Polizist Innenstadt Frankfurt
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Ein Polizist in der Frankfurter Innenstadt (Symbolbild).

Krawalle in Frankfurt

Angriffe auf die Polizei: Polizeipräsident hat deutliche Forderungen

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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  • Marcel Richters
    Marcel Richters
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In Frankfurt kommt es zu Attacken auf die Polizei. Auf der Zeil fliegen Flaschen auf Polizisten. Der Frankfurter Polizeipräsident lobt die schnelle Reaktion der Justiz.

  • Zum zweiten Mal in Folge gab es in der Frankfurter Innenstadt gewalttätige Szenen.
  • Polizeibeamte sollen auf der Zeil in Frankfurt* mit Steinen, Eiern und Flaschen beworfen worden sein.
  • Oberbürgermeister Peter Feldmann verurteilt die Angriffe – und fordert die Unterstützung der Bundespolizei.

Update vom Dienstag, 03.11.2020, 09.45 Uhr: Nachdem es am vergangenen Wochenende (30.10.-01.11.2020) in der Innenstadt von Frankfurt zu Attacken auf die Polizei gekommen ist, lobt der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill die umfangreichen Ermittlungen und die schnelle Reaktion der Justiz. „Dies ist das richtige Signal und entfaltet eine generalpräventive Wirkung“, kommentiert er in einem Statement.

Darin macht er auch deutlich, dass tätliche Angriffe oder das Bewerfen von Polizistinnen und Polizisten nicht ohne strafrechtliche Konsequenzen bleiben dürften. Nach den Attacken auf die Polizei bringt Bereswill auch eine Erweiterung der Videoüberwachung in der Frankfurter Innenstadt ins Spiel. „Stationäre Videoanlagen im Bereich der Hauptwache sowie Konstablerwache könnten zukünftig bei derartigen Vorkommnissen besonders gut dabei helfen, Straftaten zu verhindern sowie beweisgesichert zu dokumentieren“, so der Frankfurter Polizeipräsident.

Angriffe auf die Polizei: Frankfurt fordert Unterstützung der Bundespolizei an

+++ 16.25 Uhr: Die Attacken auf die Polizei in Frankfurt haben am vergangenen Wochenende für Bestürzung gesorgt. In der Nacht von auf Samstag (31.10.2020) war ein Polizist angegriffen und verletzt worden. In der Nacht zum Sonntag (01.11.2020) dann hatte sich an der Hauptwache auf der Zeil in Frankfurt eine Menschenmenge von 500 bis 800 Personen versammelt. Sie bewarfen die Polizei mit Flaschen und Eiern, berichteten die Polizisten. Jetzt hat sich Oberbürgermeister Peter Feldmann zu der Gewalt in Frankfurt geäußert.

Unter anderem an der Hauptwache auf der Zeil Frankfurt kam es am Wochenende zu Attacken auf Polizeibeamte (Symbolbild).

Attacken auf die Polizei in Frankfurt: OB Feldmann verurteilt Ausschreitungen

Was am Wochenende in Frankfurt passiert sei, gehe gar nicht, betont OB Feldmann. Es sei respektlos, asozial und richte sich gegen die Gesellschaft: „Wer Beamte angreift, greift uns auch als Gesellschaft an“, unterstrich der Oberbürgermeister vehement. Die Randale auf der Zeil erinnern an den Vorfall auf dem Opernplatz in Frankfurt*, auch damals wurden Beamte verletzt.

Zwar ließ die Polizei Frankfurt bisher noch offen, ob es bei den Ausschreitungen um die Corona-Regeln ging, doch der Oberbürgermeister stellt in seinem Statement einen Zusammenhang her. So befürworte zwar der Großteil der Menschen in Frankfurt die Regelungen, aber sie müssten auch kontrolliert werden, sagte er. Dazu brauche es auch die Unterstützung der Bundespolizei. Die Stadt habe diese bereits vorletzte Woche angefordert, aber keine Antwort erhalten.

Frankfurt: Angriffe auf die Polizei – 17-Jähriger in U-Haft

+++ 10.27 Uhr: Der mutmaßliche Täter, der in der Nacht zum Samstag (31.10.2020) in Frankfurt einen 27-jährigen Polizisten angegriffen und verletzt haben soll, ist bislang nicht festgenommen worden. Der 18-jährige Mann sei ermittelt worden und man werde nun weitere Schritte einleiten. Das teilt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Frankfurt mit. Weitere Details zu dem Angriff konnte die Polizei noch nicht nennen.

Auch in der Nacht auf Sonntag (01.11.2020) waren in Frankfurt Polizeibeamte angegriffen worden – zum zweiten Mal an diesem Wochenende. 500 bis 800 Personen hatten sich an der Hauptwache auf der Zeil versammelt. Ein 17-Jähriger, der bereits polizeibekannt ist, sitzt deshalb in Untersuchungshaft.

