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„Belastend“: Schausteller in Sorge wegen möglichen Umzug der Dippemess

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Von: Sandra Busch

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Schaustellerinnen und Schausteller fürchten Umsatzeinbußen, wenn der Dippemess-Festplatz am Ratsweg in Frankfurt wegen des Baus der Europäischen Schule umziehen muss.

Frankfurt - Wenn die Dippemess Ende März auf dem Festplatz am Ratsweg eröffnet, dann wird das sicher nicht zum letzten Mal sein. Doch wie viele Jahre dieser Platz noch ein Festplatz sein wird, ist unklar seit über einen Neubau für die Europäische Schule am Ratsweg in Frankfurt diskutiert wird. Und über einen Umzug der Feste aufs Messegelände am Rebstock.

„Für uns ist die Situation belastend“, sagte Peter Roie als Vertreter des Schaustellerverbandes am Montag im Bildungsausschuss. Es sei wünschenswert auf dem Gelände zu bleiben, „aber wenn es nicht geht, dann sollten wir gemeinsam eine Lösung finden“. Die Schausteller und Schaustellerinnen wollen sich „nicht gegen die Entwicklung der Stadt wehren“, sagte Roie. Doch Bedenken gibt es durchaus bei einem Umzug. In Freiburg etwa, da habe man erlebt, wie die Feste aus dem Stadtkern heraus verlegt wurden.

Noch laufen die Fahrgeschäfte der Dippemess auf dem Festplatz am Ratsweg.
Noch laufen die Fahrgeschäfte der Dippemess auf dem Festplatz am Ratsweg. michael schick © Michael Schick

Die Dippemess in Frankfurt hat jährlich drei bis vier Millionen Besucher:innen

„Da wurde nicht wieder die Umsatzgröße von vorher erreicht“, sagte Roie. Und die Dippemess ist neben etwa dem Weihnachtsmarkt besonders wichtig für die Schausteller:innen. Drei bis vier Millionen Besucher:innen pro Jahr mit Kaufkraft von 25 Euro pro Person kämen, „der Wirtschaftsfaktor ist auch nicht zu unterschätzen“. Deswegen wäre es gut, wenn miteinander gesprochen werde und es zu einer „Win-win-Situation“ komme, so Roie. Auch die Anwohner:innen erzürnt über die Pläne der Stadt.

Dem widerspricht auch niemand im Ausschuss. „Wir können nicht nur über die Schule reden“, sagte Julia Frank (Grüne). Gleichzeitig müssten Optionen für die Schausteller:innen geprüft werden. Erst wenn es eine funktionierende Alternative für sie gebe, könne auch die Schule weitergeplant werden. Auch für Sylvia Kunze (SPD) ist es „wichtig, alle Teile gut zusammen zu überlegen“. Wenn der Festplatz auf einen Messeparkplatz ziehe, dann müssten auch die Probleme der Messe dort gelöst werden. Die Situation sei schwierig, für die Schausteller:innen, „doch das ist leider nicht in vier Wochen zu diskutieren“, sagte sie.

Für Michael Müller (Linke) müsste zuerst die Frage beantwortet werden, ob der Festplatz an die Messe ziehen kann. Oder ob eine Alternative nötig ist. „Die Schaustellerinnen und Schausteller brauchen Planungssicherheit.“ Gemeinsam nachdenken, dafür spricht sich auch Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) aus.

Arbeitsgruppe soll über Zukunft der Dippemess in Frankfurt entscheiden

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Magistrats und der Ämter sei gerade beschlossen worden und werde sich zeitnah das erste Mal treffen. Sie soll die ganzen vielen Fragen klären, die offen sind. Kann ohne die Fläche der Kleingärten am Ratsweg der Schulbau ausgekommen? Es muss ein Verkehrskonzept geben, der Bebauungsplan in Gang gebracht werden. Und eben die Ausweichfläche für den Festplatz geprüft werden. „Dafür brauchen wir aber etwas Zeit“, sagte Weber. Möglichst bald solle die AG einen Termin mit den Schausteller:innen machen, um etwas gemeinsam voranzubringen. (Sandra Busch)

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