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Schwimmen gehört für viele Kinder nicht mehr zu einer Grundtechnik. Deshalb will die SPD-Fraktion im Römer die Eintrittspreise stabil halten.

Positionspapier

SPD fordert Erhalt aller Bäder

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Die SPD-Fraktion im Römer begrüßt das Bäderkonzept, hat in einem Positionspapier aber weitere Forderungen aufgeschrieben.

Grundsätzlich begrüßt die SPD-Fraktion im Römer das „Bäderkonzept 2025“, das der Frankfurter Magistrat vor den Sommerferien vorgelegt hat. In dem 194-Millionen-Programm finden sich unter anderem Pläne für den Neubau des Panorama- und des Rebstockbades sowie die Errichtung eines Schwimmsportzentrums auf dem Sportcampus der Goethe-Universität in Ginnheim mit 50-Meter-Bahn sowie Lehr- und Kursbecken.

„Wir sind dankbar, dass Sportdezernent Markus Frank sich damit befasst hat“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Ursula Busch. Und dass sich die Mitarbeiter der Bäderbetriebe dabei engagiert eingebracht hätten. Dennoch sehe man in der eigenen Partei Verbesserungsbedarf und habe deshalb ein Positionspapier entworfen, das nun mit den Koalitionspartnern und den Vereinen abgestimmt werde. Dieses beinhaltet laut Jan Klingelhöfer, dem sportpolitischen Sprecher der SPD, zwei Schwerpunkte: Den im Plan offenbar nicht vorgesehenen Erhalt aller bereits bestehender Bäder sowie eine soziale Preisgestaltung.

„Wir sehen

Bäder als Daseinsvorsorge

“, betont Busch. Deshalb müsse man bei den Überlegungen nicht die Finanzen, sondern die Menschen in den Mittelpunkt stellen. Schulen, Vereine, aber auch Einzelpersonen, die regelmäßig schwimmen gehen, sollten dafür nicht durch die halbe Stadt fahren oder auf unzumutbare Randzeiten ausweichen müssen. Zudem sollten die Eintrittspreise so gestaltet sein, dass sich etwa Familien, die sich keinen Urlaub leisteten, als Ersatz die Bäder in den Ferien nutzen könnten. Dabei müsse es auch mal möglich sein, die Öffnungszeiten zu verlängern, wenn das Wetter dafür geeignet erscheint.

Das Bäderkonzept sieht nach Angaben von Roger Podstatny, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, „eine moderate Anpassung der Eintrittspreise im jährlichen Turnus“ vor. Diese „automatischen Preiserhöhungen“ würde die SPD den Bürgern gerne ersparen. Busch ist sicher, dass sich das auszahlt. Nicht nur, weil bei niedrigeren Eintrittspreisen mehr Besucherinnen und Besucher in die Bäder kämen. Sondern auch, weil man ansonsten mit „sozialen Folgen“ zu rechnen habe, die auch die Stadt spüren werde. Die Jugendlichen, denen man den Eintritt verwehre, müssten sich andere Beschäftigungsmöglichkeiten suchen. Zudem fördert Schwimmen die Gesundheit, und sollte dies nicht mehr jedem möglich sein, drohten entsprechende Konsequenzen.

Schon jetzt macht es sich bemerkbar, dass Schulen und Vereine nicht über genügend Kapazitäten verfügen, allen Kindern die sichere Fortbewegung im Wasser beizubringen. 59 Prozent der Zehnjährigen könnten nicht schwimmen, so Podstatny. „Wir müssen uns als Stadt anstrengen, dass alle in die Lage versetzt werden, es zu lernen.“ Dafür sei es notwendig, dass sämtliche Schulen Bäder in erreichbarer Nähe und Vereine, die bislang nicht alle Interessenten in ihren Kursen unterbringen können, mehr Zeiten zur Verfügung haben.

Durchgerechnet haben die SPD-Politiker ihren Forderungskatalog noch nicht. Man sei aber bei der aus der eigenen Partei stammenden Bildungdezernentin Sylvia Weber, die für die sieben Schulbäder verantwortlich ist, auf Zustimmung gestoßen. „Die großen Investitionen müssen sowieso finanziert werden“, betont Busch. Zudem käme die Gesamtsumme aus verschiedenen Haushalten zusammen, und man wisse auch nicht, in welcher Höhe sich das Land beteilige. „Wir können das noch nicht seriös angeben.“ Zumal man die in den zur Disposition stehenden Bädern anfallenden Sanierungskosten erst noch feststellen müsse. „Aber wir halten die Investitionen für gerechtfertigt“, so die Fraktionsvorsitzende. „Das Geld wird ausgegeben für sozialen Frieden, und wir bekommen einen Nutzen zurück.“

Einen Zeitplan für den weiteren Umgang mit dem Positionspapier gibt es noch nicht. „Der Sportdezernent stellt gerade in allen Ortsbeiräten das Bäderkonzept vor“, erklärt Busch. Das Ergebnis der Abstimmung innerhalb der Koalition werde es nicht vor Ende des Jahres geben. Wann die Vereine ihre Meinung dazu äußern dürfen, dafür stehe auch noch kein Termin fest. Aber ihre fachkundigen Vertreter sollen ebenfalls noch gehört werden.

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