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Millioneninvestition: Die Frankfurter Schulen sollen flächendeckend mit WLAN ausgestattet werden. Foto: DPA

Digitalisierung

Frankfurt: Alle Schulen bekommen WLAN

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Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat sich nach monatelangen Diskussionen geeinigt. Alle Schulen im Stadtgebiet sollen mit drahtlosem Internet ausgestattet werden. Den Hauptteil der Kosten in Höhe von 49,5 Millionen Euro übernimmt der Bund, die Stadt selbst steuert 6 Millionen Euro bei.

Frankfurt -Drahtlose Zugänge ins Internet, Laptops, Tablets und sonstige technische Geräte für alle Frankfurter Schulen, das hat der Magistrat der Stadt gestern beschlossen. Der Beschluss sieht eine Investition in Höhe von 49,5 Millionen Euro vor. Ein Großteil davon soll aus dem Digitalpakt von Bund und Land kommen. Sechs Millionen Euro steuert die Stadt selbst dazu.

Der Digitalpakt ist ein Förderprogramm des Bundes und der Länder für den Ausbau der digitalen Bildungsstruktur. Er hat eine Laufzeit bis 2024. Bis dahin sollen in Frankfurt alle 167 Schulen in Trägerschaft der Stadt mit WLAN und neuen mobilen Endgeräten versorgt sein. Pro Jahr sollen etwa 30 Schulen ausgestattet werden.

"Ein Signal des Aufbruchs"

"Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung der Schulen nun sofort angegangen werden muss. Aber es geht nicht nur um Soforthilfen in der Krise, sondern auch um den langfristigen und strukturierten Ausbau der digitalen Ressourcen", teilte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) gestern nach dem Beschluss ihrer Magistratskollegen mit. "Der heutige Beschluss ist ein Signal des Aufbruchs an die Schulen. Gerade in der aktuellen Corona-Krise ist das eine wichtige Botschaft an die Lehrkräfte, Eltern und Schüler. Wir wollen den digitalen Wandel an den Schulen unterstützen, wir investieren in die digitale Infrastruktur und wir stellen die Mittel und Geräte für eine zeitgemäße Pädagogik zur Verfügung."

Und das wird auch Zeit. Bereits im Januar des vergangenen Jahres hatte das Stadtparlament nach langem Hin und Her ein Pilotprojekt beschlossen. Der Beschluss sah vor, dass 14 Schulen von der Stadt mit WLAN ausgestattet werden, was bereits passiert ist, und 15 weitere Schulen sich von einem Privatanbieter versorgen lassen sollten, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Das soll nämlich nicht mit dem Hessischen Schulgesetz vereinbar sein. Gleichwohl hatte das Kultusministerium aber auch mitgeteilt, dass es durchaus möglich sei, wenn die Schulleiter sich einen Privatanbieter aussuchen, die Verträge aber von einem Dritten unterzeichnet würden. Die Koalition aus CDU, SPD und Grüne einigte sich auf einen Kompromiss. Dieser sah vor, dass der kommunale IT-Dienstleister Ekom21 die 15 verbleibenden Pilotschulen mit einem drahtlosen Zugang zum Internet ausstatten soll. Das ist bis heute ebenfalls nicht geschehen - und wird es auch nicht mehr.

Pilotprojekt ist beendet

"Das Modell, dass sich die Schulen über externe Dienstleister selbst mit WLAN ausstatten, wird nicht weiterverfolgt", teilte Weber mit, die von Anfang an kein Fan der privaten Anbieter war. "Die digitale Infrastruktur der Schulen auszubauen ist eine städtische Aufgabe und ich bin froh, dass es nun eine einheitliche und klare Regelung gibt."

Der Magistrat hat sich beim Ausbau der Infrastruktur für das städtische WLAN entschieden. Sprich: Der Zugang zum Internet ist geschlossen und ist nur mit einer Benutzererkennung möglich. Zudem ist es mit Jugendschutzeinstellungen versehen.

Die Schulen sollen in allen Klassenzimmern mit drahtlosem Internet ausgestattet werden. Zudem sollen sie zusätzliche mobile Endgeräte bekommen. Dafür sind 13 Millionen Euro vorgesehen. Weitere Mittel aus dem Digitalpakt in Höhe von 12 Millionen Euro fließen in die Präsentationstechnik wie Beamer und interaktive Whiteboards. Für die beruflichen Schulen sind zusätzlich acht Millionen Euro vorgesehen, um etwa Werkzeuge zur Unterstützung der berufsbezogenen Ausbildung zu unterstützen. Jetzt müssen nur noch die Stadtverordneten dem Magistratsbeschluss zustimmen. Dies soll in der nächsten Sitzung des Stadtparlaments Anfang Juni passieren. Danach soll die Ausstattung der Schulen mit WLAN sofort beginnen.

Julia Lorenz

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