Eine Kunstgalerie inmitten der Lobby des Hilton Frankfurt : Die Foto-Künstler Serkan Goeren (von links), Wolfram Ziltz und Max Kling, Kuratorin Jasmin Schülke und Hilton-Chef Marc Snijders.
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Eine Kunstgalerie inmitten der Lobby des Hilton Frankfurt : Die Foto-Künstler Serkan Goeren (von links), Wolfram Ziltz und Max Kling, Kuratorin Jasmin Schülke und Hilton-Chef Marc Snijders.

Ausstellung

Fotografen zeigen Frankfurt im Wandel

Originell ins Rampenlicht stellen vier Fotografen derzeit Frankfurt. Ihre Ausstellung ist an ungewöhnlicher Stelle zu sehen.

Frankfurt -Das Hilton Frankfurt City Hotel mausert sich zu einer kleinen Kunstgalerie. Mitten in der Lobby überraschen Fotografien der drei regionalen Künstler Serkan Goeren (43), Max Kling (56) und Wolfram Ziltz (60). Unter dem Motto "Frankfurt Transitions" kuratierte die Kunsthistorikerin Jasmin Schülke eine sehenswerte Ausstellung. Die Arbeiten schildern Frankfurt im Wandel, dabei gelingt es jeder künstlerischen Position, Facetten der Stadt originell ins Rampenlicht zu rücken.

Schon vor einem Jahr entstand die Idee zur Ausstellung, doch der Pandemie geschuldet, wurde sie erst vor kurzem realisiert. "Frankfurt verfügt über so viel kreatives Potential, da war es an der Zeit, im Hilton Frankfurt City einen Ort für Kunstinteressierte zu schaffen", sagt Hotelchef Marc Snijders. Die künstlerische Bandbreite der Arbeiten reicht von abstrakten bis zu gegenständlichen Positionen. Kuratorin Jasmin Schülke, die die Künstler und ihre Werke schon länger verfolgt, waren die Gegensätze wichtig. Sie loten die Bandbreite des Mediums der Fotografie aus und zeigen einmal mehr den Facettenreichtum der Stadt. Jeder Künstler präsentiert seinen Ansatz an unterschiedlichen Plätzen in der Hotel-Lobby.

Fotografischer Urschrei in monochrom

An zentraler Stelle im Eingangsbereich hat der Fotograf Max Kling seine Schwarzweiß-Fotografien angebracht, zum Restaurant mit Blick auf den Park befinden sich die auf Acrylplatten montierten Arbeiten von Serkan Goeren, und in Nähe der Bar lädt Wolfram Ziltz zum Schauen ein.

"Es war erstaunlich, wie rasch jeder Künstler spontan den perfekten Platz für seine Arbeiten entdeckte", erinnern sich Schülke und Snijders.

Wie ein fotografischer Urschrei donnern die monochromen, in dramatischem schwarz-weiß gehaltenen Fotografien von Max Kling in der Hotel-Lobby dem Betrachter entgegen. Ursprünglich arbeitete er mit der Analog-Kamera und wechselte dann zur Digitalfotografie, dennoch erinnert sein Stil an das Analoge. Ihm geht es um Kontraste, Helligkeit gegen Dunkelheit und eines seiner Lieblingsworte, wenn er seinen Stil beschreibt, ist "roughness". Übersetzt man das "grob" mit "direkt" und "unwillkürlich", nähert man sich den Fotografien. Die Frankfurt Aufnahmen gleichen Filmszenen, von jedem Motiv geht eine große Spannung aus. Dabei legt Kling Wert darauf, dass keine Aufnahme inszeniert wurde, "alles entstand spontan."

Das Gesehene hinterfragen

Serkan Goeren setzt mit seinen Arbeiten, die er als "experimentelle-konzeptuelle Malerei-Skulptur und Fotografie" definiert, Akzente im Restaurant des Hilton Hotels. Wichtig ist ihm, Gattungsgrenzen in der Kunst zu überwinden. Er fotografierte markante Frankfurter Architektur und bearbeitete die auf Acrylglas befestigten Arbeiten mit Druckertinte und Acrylfarbe. Dabei hinterfragt er das "nur" Gesehene und lädt den Betrachter ein, mit ihm auf die Reise in die Welt der Transformation zu gehen. "Mir geht es darum zu zeigen, was von einem Foto übrigbleibt, wenn ich in dasselbe interveniere", sagt er. Mitunter erkennt man in den Fragmenten Szenen der dargestellten Orte, stets reizvoll bleibt seine farbintensive malerische Interpretation. Auch das sprengt die Konvention: Serkan Goeren hat seine Werke so bearbeitet, dass es jeweils eine Vorder- und eine Rückseite gibt, die voneinander abweichen und eine eigene Bildwelt darstellen.

Wolfram Ziltz, ein ehemaliger Flugkapitän, der sich zeitlebens mit Fotografie auseinandersetzte, überzeugt im hinteren Bereich der Hotelbar mit zarten, in leichte Farbnebel gehüllten Aufnahmen Frankfurter Wahrzeichen. Egal, ob es sich um den Römer oder die Skyline mit den Hochhäusern handelt, stets strahlen seine Fotografien ein Gefühl von Zärtlichkeit und Ruhe aus. Hier haut kein Macho-Künstler sein Motiv in den Kasten, es liegt viel Ehrfurcht bei der fotografischen Annäherung in der Luft. Seine Serie der Frankfurter Wahrzeichen zeigt die sich ständig verändernde Silhouette der Stadt in weichen Übergängen. Fast bedauert man, dass es sich um Momente handelt, die vergehen. Auch aus diesem Grund sollte der Frankfurter diese Foto-Ausstellung inmitten der Stadt im Hilton Hotel Frankfurt nicht versäumen. (Edda Rössler)

Die Ausstellung

"Frankfurt Transitions" ist noch bis zum 7. Januar im Foyer des Hilton Frankfurt Foyers in der Hochstraße 4 zu sehen.

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