Schülerinnen und Schüler sitzen in einer Realschule in Mainz mit Masken im Unterricht. In Frankfurt soll an den Weiterführenden ab Montag im Unterricht ebenfalls eine Maskenpflicht gelten.
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Schülerinnen und Schüler sitzen in einer Realschule in Mainz mit Masken im Unterricht. In Frankfurt soll an den Weiterführenden ab Montag im Unterricht ebenfalls eine Maskenpflicht gelten.

Corona-Maßnahmen

Ab Montag gilt die Maskenpflicht im Unterricht an Frankfurts Schulen

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Wegen steigender Corona-Fallzahlen müssen in weiterführenden Schulen ab nächster Woche Mund und Nase bedeckt werden.

Frankfurt am Main - Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen, verstärkte Kontrollen der Hygieneregeln, Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 250 Teilnehmern und mehr Personal für das Gesundheitsamt zur Nachverfolgung der Infektionsketten: Das sind die Maßnahmen der Stadt, um die rasant steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Frankfurt wieder in den Griff zu bekommen.

"In den vergangenen Wochen konnten wir etliche Lockerungen durchführen wie die Öffnung von Museen, Schwimmbädern und Restaurants. Diese Erfolge sind aber in Gefahr, daher müssen wir den Kampf gegen das Coronavirus verstärken", sagte gestern Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei einer Pressekonferenz zur Lage in der Stadt, an der auch Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) und Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) teilnahmen.

Seit Ende der vergangenen Woche sind in Frankfurt die Zahlen der Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 rasant angestiegen. Insgesamt wurden bis gestern 2333 Menschen positiv auf das Virus getestet. Innerhalb von einer Woche hatten sich 191 Menschen neu angesteckt. Das bedeutet: In Frankfurt liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen bei 25. Damit hat die Stadt die erste Warnstufe überschritten und Phase 2 des Eskalationskonzepts der hessischen Landesregierung erreicht. Die nächste Warnstufe gilt ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Um diese zu erreichen, müsste Frankfurt 286 Neuinfektionen binnen einer Woche verzeichnen.

Das will man verhindern. Deshalb gilt unter anderem ab Montag eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen - zumindest dort, wo der Abstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Begrenzt zunächst auf zwei Wochen.

Zudem werden öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 250 Teilnehmern vorerst nicht mehr genehmigt. Damit können allerdings die von Stadt und Clubbetreibern geplanten Sommergärten nicht wie ursprünglich konzipiert stattfinden. Angedacht waren Veranstaltungen im Freien, unter anderem an der Batschkapp, mit bis zu 1000 Gästen. "Das tut mir leid, aber wir können angesichts der steigenden Zahlen Party machen", sagte Gesundheitsdezernent Majer. "Ansonsten können wir alle Maßnahmen auch gleich bleiben lassen."

Majer machte keinen Hehl daraus, dass ihn "die Sorglosigkeit einiger" ärgere. "Das kleine Stück Stoff über Mund und Nase tut nicht weh und ist der Preis dafür, dass die Wirtschaft nicht zugrunde geht und Kinder wieder in die Schule und Kita gehen können."

Als einen Grund des Anstiegs der Fallzahlen sieht Antoni Walczok vom Gesundheitsamt die Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Aber nicht nur. Viele Frankfurter, die sich neu infizieren, seien zwischen 20 und 25 Jahre alt. "Das deutet daraufhin, dass sich die jungen Menschen vermehrt nicht mehr an die Regeln halten wollen und lieber fröhlich feiern", so Walczok.

Derzeit gibt es in Frankfurt noch 292 "aktive" Fälle. In häuslicher Quarantäne befinden sich 446 Kontaktpersonen. In den vergangenen vier Wochen wurden 187 Urlaubsrückkehrer positiv auf das Coronavirus getestet. 69 Menschen sind gestorben.

"Wir rechnen damit, dass die Infektionszahlen noch weiter ansteigen", sagte Walczok. Wie schnell und in welchem Ausmaß, das lasse sich aber nicht prognostizieren.

Ordnungsdezernent Frank kündigte verstärkte Kontrollen zur Einhaltung der Hygienevorschriften an. "Wir wollen doch alle die Zusammenkünfte im Freien nicht aufs Spiel setzen", sagt Frank und appellierte daran, Abstand zu halten und Masken zu tragen. "Die nächsten Tage werden zeigen, ob unsere Maßnahmen erfolgreich sind, ansonsten müssen wir drastischer durchgreifen." Von Julia Lorenz

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