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Bewohner des Brückenviertels in Frankfurt-Sachsenhausen ärgern sich über Lärm, Müll und Urin.

Sachsenhausen

Lärm und Müll - Randale in Frankfurter Szeneviertel

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Bewohner des Brückenviertels in Frankfurt ärgern sich über Lärm, Müll und Urin. All das hinterlassen Gäste der Kneipen in Alt-Sachsenhausen auf ihrem Heimweg im Quartier.

Frankfurt - Die Anwohner im Brückenviertel sind genervt von den Feiernden aus Alt-Sachsenhausen. Viele ziehen nachts durch das angrenzende Quartier und machen Lärm, urinieren und lassen Müll zurück, erzählt eine Anwohnerin in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 5. Oft beobachte sie Schlägereien, sogar mit Glasflaschen. 

Frankfurt: Anwohner in Sachsenhausen ärgern sich über Lärm und Müll

Sie wohne seit 20 Jahren im Viertel und habe das Gefühl, dass es in letzter Zeit immer schlimmer geworden sei. Die Elisabethenstraße sei gerade erst renoviert worden und sehe schon wieder wüst aus. Wenn sie die Polizei riefen, hieße es nur, sie sei überlastet. Auch das Ordnungsamt reagiere nicht. Zudem findet sie, dass öfter gereinigt werden sollte. „Es muss dringend etwas passieren.“ Vielleicht könnte eine Sperrstunde helfen.

Das Problem ist bekannt, sagt Uwe Schulz (FDP). „Hier gibt es ein Vollzugsdefizit.“ Das Ordnungsamt sei nachts nicht so präsent, wie es sein sollte. Auch dessen Task-Force (Sicherheitstelefon) sei personell unterbesetzt. Eine Sperrstunde würde nichts ändern, glaubt er. Und eine Stadt brauche ein Vergnügungsviertel.

Man werde der Sache nachgehen, sagt die stellvertretende Ortsvorsteherin Cornelia Zippel (Grüne). Möglicherweise könnte man einen Runden Tisch organisieren, sagt Knut Dörfel (Linke). Denn dort gebe es ja immer wieder Probleme.

Frankfurt: Partygäste in Sachsenhausen hinterlassen Müll und Urin

Lorenzo Bizzi, Vorsitzender des Gewerbevereins Brückenviertel, betreibt an der Wallstraße einen Eisladen. Ladenbesitzer seien noch nicht auf ihn zugekommen. Ihm fällt vor allem auf, dass die Zahl der Junggesellenabschiede extrem zugenommen habe. Die Gruppen zögen dann durch die Brücken- und Wallstraße nach Alt-Sachsenhausen und angetrunken wieder zurück.

Pflanzen vor seinem Laden wurden schon ausgerissen und auch bepinkelt. Er selbst wohne allerdings nicht im Viertel, sei also nachts nicht vor Ort. Aber er könne verstehen, wenn sich Anwohner ärgern.

Einer von ihnen regt sich über Scherben auf, die auf der Alten Brücke nach dem Wochenende zurückblieben. So, dass er immer mit seinem Rad auf die Fahrbahn ausweichen müsse. „Das muss angepackt werden.“ Auch andere Sachsenhäuser regen sich über Lärm, Dreck und Vandalismus auf. Überall dort, wo sich junge Leute aufhalten, sagt ein Anwohner. Und bringt einmal mehr den Rewe am Adlhochplatz ins Gespräch, bei dem sich Jugendliche mit Alkohol eindeckten und lärmten.

Frankfurt: Schaut die Stadt in Sachsenhausen weg?

Thomas Murawski weist darauf hin, dass das Jugend- und Sozialamt und Jugendzentrum um die Ecke geschlossen wurden. „Wo sollen die Jugendlichen hin?“ Man brauche ein übergreifendes interdisziplinäres Konzept. Reinhard Klapproth (Grüne) regt an, in Sachsenhausen einen Regionalrat zu gründen, um solchen Auswüchsen zu begegnen. Den gebe es etwa in Oberrad und Niederrad.

Die eingangs erwähnte Anwohnerin glaubt nicht, dass der Regionalrat weiterhelfen kann. Sie habe den Eindruck, die Stadt schaue einfach weg. Das sei sehr enttäuschend.

Ein Mitglied aus dem Regionalrat Oberrad möchte für das Bündnis eine Lanze brechen. Kompetente Leute könnten so Entscheidungen weitertragen. Durch praktisches Handeln habe man Probleme in Oberrad reduzieren und bewältigen können.

Von Judith Köneke

Lärm und Müll sind nicht das Einzige, über das sich die Bewohner von Sachsenhausen in Frankfurt ärgern. Auch die Mainkai-Sperrung bringt sie auf die Palme. Außerdem will Alt-Sachsenhausen in Frankfurt weg von seinem Ballermann-Image. Denn viele Menschen machen einen Bogen um das Partyviertel.

Vor Kurzem haben freiwillige Helfer in Frankfurt am Mainufer vier Tonnen Müll gesammelt.

Anwohner im Norden des Stadtteils Fechenheim in Frankfurt klagen über nächtlichen Lärm in der Kiosk-Kneipe "Birsteiner Stubb". Kioskpächter Baist findet das übertrieben. Er unternehme bereits viel gegen Ruhestörer.

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