden. Im Süden darf sich hingegen ein Neuling niederlassen: Für rund 150 Mitarbeiter errichtet dort das Bauunternehmen Goldbeck bis 2020 ein Bürogebäude mitsamt einer Tiefgarage.

Mit dem „b’mine“ soll außerdem das vorerst letzte Hotel auf das Gelände der ehemaligen US-amerikanischen Militärsiedlung ziehen. Das ungewöhnliche Konzept: In 40 der 241 Zimmer können die Gäste ihr Auto per Lift bis mit vor die Tür nehmen. Auf dem Dach des Gebäudes, das Ende 2020 fertig sein soll, wird es außerdem eine Bar mit Blick auf das Rollfeld geben.

Rund 18 000 Arbeitsplätze wird es künftig in Gateway Gardens geben. Fast 6000 Menschen tummeln sich bereits zwischen Baustellen, darunter die eines Supermarkts oder eines Fitness-Centers. Bereits fertig sind Gebäude wie das des Caterers LSG Sky Chefs oder das Forschungszentrum House of Logistics & Mobility (HoLM).

  Cargo City Süd: Die Hälfte der rund 27 Hektar Gesamtfläche der Cargo City Süd kann die Fraport noch belegen. Auf 55 000 Quadratmetern will sie in den kommenden drei Jahren mehrere große Logistikhallen bauen und an Firmen vermieten. Ein Abnehmer steht bereits fest: Der Schweizer Luftfahrt-Logistiker Swissport zieht 2020 in eines der Gebäude. Etwa 215 andere Unternehmen haben sich auf der einstigen Luftfahrt-Basis angesiedelt.

Die Fraport will dort den vermehrten Lkw-Verkehr neu ordnen. Es werde auf Abstellflächen für die Laster und ausreichende Parkplätze geachtet. Vor allem Fahrer der extrem großen Gigaliner können dort bislang nur schwer rangieren.

  Mönchhof-Gelände: Auch hier hat die Fraport nach eigenen Angaben 82 Prozent der 75 Hektar Nettobauland vermarkten können. Nur drei Grundstücke sind noch frei, einige Straßen und Wege sind noch im Bau. Der Kelsterbacher und Raunheimer Industriepark beherbergt Firmen wie den Internethändler Amazon, aber auch Hotels und eine Veranstaltungshalle, in der häufig türkische Hochzeiten stattfinden. Rewe baut auf dem Areal zusätzlich zum Kälte- ein Trockenlager, das im September fertig sein soll. Der Hallenrohbau des Logistikers Group7 steht. Alle Immobilien haben Schallschutz: Das Areal liegt in der Flugschneise.

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