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Der Sprung ins kühle Nass, wie hier im Stadionbad, ist bei der Hitze besonders beliebt.

Heiße Temperaturen

Abkühlung: An diesen Orten in Frankfurt ist es bei der Hitze auszuhalten 

Bäderbetriebe verzeichnen bis zu 20 000 Besucher täglich. Bei der derzeitigen Hitzewelle sind kühle Orte gefragt. Wir haben uns in der Innenstadt auf die Suche begeben.

Frankfurt - Gelbe, schwarze, pinkfarbene Regenschirme halten Frauen wie Männer hoch, als sie über den Römerberg laufen. Ein bisschen sehen sie aus wie auf der Flucht. Auf der Flucht vor der Sonne. Die Schirme sind bei der Knallhitze am Mittag schon längst nicht mehr nur bei asiatischen Touristen als Must-have-Accessoire zu sehen. Sie dienen als Schutz gegen Sonnenstich und frühzeitige Falten, vor allem wenn man seine Kopfbedeckung blöderweise zu Hause liegengelassen hat. Aber es gibt auch zum Glück ein paar kühlende Zufluchtsorte in der Stadt. Ja, sogar auf dem schattenfreien Römerberg.

Die Alte Nikolaikirche ist da sehr beliebt. "Wir haben sie zufällig entdeckt, als wir einen kühlen Ort gesucht haben", erzählt Adele Hofmann. Neben ihr auf der Kirchenbank sitzt Brigitte Stadler. Beide sind Teil vom Landfrauenverein Niedermittlau aus Hasselroth. "Wir machen heute einen Tagesausflug in Frankfurt, eben hatten wir eine Altstadtführung, und schon da haben wir uns immer den Schatten entlang bewegt", sagt Stadler. Und weil sie noch ein paar Minuten Zeit haben, bis es zur Schifffahrt auf den Main geht, entspannen sie eben in der kleinen Kirche. "Die Kirche ist ein kühler wie ruhiger Ort für eine Hitzepause", sagt Hofmann. Aber ruhig ist es nicht wirklich, einige Besucher unterhalten sich leise miteinander, andere posieren für Fotos vor dem Altar. "Noch ist es kühl in der Alten Nikolaikirche", sagt Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers. Denn die Sandsteinmauern hätten die Eigenschaft, Kälte für einige Zeit zu speichern. "Aber wenn die Hitze anhält, wird auch hier die Wärme gespeichert", sagt sie. Von 10 bis 20 Uhr habe die Kirche täglich geöffnet. "Und ja, an heißen Tagen kommen viele Besucher, um einfach aus der Sonne zu sein." Dass diese dann nur zum Abkühlen statt zum Beten kommen, findet sie nicht schlimm. "Ganz im Gegenteil - und wer weiß, was für Erfahrungen die Menschen dann hier beim Abkühlen machen. Vielleicht wirkt der Heilige Geist doch auf sie", sagt sie und lacht.

Hitze: Abkühlung durch Klimaanlagen

Läuft man dann auf die Zeil, beginnt der Schweiß zu laufen. "Ich gehe immer von einem Laden mit Klimaanlage zum nächsten. Dann ist auch das Shoppen erträglich", sagt die 21-jährige Sandra aus Hanau. Sie sitzt auf einem der roten Sitzkissen, die unter der Rolltreppe im Bekleidungsgeschäft Bershka stehen. Eine Modeoase für junge Frauen in MyZeil. Auf den Stangen hängen bauchfreie Spitzentops, die man zu knappen Shorts kombinieren kann. "Ich suche noch was für meinen Türkeiurlaub. Normalerweise gehe ich bei diesen Temperaturen lieber an den See oder ins Freibad."

Und da ist wenige Tage vor den Sommerferien einiges los. "Am Sonntag hatten wir in unseren sieben Freibädern 23 000 Besucher", sagt Ajsela Jukovic, Sachbearbeiterin bei den Bäderbetrieben Frankfurt. Für den gestrigen Mittwoch rechneten sie mit 20 000 Besuchern. "Klar sind bei diesen Temperaturen die Freibäder eine Riesenanlaufstelle. Außer den Parks und dem Mainufer gibt es in der Stadt wenig Optionen gerade für Familien", sagt Boris Zielinski, Geschäftsführer der Bäderbetriebe. "Die aktuelle Wassertemperatur beträgt so zwischen angenehmen 22 und 24 Grad, da gibt es bei den Bädern bei der Hitze keinen großen Temperaturunterschied", betont er. Und weil es eben auch in den nächsten Tagen so heiß in der Stadt wird, wollen sie auch für die Besucher länger öffnen. "Bis mindestens Freitag hat das Brentanobad in Rödelheim eine Stunde länger auf. Also bis 21 Uhr." Auch andere Freibäder sollen länger aufbleiben, aber das müssten sie je nach Personallage entscheiden. Alle sieben werden es aber nicht sein. "Wir müssen auch auf unsere Mitarbeiter achten. Denn die Schichten an so heißen Tagen mit so vielen Besuchern sind für sie sehr anstrengend", betont Zielinski.

Abkühlung bei Hitze: Armbäder helfen

Dirk Mommertz, Zweiter Vorsitzender des Kneipp-Vereins Frankfurt, empfiehlt derweil zum Abkühlen Wassertreten und Armbäder. "Das bringt die Körpertemperatur runter und regt den Blutkreislauf an, so dass man frisch und fit bleibt." Möglich sei das im Kneipp-Becken im Riedbad in Enkheim. Aber auch zu Hause könne man ein Armbad machen. "Einfach kaltes Wasser ins Waschbecken füllen und den Ellenbogen 30 Sekunden reinhalten."

Ansonsten kann man auch ins Kino gehen. "Das Erste, was die Leute bei dem heißen Wetter fragen, bevor sie das Ticket kaufen, ist: 'Sind die Räume gekühlt?'", erzählt Rainer Koch, Angestellter bei den E-Kinos an der Hauptwache. Sind sie. Derweil sitzt Katja Bayoudia mit ihrem Mann unter einem Baum am Mainufer. "In meinem klimatisierten Büro ist es kalt, da nutze ich die Mittagspause, um mich aufzuwärmen."

INFO

Das Gesundheitsamt hat Tipps zur Hitze zusammengestellt.

Ausreichend trinken und dabei auch auf eine ausreichende Mineralienzufuhr achten. Das heißt: statt natriumarmer Wässer sollte auf mineralreiche Wässer umgestellt werden. Auch durch salziges Knabbergebäck kann der erhöhte Kochsalzbedarf sichergestellt werden.

Körperliche Anstrengung während extremer Hitze und Aufenthalt in der Sonne vermeiden.

Wohnungen durch Abdunkelung der Fenster möglichst kühl halten, in den frühen Morgenstunden und in den Abendstunden lüften. ffm

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