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Bier nur bis 23 Uhr? Sperrstunde im Frankfurter Nordend soll kommen

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Von: Boris Schlepper

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Damit die Nachbarn von Lokalen Ruhe finden soll in den Sommergärten im Frankfurter Nordend, wie hier am Merianplatz, unter der Woche künftig um 23 Uhr Schluss sein.
Damit die Nachbarn von Lokalen Ruhe finden soll in den Sommergärten im Frankfurter Nordend, wie hier am Merianplatz, unter der Woche künftig um 23 Uhr Schluss sein. © Monika Müller

Der Ortsbeirat 3 fordert eine Sperrstunde für Sommergärten im Frankfurter Nordend. Nur an Wochenenden soll in der Außengastronomie bis Mitternacht ausgeschenkt werden – zum Schutz der Anwohnenden.

Frankfurt - Abends mit einem Glas Wein, Bier oder Kaffee im Sommergarten sitzen, das soll künftig nur noch kürzer möglich sein. Der Ortsbeirat 3 hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass Lokale im Nordend Frankfurt sonntags bis donnerstags nur bis 23 Uhr geöffnet haben. Freitags und samstags dürften Gäste eine Stunde länger im Freien sitzen. Die Genehmigung dafür soll zudem künftig jährlich neu beantragt werden müssen. Mit den Maßnahmen sollen Nachbar:innen von Gaststätten besser geschützt werden. Das Gremium verabschiedete eine entsprechende Vorlage der CDU.

Der Antrag sei nach Beschwerden von Bürger:innen entstanden, die unmittelbar neben Lokalen wohnten, berichtet Antragstellerin Claudia Ehrhardt. Viele hätten berichtet, dass für die Sommergärten offenbar keine Schlusszeit gelte. „Wir wollen nicht alles ruhig haben, Belebung ist immer gut“, sagt Ehrhardt, „aber irgendwann muss es ein Ende geben.“ Nötig sei ein vernünftiges Maß. Bei Sommergärten müsse dieselbe Regelung gelten wie etwa bei der Außengastronomie in Hinterhöfen, wo Sperrstunden vereinbart seien.

Frankfurter Nordend: CDU wollte noch schärfere Regeln für Gastronomen

Der Antrag war zunächst noch weiter gegangen. Die CDU hatte gefordert, dass an jedem Tag längstens bis 23 Uhr geöffnet sein dürfe. Zudem regte sie an, dass den Lokalen die Genehmigung für die Außengastronomie nach Anwohnerbeschwerden entzogen werden dürfe. Nach Auslauf der Corona-Regelungen sollten Zelte, Überdachungen und Heizpilze in den Biergärten nicht mehr gestattet werden.

Das ging den anderen Fraktionen zu weit. Statt pauschalen Regeln müsse jeder Fall einzeln betrachtet werden, sagte Rüdiger Koch (SPD). „Die Leute können auch mal Spaß haben“, lehnte Marina Sedlo (FDP) eine einheitliche Sperrstunde ab. Auch brauchte die Gastronomie über die Pandemie hinaus Zeit, Geld verdienen zu können.

Frankfurt: Sommergarten statt Parkplätze am Café Franconofund

Dass soll auch das Café Franconofurd in der Eckenheimer Landstraße. Der Ortsbeirat sprach sich nach langer Diskussion mehrheitlich dafür aus, dass für das Lokal zwei Parkplätze zugunsten eines Sommergartens aufgegeben werden – das Amt für Straßenbau und Erschließung hätte das abgelehnt, sagte Antragsteller Koch. Um wirtschaftlich bestehen zu können, sei die Außengastronomie nötig.

Die Grünen gaben zu bedenken, dass die Eckenheimer eine Durchgangsstraße sei und alle anderen Lokale Sommergärten auf dem Bürgersteig hätten; „das passt da nicht hin“, sagte Gabriele Trah. Auch fehle dort Grün. Claudia Ehrhardt lehnte die Vorlage ab. Prinzipiell habe sie nichts gegen Sommergärten auf Parkplätzen. Doch gebe es immer mehr, und da Lokale einen höheren Umsatz als Einzelhändler:innen erzielen könnten, verdrängten sie Geschäfte, worunter die Vielfalt leide.

Dass Café sollte wie jedes andere Lokal eine Terrasse haben, begrüßte Freidemokratin Sedlo den Antrag. Ein weiterer Sommergarten trage dazu bei, dass sich Menschen treffen könnten, sagte Manfred Zieran (Ökolinx). (Boris Schlepper)

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