„Koalakollektiv“ aus Frankfurt

Protest für Klimaschutz: Aktivisten entzünden Erdkugel vor EZB

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
    schließen

Aktivisten haben vor der EZB in Frankfurt eine Erdkugel entzündet. Damit wollen sie für Klimaschutz und eine „Chance auf ein gutes Leben“ für alle Menschen protestieren.

  • Aktivisten vom „Koalakollektiv“ protestieren vor der EZB in Frankfurt.
  • Grund ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
  • Als Zeichen des Protests wurde eine Weltkugel vor der EZB-Zentrale entzündet.

Frankfurt – Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) schadet dem Klima. Davon sind die Aktivisten der Klimagerechtigkeitsbewegung „Koalakollektiv“ überzeugt. Dagegen haben sie mit einer brennenden Erdkugel vor der Bank in Frankfurt protestiert. Mit der Weltkugel sollte die sich erwärmende Atmosphäre symbolisiert werden. Außerdem entrollten die Aktivisten ein Transparent mit der Aufschrift „ECB, stop heating up the climate crisis“ (engl. für „EZB, hör auf die Klimakrise anzuheizen“). Der Protest soll den Auftakt für eine Kampagne mit dem Titel „ECBFossilfree“ (zu dt. „EZB fossilfrei“) bilden, mit der für eine EZB ohne Investitionen in fossile Brennstoffe geworben werden soll.

Kritik an der Geldpolitik der EZB durch „Koalakollektiv“

„Die Europäische Zentralbank (EZB) ist mit ihrer Geldpolitik und ihren Möglichkeiten zur Bankenregulierung ein riesiger Hebel, der die Klimakrise beeinflussen kann – in beide Richtungen“, schreiben die Aktivisten der Gruppe aus Frankfurt in einer Pressemitteilung. Besondere Kritik übt das „Koalakollektiv“ an der Tatsache, dass das Corona-Rettungspaket der EZB ohne Klimaauflagen ins Leben gerufen wurde.

Die Bank begründet das damit, dass mit den 1,35 Billionen Euro marktneutral Unternehmensanleihen angekauft werden sollen. Es soll also nicht mehr oder weniger für „klimaschädliche“ Unternehmen ausgegeben werden, als deren tatsächlicher Wert am Markt es widerspiegelt. Zu den auf diese Weise unterstützen Unternehmen zählen auch solche, die sich an der Förderung von Öl und Gas beteiligen und Fracking betreiben, beispielsweise Shell und Total.

„Koalakollektiv“ fordert aktiven Klimaschutz von EZB

Die Aktivisten des „Koalakollektiv“ fordern dagegen, dass sich die EZB als Institution der Europäischen Union (EU) an den Zielen des Pariser Klimaabkommens und der Europäischen Grundrechtecharta orientiert. Diese sieht vor, dass der Schutz von Umwelt und Klima „in die Politik der Union einbezogen und nach dem Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung sichergestellt werden“. Daraus leiten die Aktivisten eine Verpflichtung der EZB ab, aktiv zum Klimaschutz beizutragen.

Auch Kritik von Greenpeace an EZB

Bereits in der Vergangenheit hatte Greenpeace die Investitionen der EZB kritisiert. Die Umweltschutzorganisation sprach davon, dass die Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank den Klimaschutz „torpedieren würden“.

Laut Polizei Frankfurt nahmen an der Aktion rund zehn Mitglieder des „Koalakollektiv“ teil. Zu Gewalt oder Festnahmen ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht gekommen. Erst im Juli hatten Aktivisten die Eingänge der EZB blockiert. (Marcel Richters)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion