+
Da die S-Bahn nicht in die City fuhr, blieb an der Galluswarte als Alternative nur die Straßenbahn. Nicht alle Fahrgäste fanden Platz.

Gedränge wegen Tunnelsperrung

In Frankfurt ballen sich die Baustellen

  • schließen

In Frankfurt ballen sich die Baustellen: Noch bis Montagmorgen wird im S-Bahn-Tunnel gearbeitet, die Eckenheimer Landstraße ist bis Ende August dicht. Und von Montag an wird auch noch das Sachsenhäuser Ufer an der Alten Brücke gesperrt.

Am Montag hat das Leid der Pendler vorerst ein Ende: Um 4.32 Uhr wird an der Station Mühlberg in Sachsenhausen die erste S-Bahn in den City-Tunnel fahren, der dann wegen Bauarbeiten 15 Tage gesperrt war. Die Bahn zieht eine positive Bilanz – die Arbeiten konnten wie geplant erledigt werden. Für die Fahrgäste bedeutete die Großbaustelle aber längere Fahrzeiten, Umsteigezwang – und manchmal völlig überfüllte U- und Straßenbahnen, die viele Pendler als Alternative zur S-Bahn nutzten.

Der Fahrgastverband Pro Bahn berichtet von Engpässen bei der U 4 zwischen Hauptbahnof und Willy-Brandt-Platz und vor allem auf den Straßenbahnlinie 11 und 21 in der Mainzer Landstraße. Zeitweise waren die Züge so voll, dass kaum noch Platz war. An der Galluswarten, wo zwei S-Bahn-Linie endeten, drängten sich die Fahrgäste, die weiter in Richtung Innenstadt wollten. Viele blieben am Bahnsteig zurück.

Ein Bürger aus dem Gallus, der die Tram für die Fahrt zur Arbeit nutzt, beobachtete beim Einsteigen „ein Hauen und Stechen wie auf einem Rugbyfeld“. Er berichtet von einer „aggressiven und genervten Stimmung“ in den Fahrzeugen und stellt fest: „Viel zu wenig Bahnen für viel zu viele Fahrgäste.“

Pro Bahn-Sprecher Wilfried Staub teilt diese Einschätzung, weist aber darauf hin, dass ein dichterer Takt in der Mainzer Landstraße kaum möglich ist. Er schlägt deshalb vor, bei der nächsten Sperrung des S-Bahn-Tunnels, die bereits in den Sommerferien ansteht, in den Stoßzeiten Busse zur Verstärkung einzusetzen. „Während der Ferien werden bei vielen Busunternehmen Gelenkbusse nicht benötigt, die man anmieten könnte“, meint er. Die Busse könnten von der Galluswarte über die Taunusanlage bis zum Goetheplatz fahren und Tram und U-Bahn entlasten. