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Die Wildsauen haben gerade Frischlinge geworfen. Wegen milder Winter ist der Tisch für sie reich gedeckt.

Abschussquote im Stadtwald ist gestiegen

Forstamt hält den Jagddruck auf Wildschweine weiter hoch

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Um Wildschweine aus Goldstein und Schwanheim zu vertreiben, hat das Grünflächenamt Unterholz gerodet und die Jagd intensiviert. Trotzdem sind noch nicht alle Anwohner zufrieden.

In der Jagdsaison 2016 / 17, die am 31. Januar zu Ende gegangen ist, haben die Jäger im Stadtwald 237 Wildsauen erlegt – davon 17 im „Stadtbereich“, also direkt an der Wohnbebauung. „Das ist eine recht gute Quote“, erklärt Dr. Tina Baumann, Leiterin des zum Grünflächenamt gehörenden Stadtforstes. In „Normaljahren“ würden um die 150 Wildschweine geschossen; in Spitzenjahren mit übergroßer Population wie etwa 2008 sei die Abschussquote mit 560 „sehr hoch“ gewesen. Trotzdem werde der „Jagddruck weiter aufrecht erhalten“, sagt Baumann: Es werde ein vierter Stadtjäger zu den bisherigen drei stoßen, denn „Überläufer“, also Wildschweine im zweiten Lebensjahr, sowie Frischlinge dürften auch außerhalb der Jagdsaison geschossen werden.

Das Grünflächenamt hat am Waldrand in Goldstein außerdem das Unterholz stark gerodet, was die Wildschweine laut Baumann zwar nicht davon abhalte, auf Nahrungssuche zwischen die Häuser zu kommen, aber den Wildwechsel doch reduziert habe. Diese Arbeiten, so Grünflächenamtsleiter Stephan Heldmann, hätten noch vor dem 15. Februar, also dem Beginn der Vogelbrut, erledigt werden müssen. Die dabei durch schwere Maschinen in Mitleidenschaft gezogenen Wege und Wiesen würden in den kommenden Wochen und Monaten wieder saniert. Die Schäden, so Heldmann, seien noch relativ gering ausgefallen, weil der Boden während des Einsatzes gefroren gewesen sei. „Wir mussten das aber vor Ablauf der Frist erledigen.“

Unzufrieden mit dem Einsatz der Ämter ist indes noch immer der Anwohner Rouven Krause. Er wirft der Stadt vor, „ein Schlachtfeld hinterlassen“ zu haben, sonst aber nicht genug gegen die Wildschweine zu tun. Er spricht gar von „Führungsversagen“ im Amt und fordert weiterhin, dass ein Zaun errichtet wird, welcher den Schwarzkitteln den Zugang zum Wohngebiet versperrt. Der Bau werde „seit Monaten ohne Ergebnis geprüft. Es muss ein Zaun her“.

Heldmann ist zuversichtlich, das Ergebnis der Prüfung Mitte März vorlegen zu können. Man habe eigens einen Wildbiologen damit betraut. Es gehe darum, Möglichkeiten zu prüfen, den Wildwechsel in die Wohngebiete erfolgreich zurückzudrängen. Michael Wanka, SPD-Ortsbeirat aus Goldstein, ist „guten Mutes, dass da etwas kommt. Wir hoffen, dass eine nachhaltige Maßnahme geprüft wird und auch zur Anwendung kommt.“ Das Ergebnis wird erst im Ortsbeirat vorgestellt.

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