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Aus für Frankfurter Fahrradladen: Nachfolge steht bereits fest

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Von: Florian Leclerc

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Susanne Strohmeier in ihrem Fahrradladen Bike-X-Dream. Foto: Renate Hoyer
Susanne Strohmeier in ihrem Fahrradladen Bike-X-Dream. © Renate Hoyer

Das Geschäft Bike-X-Dream im Frankfurter Nordend muss schließen. Die Inhaberin Susanne Strohmeier führt dafür mehrere Gründe an.

Frankfurt – Vor etwa 15 Jahren habe sie ihren Fahrradladen gegründet, sagt Susanne Strohmeier, die Inhaberin von Bike-X-Dream im Frankfurter Nordend, und immer habe sie mit Leidenschaft gearbeitet: Zunächst im Geschäft an der Friedberger Warte, später an der Martin-Luther-Straße an der Ecke zur Rothschildallee. Als die Fahrradmanufaktur Bergamont aus Hamburg kaum jemand in Hessen kannte, sei sie exklusive Verkaufspartnerin geworden, und habe der Marke damit ein Stück weit zum Erfolg verholfen.

Nun muss Susanne Strohmeier ihren Fahrradladen mit Verkaufsbereich und Werkstatt schließen. Am heutigen Samstag ist der letzte verkaufsoffene Tag. Sie ist darüber sichtlich enttäuscht. Denn für die gelernte Fahrradmechanikerin, die sich zur Fachwirtin für Organisation und Führung weiter qualifizierte, geht mit der Selbstständigkeit und der Arbeit am Rad ein Lebenstraum verloren. Fahrradmechanikerinnen und -mechaniker würden zwar händeringend gesucht. Aber den Verdienst mit den Lebenshaltungskosten in Frankfurt in Einklang zu bringen, sei eine Herausforderung.

Frankfurter Nordend: Corona-Pandemie als Grund für Fahrradladen-Schließung

Als Grund für die Geschäftsschließung gibt Strohmeier die Corona-Pandemie an und die Nachteile eines kleinen, inhabergeführten Geschäfts im Vergleich zu großen Ketten. Zwar sei die Nachfrage nach Fahrrädern in der Pandemie gestiegen. Doch hätten die Hersteller nur mit langer Verzögerung geliefert. Kundinnen und Kunden wollten aber nicht ein Jahr oder länger auf ein Fahrrad warten. Auch die Suche nach Ersatzteilen habe sich in der Pandemie als schwierig erwiesen. So habe sie Kundinnen und Kunden eine Absage erteilen müssen, weil Ersatzteile auf lange Sicht nicht lieferbar gewesen seien.

Im Nordend schließt nicht nur der Fahrradladen Bike-X-Dream, sondern auch die Kultkneipe Backstage.

Ein großes Problem seien auch die Bestellmengen. Während große Läden und Ketten Fahrräder für Hunderttausende Euro ordern könnten, hätten kleinere Läden wie ihres dafür nicht das nötige Kapital. Bei kleineren Bestellmengen seien aber auch die Margen zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis niedriger - am Ende sei die Rechnung nicht mehr wirtschaftlich gewesen.

Was aus dem Laden wird, wenn Bike-X-Dream ausziehe, stehe schon fest, sagt sie. Per Pedale, die ein Fahrradgeschäft in Bockenheim haben, wollten dort eine reine Reparaturwerkstatt einrichten. (Florian Leclerc)

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