Drogen- und Suchtbericht 2018

Forscher: Deutschland bei Suchtprävention hintendran

Bei Drogenpolitik und Suchtprävention hinkt Deutschland nach Ansicht der Frankfurt University of Applied Sciences im europäischen Vergleich weit hinterher.

Bei Drogenpolitik und Suchtprävention hinkt Deutschland nach Ansicht der Frankfurt University of Applied Sciences im europäischen Vergleich weit hinterher. Das geht aus dem am Mittwoch vorgestellten 5. Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2018 der Fachhochschule hervor. Bei legalen wie illegalen Drogen gebe es großen Handlungsbedarf der Bundesregierung, sagte Heino Stöver, Leiter des Instituts für Suchtforschung.

Der Besitz von geringen Mengen legaler Drogen werde von Politik und Polizei zu sehr kriminalisiert. Zudem habe die Tabaklobby zu viel Einfluss auf politische Entscheidungen. „Es gibt keinen politischen Willen, die Forderungen der Weltgesundheitsorganisation einzuhalten. Statt die Tabaklobby in die Schranken zu weisen, rollt ihr die Politik den roten Teppich aus”, sagte Stöver.

Zu einer Reihe von Forderungen der Fachhochschule gehöre, die Preise für Tabak- und Alkoholprodukte zu erhöhen, ein strengeres Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden sowie ein striktes Werbeverbot durchzusetzen. Nach Angaben des Drogenberichts steht Deutschland mit 16 Millionen Rauchern weltweit auf Platz 9. Es sei das einzige EU-Land, das noch kein Werbeverbot für Zigaretten hat. Konsumenten illegaler Drogen sollten nach Aussage von Stöver Zugang zu sicheren Drogenkonsumräumen und dem Gegenmittel Naloxon erhalten, das auch für Laien unbedenklich sei.

(dpa)

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