Abgasmesssystem in Frankfurt am Main
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Abgasmesssystem in Frankfurt am Main

Luftqualität verbessern

Frankfurt testet Abgasmessung per Lichtstrahl: Erfassung von Kennzeichen per Video

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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In Frankfurt startet im August der zweite Teil eines Pilotprojektes, das Emissionen im Stadtverkehr messen soll.

  • Frankfurter Verkehr: In Frankfurt startet der zweite Teil von Abgasmessungen.
  • Ein neues Verfahren soll Emissionen in Frankfurt messen.
  • Bei den Abgasmessungen werden auch Kennzeichen per Video erfasst.

Frankfurt - Die Stadt Frankfurt hat sich dazu bereit erklärt, als Pilotstadt Messungen von Emissionen in der Innenstadt durchführen zu lassen. Die Untersuchung ist Teil eines Projektes des Umweltbundesamtes. Es handelt sich nach ersten Untersuchungen im Februar diesen Jahres bereits um den zweiten Teil des Projektes. Die ersten Abgasmessungen wurden ab dem 19. Februar 2020 für rund 20 Tage in der Friedberger Landstraße durchgeführt.

Frankfurt: Neues Messverfahren erfasst Emissionen in Frankfurt

Ab Samstag, den 15. August, bis voraussichtlich Ende September 2020, werden nun erneut sogenannte auf Licht gestützte Abgasmessungen durchgeführt. Betroffen sind verschiedene Standorte im Frankfurter Stadtgebiet, unter anderem sollen die Abgasmessungen in der Eschersheimer Landstraße, zwischen Hügelstraße und Am Weißen Stein, in der Friedberger Landstraße, zwischen Hallgartenstraße und Rat-Beil-Straße, in der Gotenstraße, zwischen Gerlachstraße und Paul-Schwerin-Straße, in der Hamburger Allee sowie in der Voltastraße stattfinden.

Das Projekt steht nicht im Zusammenhang mit dem Frankfurter Luftreinhalteplan und der Diskussion zu Dieselfahrverboten. Mit den Abgasmessungen sollen neben dem Test unterschiedlicher Messsysteme die realen Emissionen von Fahrzeugen erfasst werden. Ziel des Projektes ist es, die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen verschiedener Messinstrumente zur Messung von Emissionen von Kraftfahrzeugen zu testen. Auf Grundlage der Ergebnisse soll langfristig die Luftqualität in der Stadt verbessert werden.

Messverfahren in Frankfurt führt auch videobasierte Kennzeichenerfassung durch

Allerdings werden bei den Untersuchungen auch Fahrzeugkennzeichen erfasst. Nach Angaben der Stadt Frankfurt handelt es sich um eine automatisierte Erfassung des Kennzeichens, die videobasiert ist. Anhand der Kennzeichen werden technische Merkmale von Fahrzeugen wie u.a. das Jahr der Erstzulassung, die Motorleistung und Ausrüstung mit Partikelfilter (soweit Angaben vorhanden) für die Berechnung des Schadstoffausstoßes beim Kraftfahrt-Bundesamt abgefragt.

Die Daten an das Kraftfahrt-Bundesamtes sollen ohne Bezug zum Kennzeichen übermittelt werden. „Aus den Daten zur Fahrzeugtechnik lassen sich somit keine Einzelfahrzeuge und damit auch keine personenbezogenen Daten identifizieren.“, heißt es in der Datenschutzerklärung des Projektes. Nach Übermittlung der Kennzeichen an das Kraftfahrt-Bundesamt sollen die Kennzeichen zudem gelöscht werden.

Abgasmessungen in Frankfurt: Automatisierte Auswertung der Kennzeichen datenschutzkonform

Nur so könne der Motortyp (Otto- oder Dieselmotor) und der Abgasstandard des Fahrzeuges ermittelt werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Frankfurt. Die automatisierte Auswertung der Kennzeichen erfolge unter Berücksichtigung der EU-Datenschutzgrundverordnung und des Hessischen Datenschutz- und Informationsfreiheitsgesetzes. Die Untersuchungen seien zudem mit dem Datenschutzbeauftragten der Stadt Frankfurt abgestimmt.

Laut der Stadt Frankfurt registriere das Videosystem ausschließlich das Kennzeichen, aber keine Bilder des Fahrzeugs oder der Insassen. Die Daten würden der Zulassungsbehörde ohne Ortsangaben mitgeteilt und es erfolge auch keine Abfrage der Halterdaten. Die Kennzeichenerhebung diene somit ausdrücklich nicht der Ahndung von Verkehrsverstößen, sondern ausschließlich der Abgasmessung, so die Stadt weiter.

Abgasmessungen: Frankfurt wird Pilotstadt für Messung zur Verbesserung der Luftqualität

Bei den neuen Tests soll ein Lichtstrahl von der Seite (horizontal) auf die Abgaswolke des vorbeifahrenden Fahrzeugs gerichtet und von einem auf der gegenüberliegenden Fahrseite angebrachten Reflektor reflektiert werden. Laut Projektbeschreibung liegt der Mess-Lichtstrahl im Bereich des infraroten und ultravioletten Lichts und ist daher nicht sichtbar.

Es soll sich um eine berührungslose Messung („Remote Sensing Detection“) ohne weitere Eingriffe handeln. Neben der Konzentration von Stickoxiden im Abgas soll auch der Ausstoß von Kohlendioxid und die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen werden. So sollen die Daten in Abhängigkeit vom Energiebedarf in der konkreten Fahrsituation besser bewerten werden können. (ffm/df) Auf diesen Straßen in Frankfurt ist die Luft zu schlecht. Energiewende: Stadt Frankfurt startet neue Kampagne zum Klimaschutz.

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