Planungsdezernent Mike Josef (SPD, links), Projektleiter Jens Kutzke (Mitte) und Vermessungsingenieur Mario Haupt stehen auf der Autobahnbrücke über die A661 zwischen Bornheim und Seckbach.
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Planungsdezernent Mike Josef (SPD, links), Projektleiter Jens Kutzke (Mitte) und Vermessungsingenieur Mario Haupt stehen auf der Autobahnbrücke über die A661 in Frankfurt zwischen Bornheim und Seckbach.

Nordosten von Frankfurt

Gigantisches Projekt A661-Deckel startet: Riesiger Park und 5000 Wohnungen geplant

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    vonDennis Pfeiffer-Goldmann
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In Frankfurt startet ein gigantisches Infrastruktur-Vorhaben: Ein grüner Deckel über die A661 soll Bornheim, Nordend und Seckbach mit einer 80 Hektar großen Parklandschaft verknüpfen. Bis alles fertig ist, dauert es aber noch.

Frankfurt – Kleine, weiße Markierungen am Rand der Autobahn sind die ersten Anzeichen, die von Großem künden. Vor allem nachts, wenn weniger Verkehr rollt, sind Mario Haupt und seine Kollegen von Glückauf Vermessung aus Sondershausen unterwegs. Zwischen der Anschlussstelle Friedberger Landstraße und der Seckbacher Galerie vermessen sie die A661 und die Nachbarflächen. Entstehen wird ein 3D-Abbild, das Planer anschließend am Computer für die exakte Planung nutzen können.

Auf knapp 1,1 Kilometern will die Stadt die Autobahn überdeckeln und sich das 258 Millionen Euro kosten lassen. Im April 2019 gaben die Stadtverordneten grünes Licht dafür. "Eine riesige Chance für die Stadtentwicklung" sei das, betont Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Mit den seit Dezember und bis April laufenden Vermessungsarbeiten werde das Vorhaben erstmals konkret sichtbar. "Eines der größten Grün-Infrastrukturprojekte bundesweit."

„Grünes Band“ von Frankfurter Innenstadt zu Stadtrand

Auf dem Autobahndeckel soll ein fünf Hektar großer Park entstehen. Er ermöglicht eine 80 Hektar große, durchgehende Parklandschaft: Vom Günthersburgpark über Wasserpark und Huthpark bis auf den Berger Rücken entsteht ein "Grünes Band" aus der Innenstadt zum Stadtrand. Das werde für alle Menschen aus umliegenden Stadtteilen nutzbar sein, sagt Josef. Auch könnten damit die Stadtteile zusammenwachsen, nachdem sie seit 1995 von der Autobahn getrennt werden. Eine "städtebauliche Sünde" sei die innerstädtische Autobahn gewesen, findet der Dezernent.

Am Rand des Parks will die Stadt neue Wohnquartiere als Erweiterung der Stadtteile bauen, nennt alles zusammen Ernst-May-Viertel. Da die Häuser näher an die Einhausung als an eine Autobahn heranrücken könnten, könnten auch mehr Wohnungen entstehen als ohne Deckel, betont der Dezernent. Insgesamt sollen 5000 Wohnungen entstehen.

Plan für A661-Deckel in Frankfurt muss erstellt werden

Mit den Vermessungsdaten wird die Bundes-Autobahnbaugesellschaft Deges, die die Stadt beauftragt, bis 2024 von Fachleuten eine Entwurfsplanung für den A661-Deckel erstellen. Dann müssen die Stadtverordneten erneut Ja sagen - und zwar schnell. Der Zeitplan sei eng, betont Deges-Projektleiter Jens Kutzke.

Damit die Stadt Kosten spart, soll der Deckel zusammen mit dem A661-Endausbau entstehen. Der Ausbau muss bis 2028/29 fertig sein, wenn A66-Lückenschluss und Riederwaldtunnel fertig werden. Die A66 wird einen Kilometer weiter südlich an die A661 angeschlossen - und das ist rechtlich nur möglich, wenn die A661 bis dahin final ausgebaut ist.

Auf der A661 muss dafür noch die westliche Richtungsfahrbahn entstehen. 1995 war nur die östliche Fahrbahn gebaut worden. Die A661 wird künftig je Richtung zwei Fahrstreifen und einen Verflechtungsstreifen haben - so wie zwischen Preungesheimer Dreieck und Eckenheim.

Wichtigster Termin für den A661-Deckel in Frankfurt ist erst 2024

Für den schon genehmigten Endausbau läuft aktuell ein Änderungsverfahren: Stadt, Land und Bund wollen die Autobahn weniger massiv ausbauen als bewilligt. So wird das Autobahndreieck Seckbach nicht gebaut und muss aus der Genehmigung getilgt werden. Es hätte den Anschluss zu Alleenspange und Alleentunnel der A66 bilden sollen. Deren Baugenehmigung von 1980 hatte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) 2015 aufgehoben.

Wichtigster Termin ist nun Ende 2024: Bis dahin müssen die Stadtverordneten für die Entwurfsplanung für den Autobahndeckel Ja sagen. Dann können anschließend die Projekte Deckel und A661-Endausbau zusammengeführt werden. Und Ende der Zwanzigerjahre können auch die Stadtteile wieder zusammenkommen. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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