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Frankfurt will mehr E-Auto-Ladesäulen: Ausbau des Netzes verzögert sich

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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In Frankfurt bemüht sich die Stadt zwar, mehr Ladesäulen für E-Mobilität bereitzustellen. Bis diese kommen, soll es wohl noch eine Weile dauern.
In Frankfurt bemüht sich die Stadt zwar, mehr Ladesäulen für E-Mobilität bereitzustellen. Bis diese kommen, soll es wohl noch eine Weile dauern. © Jan Woitas/dpa

In Frankfurt verspricht die Wirtschaftsdezernentin mehr Ladesäulen für E-Autos – bis diese genutzt werden können, wird allerdings wohl noch Zeit vergehen.

Frankfurt – Der Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos in Frankfurt kommt weiterhin nur sehr langsam voran. Das wird aus jüngsten Ankündigungen aus dem Römer klar. Zwar will die Stadt jetzt weitere Pilot-Standorte genehmigen. Doch bis die Autofahrer sie nutzen können, wird es noch deutlich länger dauern.

So bestätigt Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) nun die Information aus dieser Zeitung, die Stadt wolle 60 Standorte für Ladesäulen mit 110 Ladeplätzen für Standardladung (AC) "voraussichtlich bis Mitte April" genehmigen. "Die Inbetriebnahme ist bis zum Herbst geplant."

Frankfurt: Beim Thema Ladesäulen für E-Autos ist seit November nichts passiert

Ebenso habe die Stadt fünf Schnellladesäulen genehmigt, die der Energieversorger Mainova beantragt hat. Sie sollten "voraussichtlich" bis Jahresende in Betrieb gehen. Zudem wolle die Mainova bis Ende des Jahres ihre bestehende Ladeinfrastruktur um weitere sieben Schnelllade-Hubs mit viermal je 150 Watt ergänzen.

Wie schnell alles tatsächlich aufgebaut wird, ist aber ungewiss. Schließlich hatte die Stadt bereits im November erstmals den Aufbau von zusammen 50 Pilot-Standorten mit 120 Ladestationen genehmigt. Seinerzeit hatten Stadträtin Wüst und Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) dies gemeinsam vorgestellt. "Dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur in den kommenden Monaten massiv voranschreiten wird", hatte Majer bei dieser Gelegenheit angekündigt.

Frankfurt: Vorgaben des städtischen Netzbetreibers verzögern Baubeginn von E-Ladesäulen

Davon ist bislang noch nichts zu sehen. Im Gegenteil: Zuletzt hatte sich das Unternehmen Qwello beschwert, dass weitere Vorgaben des Stromnetzbetreibers - der Mainova-Tochter Netzdienste Rhein-Main (NRM) - den Baubeginn noch immer verzögern.

Geschäftsführer Hakan Tunali ist sauer, dass diese Vorgaben nicht im Genehmigungsprozess der Stadt enthalten sind. Die verweist allerdings darauf, dass der Anschluss der Ladesäulen ans Stromnetz eine Angelegenheit rein zwischen dem Investor und dem Netzbetreiber, also den NRM sei.

Bei der Pro-Kopf-Versorgung mit Ladesäulen für E-Autos schneidet Frankfurt schlecht ab

So klingt Dezernentin Wüst in ihrer Prognose, wie sich der Ausbau der Elektrolademöglichkeiten entwickeln wird, nun vorsichtiger als ihr Kollege Majer noch Anfang Dezember. "Die Versorgung mit E-Lade-Infrastruktur in Frankfurt befindet sich derzeit im Aufbau und wird sich in den kommenden Monaten dynamisch entwickeln", sagt die FDP-Politikerin. Sie formuliert das in der schriftlichen Antwort aus der jüngsten Fragestunde der Stadtverordneten so.

Dort hatte CDU-Politiker Robert Lange nachgehakt, was der Magistrat konkret und bis wann mache, um "eine höchstmögliche Anzahl einsatzfähiger Elektroladesäulen pro Jahr" zu realisieren. Schließlich liege die Stadt bei Genehmigungen, Genehmigungsdauer und Realisierung der E-Ladesäulen "leider deutlich zurück". Recherchen dieser Zeitung hatten zu Beginn des Jahres 2021 gezeigt, dass Frankfurt die zweitschlechteste Pro-Kopf-Versorgung mit Elektroladesäulen unter den zehn größten deutschen Städten hat.

Ursprünglich wollte Stadt Frankfurt kein eigenes Ladenetz für E-Autos aufbauen

Schon zuvor hatten die Stadtverordneten - seinerzeit von einer Koalition aus CDU, SPD und Grünen geführt - entschieden, dass die Stadt kein eigenes Ladenetz aufbaut, sondern Unternehmen gestattet, Ladesäulen aufzustellen und dafür öffentliche Parkplätze zu nutzen. Nachdem die Genehmigung allerdings zu lange gedauert hatte, gab ein erstes Unternehmen seine Pläne wieder auf.

Daraufhin führte die Wirtschaftsförderung die an der Genehmigung beteiligten Behörden und Eigenbetriebe zusammen, um einen standardisierten Genehmigungsprozess aufzubauen. Aus diesem heraus sind nun die Pilot-Standorte entstanden. Das klappt aber weiter nicht reibungslos, wie das Problem bei Qwello zeigt. Das nimmt man sich nun im Römer zu Herzen: "Nach der Genehmigung der ersten Pilot-Standorte arbeitet der Magistrat aktuell daran, die Erfahrungen und Ergebnisse in eine Verschlankung der notwendigen Gestattungsverfahren einfließen zu lassen", so Dezernentin Wüst.

Frankfurt: Stadt will Genehmigung von Ladesäulen für E-Autos vereinfachen

So sei ein einfaches und schnelles Genehmigungsverfahren das Ziel. Aktuell prüfe der Magistrat, dafür einen neuen Ladesäulen-Koordinator "an zentraler Stelle" einzusetzen "als "One-Face-to-Customer" innerhalb der Stadtverwaltung, also einen Ansprechpartner für alles für die Investoren.

Das sehe das Elektromobilitätskonzept von 2020 bereits vor, so Wüst. Dass der Ausbau drängt, sei ihr bewusst: "Die Bedeutung der Elektromobilität nimmt massiv zu und die Nachfrage nach Lademöglichkeiten steigt kontinuierlich."

Zuletzt erläuterte Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP), dass Frankfurts Tankstellen für ein Ladesäulen-Netz nicht in Frage kommen.

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