1. Startseite
  2. Frankfurt

„Die Situation ist beschissen“: Übergang am Bahnhof in Berkersheim gesperrt

Erstellt:

Von: Fabian Böker

Kommentare

Eva Bergs-Ohlsen am Bahnhof in Berkersheim.
Eva Bergs-Ohlsen vor dem Ungetüm aus Stahlrohr am Bahnhof in Berkersheim, wo sich die Probleme häufen. © Oeser

Seit drei Monaten ist der Übergang am Bahnhof Berkersheim gesperrt. Die Befürchtungen einiger Anwohner und Anwohnerinnen in Frankfurt haben sich bestätigt.

Berkersheim – Seit dem 18. März ist der Bahnübergang am Bahnhof Berkersheim in Frankfurt geschlossen. Zwar ist – bis Ende September – die nahe gelegene Unterführung Im Wiesengarten geöffnet, doch mit der ebenerdigen Überführung fehlt eine wichtige Verbindung von Berkersheim nach Harheim und weiter ins Niddatal. Schon vor der Sperrung befürchteten die Menschen vor Ort, dass sie große Probleme bekommen könnten.

Dem ist auch so, wie Eva Bergs-Ohlsen bestätigt. Sie wohnt auf der Harheimer Seite, am Ende der Berkersheimer Bahnstraße. Seit der Sperrung des Bahnhofs hapert es mit der Zustellung von Päckchen – die Tageszeitung kommt gar nicht mehr. Ein Besuch ihrer Tochter mitsamt Enkelkind in Berkersheim ist nur noch auf Umwegen möglich. Ebenso der Besuch ihrer Flötengruppe einmal die Woche.

Frankfurt: Sperrung am Bahnhof in Berkersheim bringt weite Umwege und andere Probleme

Statt auf direktem Wege müsste sie nun mit dem Auto einen Umweg über den Frankfurter Berg und Bonames fahren, um nach Berkersheim zu gelangen. Zu Fuß und mit dem Fahrrad müsste sie nun die Ersatzbrücke am Bahnhof nehmen. Der neue Koloss aus Stahlrohr steht rund 200 Meter vom ehemaligen Übergang entfernt, an der Stelle, wo früher eine alte, hölzerne Treppen-Konstruktion über die Gleise führte. Im Gegensatz zum Vorgängermodell bietet die neue Brücke Aufzüge, in die maximal zwei Fahrräder gleichzeitig passen.

Nach Aussagen einiger Anwohner:innen funktionieren die Aufzüge am Bahnhof nicht immer. Wenn sie denn mal fahren, werden sie gut genutzt, wie ein Besuch vor Ort in Berkersheim zeigt. Manche Radfahrer:innen nehmen ihr Gefährt aber trotzdem Huckepack die Treppe hoch – weil die Zeit nichts anderes zulässt. Doch nicht alle Menschen sind dazu in der Lage, ob mit Fahrrad oder Kinderwagen.

Frankfurt: Situation seit Sperrung des Bahn-Übergangs „beschissen“

„Die Situation ist beschissen“, schimpft eine Passantin und meint damit vor allem den größeren Zeitaufwand, den Radfahrerinnen wie sie haben. Um dem zu entgehen, „bin ich einfach nicht mehr so oft mit dem Rad hier unterwegs“. Eine andere Frau sagt, sie könne zum Einkaufen zwar ihr Auto auf der Berkersheimer Seite stehen lassen, „dann muss ich die Sachen aber immer noch nach Hause tragen“.

In der örtlichen Politik sind die Probleme bekannt. Wera Eiselt, Ortsvorstehrin im für Berkersheim zuständigen Ortsbeirat 10, meidet die Stelle seit März, weil ihr dreirädriges Trike nicht in die Aufzüge am Bahnhof passe. Günter Seuffert, der die Belange der Grünen im Harheimer Ortsbeirat 14 vertritt, berichtet von seiner Frau, die eine Praxis als Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin in Bad Vilbel betreibe und aktuell eine eingegipste Hand hat. Damit könne sie kein Fahrrad fahren und dürfe auch nicht das Auto nutzen.

Frankfurt: Probleme mit der Sperrung sind der örtlichen Politik bekannt

Mit der Bahn sei der Weg zur Arbeit – gerade wegen der aktuellen Probleme durch die Baustelle – daher eine alltägliche Tortur, die bis zu einer Stunde dauern könne – für 3,7 Kilometer.

Frankfurt-Berkersheim: Kommunikation mit der Deutschen Bahn funktioniert „absolut nicht“

Seuffert habe sich oft bei der Bahn beschwert, sagt er. Etwa als die Aufzüge nicht funktionierten. Da habe er die an den Fahr-stühlen angebrachte Notfall-Nummer einer Firma angerufen. Antwort: Da sei die Deutsche Bahn zuständig.

Die Kommunikation funktioniere aber nicht, „absolut nicht.“ Laut einer Bahnsprecherin indes laufe alles vor Ort und habe sich gut eingespielt. „Wir hatten keine Beschwerden.“ (Fabian Böker)

Auch interessant

Kommentare