Er ist mit seinem Elektro-Taxi, einem Tesla, nach wie vor ein Exot auf Frankfurts Straßen: Taxiunternehmer Frank Benner. Fotos: DPa
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Er ist mit seinem Elektro-Taxi, einem Tesla, nach wie vor ein Exot auf Frankfurts Straßen: Taxiunternehmer Frank Benner. Fotos: dpa

Wasserstofffahrzeuge

Ernüchternde Bilanz: Für alternative Antriebe im Verkehr fehlt etwas in Frankfurt

E-Autos auf Frankfurts Straßen gehören zwar nicht zum Alltag, es gibt sie aber immer häufiger. Aber was ist eigentlich mit Fahrzeugen, die mit Wasserstoff angetrieben werden? Auch sie wird es künftig häufiger in der Stadt geben.

  • Alternative Antriebe werden immer wichtiger
  • Infrastruktur für E- und Wasserstoffautos fehlt
  • Bilanz ist ernüchternd

Frankfurt- Alternativ. Dieses Wort trifft den Nerv der Zeit. Es ist anscheinend das neue Lieblingswort der Politik und Industrie, wenn es um Werbung für neue Produkte oder Wahlkampagnen geht, kommt aber auch aus den Kehlen von Umweltschützern und Klima-Aktivisten.

Aber was ist eigentlich mit alternativ fahren? Klar, E-Mobilität wird immer populärer, ob durch Werbung der großen Autokonzerne oder durch Aktionen von Städten oder Umweltorganisationen. Doch die harte Wahrheit auf Deutschlands Straßen sieht anders aus: Obwohl im Jahr 2019 rund 63.000 Stromer - ein Rekordwert - zugelassen wurden, sind das bei rund 47 Millionen Pkw nur 0,1 Prozent aller Fahrzeuge. In Frankfurt machen Wasserstofffahrzeuge ein halbes Prozent der zugelassenen Pkw aus.

Frankfurt: Bilanz für alternative Antriebe ist ernüchternd

Alles in allem aber ist die Bilanz ernüchternd. Doch warum sind es nicht mehr, wenn alle von der Null-Emission träumen? Die Antwort darauf kann man meistens mit einem Blick auf die Straßenränder und Bordsteine entdecken. Oder besser gesagt: nicht entdecken.

Denn was fehlt, ist vor allem eins, das lückenlose Schnell-Ladenetz in den Städten. Das Erschreckende: Frankfurt ist hier keine Ausnahme, sondern eher die Norm. Trotzdem gibt es Hoffnung: Zu den bereits im ÖPNV eingesetzten E-Bussen der städtischen Busgesellschafft ICB sollen von Dezember dieses Jahres an noch elf weitere auf den Linien 33 und 37 dazukommen.

Doch wie funktioniert diese Technologie eigentlich? Wer sich näher mit dem Antrieb eines Stromers befasst hat, der weiß: Ohne die Lithium-Ionen-Batterie im Inneren läuft nichts. Lithium ist eine natürliche Ressource, die auch als das "weiße Gold der Anden" bekannt ist. Mehr als 70 Prozent des weltweiten Vorkommens stammt aus Südamerika.

Lithium ist also ein richtiger Weltenbummler, was, zugegeben, nicht wirklich klimafreundlich ist. Außerdem beinhalten die Batterien viele weitere knappe Rohstoffe. Aber gibt es heute nicht noch andere, klimafreundliche Mobilitäts-Möglichmacher? Weitere Konzepte und Erfindungen? Wie wäre es zum Beispiel mit synthetisch hergestelltem Sprit oder Wasserstoff?

Frankfurt: Wasserstoffgewinnung ist ein simples Prinzip

Während man in der Forschung, aber vor allem in der Massenproduktion synthetischer Treibstoffe noch ganz am Anfang steht, ist man beim Thema Wasserstoff schon ein ganzes Stück weiter.

Das Prinzip zur Wasserstoffgewinnung ist recht simpel: Mittels Elektrolyse werden die molekularen Strukturen des Wassers in reinen Sauer- und Wasserstoff getrennt. Solange zur Elektrolyse also alternativ gewonnener Strom genutzt wird, ist dieses Verfahren klimaneutral.

In der Brennstoffzelle des Autos wird der Wasserstoff in Strom umgewandelt und treibt damit einen Elektromotor an. Es entstehen dabei aber keine schädlichen Treibhausgase, die in die Atmosphäre gelangen. Außerdem wird nicht nur Wasser zur Herstellung des klimafreundlichen Gases verwendet, es wird sogar mit Algen und Abfällen experimentiert. Doch wenn diese Technologie so voller Vorteile steckt, warum nutzt sie dann nicht längst schon jeder?

Frankfurt: Es fehlt die Infrastruktur für Wasserstoffautos

Das liegt vor allem am hohen Preis der Brennstoffzellenautos von zurzeit circa 70 000 Euro, aber auch an ihrer geringen Popularität. Doch wie bei den E-Autos fehlt es auch hier mit deutschlandweit knapp 100 Wasserstofftankstellen deutlich an Infrastruktur. Immerhin: Für Frankfurt gibt es Hoffnung: Die Stadt wurde vom Bundesverkehrsministerium zu einer von 13 "HyExpert"-Regionen gekürt.

Im Rahmen dieses Projektes erhält die Mainmetropole vom Bund Fördergelder in Höhe von 300 000 Euro für ihr Konzept "MH2Regio" zur Wasserstoffherstellung aus Siedlungsabfällen. Außerdem sollen noch 22 Wasserstoffbusse angeschafft werden, die von 2021 an im Linienverkehr eingesetzt werden. Die Busse mit dem besonderen Antrieb punkten vor allem, weil sie in Sachen Tankzeit und Reichweite mit einem normalen Benziner mithalten können und so ihre elektrisch betriebenen Kollegen locker abhängen.

Amelie Förster und Tabea Umlauf

Dieser Text ist Teil des „Projekt Junge Zeitung“, bei dem über 160 Jugendliche die Frankfurter Neue Presse organisieren.

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