Zweifel an der Entstehungsgeschichte der Awo-Kita „Dostluk“ in Frankfurt kommen auf: War Zübeyde Feldmann wirklich die Gestalterin des Konzepts? 
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Zweifel an der Entstehungsgeschichte der Awo-Kita „Dostluk“ in Frankfurt kommen auf: War Zübeyde Feldmann wirklich die Gestalterin des Konzepts? 

Awo-Affäre

Zweifel an Geschichte von Kita „Dostluk“: Welche Rolle spielte Zübeyde Feldmann wirklich?

Zweifel an der Entstehungsgeschichte der Awo-Kita „Dostluk“ in Frankfurt kommen auf: War Zübeyde Feldmann wirklich die Gestalterin des Konzepts? 

  • Geschichte der Awo-Kita „Dostluk“ bröckelt
  • War Zübeyde Feldmann wirklich für Konzep zuständig?
  • Geschichte der deutsch-türkischen Kita „Dostluk“ im Überblick

Frankfurt - Die Geschichte von Zübeyde Feldmann als Gestalterin eines Konzeptes für die deutsch-türkische Kindertagesstätte "Dostluk" bröckelt. Die Gattin von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) war nach allem, was nun bekannt wurde, noch gar nicht bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) beschäftigt, als die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt das Stadtschulamt von ihrer Absicht informierte, im Ostend eine bilinguale deutsch-türkische Kita betreiben zu wollen.

Das teilte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) jetzt auf Anfragen der beiden Stadtverordneten Birgit Ross und Dimitrios Bakakis (Grüne) in Frankfurt mit. Ihre Antwort passt nicht zu dem, was die Awo bis heute in dieser Angelegenheit kundgetan hat.

Frankfurt: Geschichte AWO-Kita „Dostluk“ zweifelhaft - Zübeyde Feldmann unter Druck

Laut einer öffentlichen Verlautbarung des Awo-Kreisverbands Wiesbaden sollte eine deutsch-türkische Kita ursprünglich in Wiesbaden entstehen. Um ein Konzept für die Tagesstätte zu erarbeiten, sei Zübeyde Feldmann, damals bereits Lebensgefährtin von Oberbürgermeister Peter Feldmann, von November 2014 bis September 2015 bei der Awo Wiesbaden eingestellt worden und anschließend nach Frankfurt gewechselt.

Nun liegen Daten auf dem Tisch, die diese Erzählung als unwahrscheinlich erscheinen lassen. Aus unterschiedlichen Gründen: Weil der Zeitplan eine andere Sprache spricht. Weil Frau Feldmann erst zu einem eher späten Zeitpunkt in der Entstehungsgeschichte von "Dostluk" auftritt. Weil sie als Leiterin der Modell-Kita nicht einmal zuständig war für die Kontakte zu den Eltern. Dafür hatte die Awo eigens einen "Diversity-Manager" berufen. 2015 eröffnete die Kita in Frankfurt.

AWO: Feldmanns deutsch-türkische Kita „Dostluk“ in Frankfurt

Hier eine Übersicht der wichtigsten Dostluk-Daten:

2013:Die Idee einer deutsch-türkischen Awo-Kita wird geboren, es gibt erste Gespräche zwischen Awo und DITIB.

Februar 2014:Die Awo Frankfurt teilt dem Stadtschulamt mit, in Kooperation mit dem türkischen Konsulat eine bilinguale Kita einrichten zu wollen.

März 2014:Erster Ortstermin auf dem Grundstück Rückertstraße 53-57 in Frankfurt: Vertreter des Stadtschulamtes begutachten die Eignung der Liegenschaft gemeinsam mit Awo-Mitarbeitern. Nächster Termin, selber Ort: Peter Feldmann und Jürgen Richter zeigen dem türkischen Generalkonsul, Vertretern von DITIB und der Türkischen Gesellschaft Hessen die Liegenschaft. Auch der Bürgermeister von Ankara ist dabei.

Juni 2014:Auf Grundlage einer abgestimmten Grundrissplanung stellt das Stadtschulamt der Awo Frankfurt eine Betriebserlaubnis für die Kita in Aussicht.

Juli 2014:Eine Delegation der Awo Frankfurt, angeführt von Geschäftsführer Jürgen Richter, reist nach Berlin, um dort eine deutsch-türkische Kita zu besichtigen. Mit dabei: Zübeyde Feldmann, Studentin. Sie reist auf Kosten der Awo.

Oktober 2014:Die Planung der Außenanlagen der Kita Dostluk in Frankfurt beginnt.

November 2014:Die Awo Wiesbaden schließt mit Zübeyde Feldmann einen Arbeitsvertrag. Von der Gründung einer deutsch-türkischen Awo-Kita in Wiesbaden war bislang und auch anschließend keine Rede.

Januar 2015:Am 28. Januar stellt die Awo Frankfurt Antrag auf Investitionsförderung für die Kita Dostluk. Zwölf Tage zuvor wird "im Vorgriff auf Fertigstellung" der erste Antrag auf städtische Zuschüsse für den laufenden Betrieb gestellt.

Februar 2015:Die Awo Frankfurt veröffentlicht einen Bericht, in dem sie den Mann vorstellt, der als Diversity Manager für die kultursensible Elternarbeit der Kita zuständig sein wird: Atila Karabörklü. Die deutsch-türkische Kita Dostluk ist das erste Projekt, das er bei der Awo begleitet. Zugleich ist es auch das Projekt, das ihn als Mitarbeiter zur Awo brachte. Als ehrenamtlicher Vorsitzender der säkularen Türkischen Gemeinde in Hessen hat er beim Aufbauprozess mitgewirkt.

Frankfurt: Deutsch-türkische Kita durch AWO eröffnet - Feldmann als Leiterin

Angestoßen hatten das Projekt Oberbürgermeister Peter Feldmann und der türkische Generalkonsul Ufuk Ekici. Seit etwa zwei Jahren ist Atila Karabörklü im Beirat der bilingualen Kita, dem außerdem der DITIB-Landesverband Hessen und die Alevitische Gemeinde Frankfurt angehören.

Juni 2015:Die Awo beantragt die Betriebserlaubnis für die Kita.

August 2015:Das Stadtschulamt erteilt die Genehmigung zum 1. September

September 2015:Zübeyde Feldmann beginnt ihre Arbeit als Leiterin der neu eröffneten Kita Dostluk im Ostend in Frankfurt. Fünf Kinder sind zu betreuen, als die Kita Mitte September offiziell eröffnet wird. Um "die kultursensible Elternarbeit" kümmert sich Atila Karabörklü. 

enz

Nach Awo-Affäre: Zübeyde Feldmann arbeitet künftig in Teilzeit - und für deutlich weniger Gehalt als in der Awo-Kita im Frankfurter Ostend.

Fast so vielseitig und international wie Frankfurts Einwohner sind auch die Kindertagesstätten im Stadtgebiet. Hier setzen Träger und Erzieher seit über einem Jahrzehnt auf Mehrsprachigkeit. Nun wurde ein deutschlandweiter Dachverband für mehrsprachige Kindererziehung gegründet.

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Frankfurt reagiert auf die Vorwürfe um die hohe Bezahlung von OB-Gattin Zübeyde Feldmann als Leiterin der deutsch-türkischen Kita "Dostluk". Ein externer Berater soll Ansprechpartner für "Hinweisgeber" sein - damit Infos nicht mehr an die Öffentlichkeit dringen.

Im Rahmen des Awo-Skandals in Frankfurt hinterfragt ein FDP-Stadtverordneter den Verein "Frankfurt-Philadelphia-Gesellschaft".

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