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Wegen einer lebensgefährlichen Messerattacke muss sich ein 50-Jähriger vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. (Symbolbild)

Landgericht Frankfurt

Prozessauftakt nach Streit im Bahnhofsviertel: Opfer hatte durchtrennten Lungenflügel

Wegen einer lebensgefährlichen Messerattacke muss sich ein 50-Jähriger vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Die Anklage legt dem Deutschen versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung zur Last.

Frankfurt - Es ist eine der für das Bahnhofsviertel typischen Auseinandersetzungen, die seit gestern im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Landgericht steht. Nach einer durchzechten Nacht geraten zwei Trunkenbolde aneinander. Am frühen Morgen des 24. Januar dieses Jahres um kurz nach sechs Uhr auf der Taunusstraße brauchte es nicht vieler Worte, ehe die sechs Zentimeter lange Klinge blitzte.

Frankfurt Bahnhofsviertel: Lebensgefährliche Verletzungen

Mit einem durchtrennten Lungenflügel und mehreren Verletzungen an der Brust musste das Opfer, ein 36 Jahre alter Somalier, in die Klinik gebracht werden. Sein Leben kann nur durch eine schnelle Notoperation gerettet werden.

Der Messerstecher wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Für den 50-Jährigen war dies offensichtlich eine gewohnte Umgebung. Der vielfach vorbestrafte Mann hatte erst wenige Monate vor der Bluttat eine längere Haftstrafe wegen diverser Raubdelikte abgesessen.

Seit gestern verhandelt die Schwurgerichtskammer wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung gegen den Messerstecher. Während der Ermittlungen hatte sich dieser schon ausführlich zu dem Vorfall geäußert.

Frankfurt Bahnhofsviertel: Prozess soll bald richtig losgehen

Das spätere Opfer habe sich auf der Straße mit einem Straßenkehrer gestritten. Er sei praktisch nur beschwichtigend dazwischen gegangen. Als er von dem Somalier schließlich bedroht worden sei, habe er in Notwehr das Messer gezückt und zugestochen.

Ganz anders las sich dagegen die Einlassung des Verletzten, der seinerseits einen Streit zwischen dem Angeklagten und jenem Reinigungsmitarbeiter geschlichtet haben will. Und danach sei das Messer zum Einsatz gekommen. Nicht einfacher wird die Aufklärung des Falles für die Richter durch den Umstand, dass mit Blutwerten von rund 1,7 Promille kräftig Alkohol mit im Spiel war.

Nach der Verlesung der Anklageschrift am ersten Prozesstag soll es in der kommenden Woche richtig losgehen. Vorsitzender Richter Jörn Immerschmitt hat vorerst bis kurz vor Weihnachten terminiert. 

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