Frankfurt: 17-Jähriger sitzt nach Polizeiangriff in Untersuchungshaft

Update vom Montag, 02.11.2020, 08.15 Uhr: Infolge der Angriffe gegen die Polizei, die am Wochenende in der Frankfurter Innenstadt stattfanden, wurde ein polizeibekannter 17-Jähriger am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt. Acht weitere Tatverdächtige, die in der Nacht zum Sonntag festgenommen worden waren, sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Nach Informationen des „Hessischen Rundfunk“ sitzt der 17-jährige Tatverdächtige mittlerweile in Untersuchungshaft. Das soll die Polizei am Montagmorgen bestätigt haben.

Auch in der Nacht von Freitag auf Samstag kam es zu Randalen in Frankfurt, wobei zwei Polizeibeamte von Jugendlichen angegriffen wurden. Am Wochenende hieß es, dass im Zuge dieser Angriffe ein 18 Jahre alter Mann festgenommen wurde. Am Montagmorgen berichtet der Radiosender „FFH“ stattdessen, die Polizei würde noch nach dem jungen Mann fahnden. Ob der junge Mann nun bereits festgenommen ist oder noch nach ihm gefahndet wird, ist unklar. Unserer Redaktion liegen diesbezüglich noch keine offiziellen Informationen der Polizei in Frankfurt vor.

500 bis 800 Personen an der Hauptwache in Frankfurt

Erstmeldung vom Sonntag, 01.11.2020, 14.18 Uhr: Frankfurt – In der zweiten Nacht in Folge ist es in der Innenstadt von Frankfurt zu tumultartigen Szenen gekommen. Auch dieses Mal sollen Gegenstände auf Polizeibeamte geflogen sein.

Wie die Polizei Frankfurt mitteilt, waren in der Nacht zu Sonntag (01.11.2020) zahlreiche Beamte in der Innenstadt im Einsatz, darunter auch Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) in Körperpanzerung. Gegen 22.45 Uhr soll eine Streife beim Befahren der Zeil ohne erkennbaren Grund mit Steinen, Flaschen und Eiern beworfen worden sein. Kurze Zeit später sollen sich an der Hauptwache in Frankfurt 500 bis 800 Personen versammelt haben.

Dabei kam es nach Angaben der Polizei nicht nur zu zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Regeln. Auch sollen erneut Flaschen und Eier auf Polizeibeamte geworfen worden sein. Ob die Würfe von Einzelpersonen aus der Menge stammten oder sich die Gruppe gezielt zusammengefunden hat, um gegen die Beamten vorzugehen, ist laut einer Sprecherin der Polizei Frankfurt noch unklar.

Mehrere Festnahmen nach Steinwürfen auf Polizeibeamte

In der Zwischenzeit wurden mehrere Tatverdächtige, die bereits den Streifenwagen beworfen haben sollen, festgenommen. Auch an der Hauptwache kam es zu Festnahmen. Insgesamt sind in der Nacht laut Polizei Frankfurt neun Personen festgenommen worden, acht von ihnen wurden bereits in der Nacht aus Mangel an Haftgründen wieder entlassen. Ein polizeibekannter 17-Jähriger musste die Nacht in einer Zelle des Polizeipräsidiums verbringen. Er soll am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Nachdem in der Nacht zu Samstag (31.10.2020) eine Festnahme auf der Zeil in Frankfurt eskalierte, nahm die Polizei einen 18-Jährigen fest. Er steht im Verdacht, einen 27-jährigen Polizisten angegriffen und verletzt zu haben. Was der Auslöser für den Widerstand gegen die Beamten war, der zu den Angriffen auf die Beamten führt, ist nach wie vor Gegenstand von Ermittlungen.

Polizeipräsident von Frankfurt äußert sich zu Vorfällen

Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill nahm zu den Vorfällen in Frankfurt Stellung. Für ihn seien Angriffe auf die Polizeibeamten „unerträglich“. Bereswill sprach davon, dass sich „Personen zusammentun, um [Polizistinnen und Polizisten] anzugehen, und billigend in Kauf nehmen, dass sie eventuell schwere Verletzungen davontragen.“ Ob er sich damit auf den Vorfall in der Nacht zu Samstag oder auch auf die gesamte Menschenansammlung von 500 bis 800 Personen an der Hauptwache bezieht, geht aus dem Zitat nicht hervor. Bereswill kündigte ein konsequentes Vorgehen gegen derartige Vorfälle an, Bürger würden „in Angst und Schrecken versetzt“, sagte der Frankfurter Polizeipräsident.

Zu beiden Fällen wird nach wie vor ermittelt. Die Polizei bittet Zeugen, die Angaben zu den Geschehnissen machen können, unter der Telefonnummer 069/755-53111 den Kriminaldauerdienst zu kontaktieren. Aussagen können auch bei jeder anderen Polizeidienststelle gemacht werden. (Marcel Richters) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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