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Das Wort „Diesel” aufgenommen an einer Tankstelle.

Forscher zu Fahrverboten: Versäumnisse in Verkehrspolitik

Angesichts des drohenden Dieselfahrverbots in Frankfurt hat der Mobilitätsforscher Martin Lanzendorf der Bundespolitik jahrelange Versäumnisse in der Verkehrspolitik vorgeworfen.

Angesichts des drohenden Dieselfahrverbots in Frankfurt hat der Mobilitätsforscher Martin Lanzendorf der Bundespolitik jahrelange Versäumnisse in der Verkehrspolitik vorgeworfen. „Die Schadstoffwerte der Luft liegen seit 20 Jahren über den gesetzlichen Grenzwerten”, sagte der Frankfurter Professor der Deutschen Presse-Agentur. Doch es sei alleine der motorisierte Verkehr gefördert worden, in der Hoffnung, die Automobilindustrie werde schon für sauberere Autos sorgen. Dies sei jedoch offensichtlich nicht gesehen. Um umzusteuern, müsse stärker auf den nicht-motorisierten Verkehr gesetzt werden, wie es auch die Initiative für einen Frankfurter Radentscheid fordere.

„Berlin macht das gerade vor, dass es eine Frage des politischen Willens ist, ob man sich traut, dem Autoverkehr Platz wegzunehmen”, sagte Lanzendorf. Gerade in einer Stadt wie Frankfurt, in der wenig Platz sei, müssten Verkehrsmittel gefördert werden, die wenig Platz brauchten. Ein gutes Radnetz würde viele Anreize geben, umzusteigen.

In Frankfurt könnten viel mehr Wege auch zu Fuß zurückgelegt werden, wenn dies attraktiver gestaltet werde. Auch Fahrgemeinschaften von Pendlern ließen sich mit verschiedenen Mitteln fördern. Man könne etwa gesonderte Fahrspuren auf den Straßen nur für Autos freigeben, in denen mehr als eine Person sitze.

Am kommenden Donnerstag (4. Oktober), wird in Frankfurt der 50. Jahrestag der ersten linienmäßigen U-Bahn-Fahrt gefeiert. Der Bau sollte die Innenstadt damals auch vom Autoverkehr entlasten.

(dpa)

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