+
Margarita Broich und Wolfram Koch spielen die Hauptkommissare im Frankfurter ?Tatort?. Und wünschen frohe Weihnachten.

Tatort-Preview

FNP-Leser treffen Tatort-Kommissare

  • schließen

Morden in Frankfurt kann so schön sein, finden „Tatort“-Fans. Der Hessische Rundfunk lud 200 Leser dieser Zeitung und HR1Hörer zur Preview der Folge „Der Turm“ ins Funkhaus ein. Die Schauspieler mischten sich gut gelaunt unters (Fernseh-)Volk.

Sie spielte die „Ophelia“ neben Ulrich Mühe, er gab einen furiosen Richard III. im Frankfurter Schauspiel: Wer Margarita Broich und Wolfram Koch „nur“ auf ihre „Tatort“-Hauptrollen als Frankfurter Kommissare Anna Janneke und Paul Brix reduziert, tut ihnen schmählich unrecht. Sie haben mehr zu bieten. Wie verspielte Wichtel im Weihnachtsrausch (sie im grünen Glitzerstrickkleid, er im Anzug mit grünem Pulli) gurren, surren und necken sie sich am Mittwochabend durchs Funkhaus am Dornbusch – und genießen das exklusive „Meet & Greet“ zwischen güldenen Säulen mit 800 Kartengewinnern bei Brezeln, Sekt und Bier. „Schlimmer als einen Sack Flöhe zu hüten“, seufzt der freundliche HR-Pressemann beim Zusammenscheuchen für ein Gespräch.

Lagerfeuer der Nation

Wo fängt man an, wo hört was auf? Was gibt’s noch zu sagen über ein derart ausdiskutiertes, erfolgreiches Format wie den „Tatort“, nicht umsonst längst zum „Lagerfeuer der Nation“ geadelt? Liane Jessen, vielfach preisgekrönte HR-Fernsehspielchefin, lässt entsprechend lässig Sätze fallen wie „Wir haben die Regale voller Preise, machen also vieles richtig. Menschen reinen Herzens sind nicht an roten Teppichen interessiert.“ Die Wichtel nicken ernst, um sich in der nächsten Sekunde wieder zu necken („Liebelein“), vom Spaß beim Dreh und der guten Atmosphäre im 30-köpfigen Film-Team, wo jeder jeden kennt, zu plaudern. „Alle“ seien hier. Und eine Freude, weil sich Menschen über ihre Anwesenheit freuten. Jessen spricht von der Bedeutung der Musik für das Format, sie hasst „industrielle Stimmungssoße“ und dass es sie „anrührt“, wie fasziniert die Menschen von der Filmwelt seien, wie höflich im Umgang: „Wir haben die gern.“ Und dass der HR der einzige Sender in der ARD sei, der seit 20 Jahren Filme in Eigenregie produziere.

Wolfram Koch und Margarita Broich gehen im Funkhaus am Dornbusch vor der ?Tatort?- Preview ?unner die Leut??. Das kommt sehr gut an.


Broich, Koch und Jessen genießen pfeilschnell wechselnde Wort- und Satz-Kaskaden, elegant eingestreute Sottisen, Zitate und Ernsthaftigkeiten. Broich, die ihr Handy verlegt hat, erzählt, dass sie ihren Kinden stets mit den Worten „Mama geht spielen“ ankündige, zur Arbeit zu gehen. Und wie herrlich es sei, mit Spielen sein Geld zu verdienen. Jessen gibt zu, Mimen oft um ihren Job zu beneiden, weil sie dadurch „vieles“ sein könnten. Koch zitiert Schiller: „Wer wir hätten gewesen sein können“.

Kaltes, leeres Hochhaus

Lars Henning (Buch und Regie) kommt nicht ganz so oft zu Wort; vielleicht, weil er länger nach dem richtigen sucht. Vielleicht, weil „Der Turm“ – übrigens der achte Frankfurt-„Tatort“ – sein erster ist. Dabei hat er mit „Kaltfront“, einem kühl inszenierten Schicksalsspiel, 2016 ein vielbeachtetes Langfilmdebüt abgeliefert. Vielleicht, weil es „besonders ist, den Film mit einem großen Publikum zu sehen“. Er erinnert sich, wie kalt es beim Dreh im Oktober/November 2017 im leerstehenden Hochhaus der Deutschen Bank war. Und meist nachts gedreht wurde, was anstrengte.

Hinaus geht’s; zu den Leuten. Klaus Metz etwa, Optiker aus Sachsenhausen (Koch wohnt auch im schönsten Stadtteil und kauft dort seine Brillen), genießt mit Frau und Freunden einen Äppler. Er mag den Sound im Sendesaal, findet aber, die Leinwand könne größer sein. Janie Frieda Lehmann, die im „Turm“ eine Empfangsdame spielt, und ihr Mann Thomas, ein hochgewachsener Komparse, bitten Broich um ein paar Fotos. Aber gerne doch!

Daniela Alfonso und Manuela Schreiner, Erzieherinnen und vor zehn und 17 Jahren zugezogen, haben Karten gewonnen, genießen „die tolle Atmosphäre“. Die Kommissare ansprechen? „Ach nee, lieber nicht“, sagen sie bescheiden. FNP-Leserin Ina Klemm erklärt: „Was für eine schönes Weihnachtsgeschenk!“ Und Sylvia Kouba aus Bad Vilbel erinnert sich stolz: „Wir durften letztes Jahr bei den Dreharbeiten zuschauen, da das ,Tatort‘-Auto aus unserer Autowerkstatt stammte.“ Sigrid Kaiser freut sich einfach nur „riesig“ über den „tollen Abend“. Da hatte HR-Intendant Manfred Krupp leichtes Spiel, als er kurz vorm Spruch „Film ab!“ sagte: „Sollten Sie sich fürchten oder unterhalten, ist das Ziel erreicht!“ Derweil stand seine Dienstlimousine vor dem Eingang. Leer. Der Fahrer – verschwunden. Oder ein Würstchen essen. Kriminell!

Der Sendetermin „Der Turm“ ist am 26. Dezember, um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare