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Frankfurt feiert Apfelwein-Festival auf dem Roßmarkt

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Von: Alina Schröder

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Christoffer Adler zeigt beim Apfelpressen Muskeln. © Thomas J. Schmidt

In Frankfurt hat das Apfelwein-Festival eröffnet. Noch bis zum 21. August dreht sich auf dem Roßmarkt alles um die hessische Spezialität.

Frankfurt - Auf dem Roßmarkt treffen sie sich wieder, die Zecher und Genießer. Das "Apfelwein-Festival" bietet alles rund um die Spezialität. Bis zum 21. August können die Frankfurter das Fest besuchen. Freitags und samstags schließt es um Mitternacht, an den anderen Tagen jeweils um 23 Uhr.

„Ebbelwei ist das Frankfurter Wasser“, sagt Stefanie Zülch, Sprecherin der Kelterei Heil und am Samstag Leiterin der Heil-Gastronomie beim Apfelwein-Festival. „Die Frankfurter sind froh, dass sie wieder herkommen können.“ Zwei Jahre lang war das Fest coronabedingt ausgefallen, jetzt wird wieder gefeiert.

Frankfurt: Auf dem Apfelwein-Festival gibt‘s auch Erdbeer-Äppler und Weine aus der Region

Vera Roie, die an der Fass-Schenke eingießt, verkauft unter anderem Erdbeer-Äppler, "aber auch Weine aus der Region", wie sie betont. Sie bedauert etwas das Wetter: "Es war am Samstag tagsüber zu heiß. Da sind nur wenige Leute auf den Roßmarkt gekommen." Erst gegen Abend füllte es sich. Zu einer ähnlichen Einschätzung kam am Samstag Remy, die am Flammkuchen-Stand von Ries verkaufte. "2019 war es besser." Doch Stefanie Zülch in ihrem, wie ein "Geripptes" gestalteten Apfelwein-Stand, will dies nicht gelten lassen. "Ich bin seit 10 Uhr hier. Es waren auch gegen 11, 12 Uhr schon Besucher hier."

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Tobias und Sophia wollen einen ganzen Bembel leeren. © Thomas J. Schmidt

Gegen Abend wurde es dann wirklich voll. Vor der Bühne tanzten die ersten Besucher, noch etwas mutig, auf der Bühne rockten "The Funhouse". Da hielt es Sophia (25) kaum noch bei ihrem Glas. "Ich habe schon die ganze Zeit auf die Musik gewartet", sagte sie. Eben noch war sie mit einem Bembel voll Stöffche zu ihren Freunden gekommen, ihr Freund Tobias (26) begleitete sie mit einem Stapel Gläser. "Wir sind zum ersten Mal beim Apfelwein-Festival", sagte Sophia, "obwohl ich Frankfurterin bin." Es gefiel ihnen sehr gut. "Wir kommen nächstes Jahr wieder", sagt sie, Tobias findet gut, was die Standbetreiber bedauern: "Es ist nicht so voll."

Apfelwein-Festival: Seit zehn Jahren auf dem Frankfurter Roßmarkt an der Hauptwache

Vor zehn Jahren erst wurde das Apfelwein-Festival ins Leben gerufen. Von einer Tradition zu sprechen, wie es die veranstaltende Tourismus + Congress Frankfurt (TCF) tut, ist also noch etwas übertrieben. Martin Heil, Vorsitzender des Verbandes der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien, hofft, dass die Musik auf der Bühne die junge Generation anspricht - und die Älteren ein wenig Verständnis zeigen. Der Apfelwein gehe mit der Zeit.

Das zeigt sich auch in den angebotenen Mischungen. Apfelwein-Puristen werden es nicht mögen: Apfel-Secco bei der Kelterei Nöll (0,2 Liter fünf Euro) Apfel-Schaumwein (0,2 Liter sechs Euro), es wurde bei der Kelterei Hofmann "Hamsterpisse" gesichtet, Apfelwein mit Erdbeer-Sirup, es wurde Apfelwein-Cola und Apfelwein-Erdbeerbowle getestet. Sogar Süßgespritzer, berichteten Besucher, war zu bekommen. Also nicht unbedingt die Sache für Apfelwein-Puristen. Insgesamt, führte Thomas Feda, Geschäftsführer der TCF aus, sind bis zu 100 "Spezialitäten" zu finden bei den insgesamt 27 Ständen.

Apfelwein-Festival in Frankfurt: Possmann lockt mit sortenreinem Äppler und Schaukeltern

Da kann man auch den Puristen entgegenkommen. Possmann, die größte Frankfurter Kelterei, bietet (für vier Euro pro 0,2 Liter) sortenreinen Apfelwein an - aus Braeburn, Elstar- oder Jonagold-Äpfeln.

Maditha Müller und Jens Öhmer probieren möglichst viele Sorten, "nur leider sind die Gläser so groß", sagt Maditha. Sie stehen etwas abseits der Musikbühne, eingezwängt zwischen einem Festzelt und einem Getränkestand. "Es gefällt uns sehr gut hier. Eine Lieblingssorte habe ich noch nicht", so die junge Frau.

Possmann zeigt auch in diesem Jahr an seinem Stand das Schaukeltern: Säckeweise werden frische Äpfel gepresst, und man kann gleich den "Süßen" probieren. Außer, es kommt zu einem technischen Defekt, wie am Samstag: "Die Hydraulik der Presse ist kaputt", bedauerte Kelterer Christoffer Adler. "Aber am Sonntag ist alles wieder in Ordnung." Bedenke man, wie oft die Presse laufe, sei sie sehr zuverlässig. Und wenn etwas kaputt gehe, dann die Hydraulik.

Frankfurt: Sehr guter Apfelwein-Jahrgang 2021 - Kleine Keltereien präsentieren sich

Mit ihren Zwillingen waren auch Tanja und Sergio Braun-Rodrigues auf dem Festival. "Wir haben die Stände gesehen und sind mal hergekommen", sagt sie. Es gefalle ihnen gut. Einen Apfelwein-Vergleichstest haben sie jedoch nicht beabsichtigt: "Wir sind keine Kenner.

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Dem Ehepaar Braun-Rodrigues gefällt das Fest gut. © Thomas J. Schmidt

Viele hessische Keltereien präsentieren ihren Wein bei dem Festival - neben den großen Playern Possmann, Heil und Nöll auch die etwas kleineren wie Jörg Stier, Walther und Hofmann. Die Reihe ist vermutlich nicht vollständig. Für die hessischen Keltereien ist es wichtig, sich in der größten Apfelwein-Metropole Deutschlands präsentieren zu können - was sie denn auch gerne tun.

An Apfelwein herrscht derzeit kein Mangel: In den Flaschen steckt der Jahrgang 2021, der wegen der hohen Feuchtigkeit und des Regens ein ziemlich guter Jahrgang war, mit vielen und großen Äpfeln. Die kommende Ernte wird karger werden, soviel ist jetzt schon absehbar. (Alina Schröder)

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