Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
+
Am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt hat es eine Auseinandersetzung gegeben. Der Direktor des Museums wurde geschlagen.

Auseinandersetzung mit Aktivisten

Angriff auf Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
    schließen

Der Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt ist Ziel eines tätlichen Angriffs geworden. Anlass war offenbar eine Podiumsdiskussion.

  • Der Direktor des Deutschen Architekturmuseums wurde Opfer eines tätlichen Angriffs.
  • Auch ein Mitarbeiter des Museums in Frankfurt soll verletzt worden sein.
  • Der Täter soll Teil der „Aktionsgemeinschaft Frankfurter Schauspielhaus“ sein.

Frankfurt – Es waren wohl turbulente Szenen, die sich am Dienstagabend (08.12.2020) in Frankfurt am Deutschen Architekturmuseum zugetragen haben. Fest steht: Der Direktor des Museums, Peter Cachola Schmal, und ein Mitarbeiter wurden angegriffen. Davon gibt es eine Filmaufnahme und einen Zeugen. Ein Mitglied der „Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt“ soll verantwortlich sein. Die „Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurtsetzt sich für den historischen Wiederaufbau des Schauspielhauses ein.

Gegenüber fnp.de gibt Schmal an, dass der Auslöser für den Vorfall eine geplante virtuelle Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft des Schauspielhauses“ mit Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig war. Das Mitglied der Aktionsgemeinschaft habe gefordert, an der Diskussion teilzunehmen.

Direktor des Deutschen Architekturmuseums stellt Strafantrag bei Polizei Frankfurt

Bei der Veranstaltung im Museum allerdings sei „es um etwas ganz anderes“ gegangen, wie Schmal betont. Als dem Aktivisten die Teilnehmer verwehrt wurde, sei es zuerst zu einer Auseinandersetzung mit einem Mitarbeiter des Deutschen Architekturmuseums gekommen. Der Mann soll im Zuge dessen gebissen worden sein und habe einen entsprechenden Strafantrag gestellt, so Schmal.

Er selbst sei erst später hinzugerufen worden und habe dann das Mitglied der Aktionsgemeinschaft des Hauses verwiesen. Daraufhin habe ihm dieser seine Maske vom Gesicht gerissen und ihn geohrfeigt. Ein scheinbar von dem Aktivisten engagierter Kameramann filmte den Vorfall. Schmal geht davon aus, dass es sich um eine geplante Aktion handelte, um die Kritik der „Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt“ gegenüber Kulturdezernentin Hartwig deutlich zu machen. Auf der Facebook-Seite des DAM wurden weitere Bilder des Vorfalls und der Beteiligten sowie deren Namen veröffentlicht. In den sozialen Netzwerken wird der Vorfall ausgiebig diskutiert, der Post des DAM bereits nach wenigen Stunden dutzende Mal geteilt. Der FDP-Lokalpolitiker Thorsten Sinnig schrieb von einem „nicht hinnehmbaren Angriff“.

„Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt“ nimmt Stellung zu Angriff am Deutschen Architekturmuseum

Auf ihrer Facebook-Seite schreibt die Aktionsgemeinschaft am Montag (07.12.2020) zu der geplanten Podiumsdiskussion von einer „unglaubliche Intrige“ der Stadt Frankfurt gegen das Bürgerbegehren „Rettet das Schauspielhaus“. Kritisiert wird, dass die Aktionsgemeinschaft nicht eingeladen wurde. Weiter heißt es: „Auch kein Wort über den historischen Wiederaufbau! Die Bürgerfragen werden bei dieser virtuellen Veranstaltung per E-Mail entgegengenommen und schön vorsortiert. Alles mit Steuergeldern: Gelenkte Demokratie!“

Die Aktionsgemeinschaft veröffentlichte am Mittwoch eine Stellungnahme zu dem Vorfall am Deutschen Architekturmuseum. Darin hieß es, der Betreffende sei gebeten worden, sein Amt ruhen zu lassen und dass eine „baldige Vorstandssitzung“ den Fall thematisieren werde. Zu den Aufnahmen des tätlichen Angriffs wolle man sich nicht äußern, sondern Ermittlungen abwarten. Gleichzeitig schreiben die Verantwortlichen, dass „viel Unmut und Frustration“ an sie herangetragen werde.

Außerdem stelle Kulturdezernentin Ina Hartwig das „demokratisch verbriefte Recht“ eines Bürgerbegehrens gemäß Paragraf 8b der Hessischen Gemeindeordnung „offen in Zweifel“. Weiter schreiben die Verantwortlichen der „Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt“: „Diese Radikalisierung seitens der SPD-Dezernentin verschärft die Fronten unnötig und vergiftet die Debatte.“ Dennoch sei jegliche „strukturelle sowie körperliche Gewalt strikt abzulehnen“.

Zeuge bestätigt Angriff vor dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt

Als Zeuge anwesend war auch Hans-Georg Oeter von der Partei „Bürger für Frankfurt“ (BFF). Dieser bestätigte gegenüber der fnp.de den Vorfall. Er sei zufällig am Deutschen Architekturmuseum vorbeigekommen, als er die Auseinandersetzung bemerkt habe. Den Vorwurf des DAM-Direktors Schmal, an der Aktion beteiligt gewesen zu sein, weist er von sich: „Das ist falsch. Ich kenne [den Aktivisten] auch nur oberflächlich.“ Er sei nicht über die Veranstaltung informiert gewesen. Dass das Mitglied der Aktionsgemeinschaft Frankfurter Schauspielhaus den Direktor des Museums geschlagen habe, kann Oeter ebenfalls bezeugen.

Ein Sprecher der Polizei Frankfurt bestätigte den Vorfall. Demnach wurden am Dienstagabend Anzeigen aufgenommen. Nähere Angaben konnte der Polizeisprecher aus Datenschutzgründen nicht machen. (Marcel Richters)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare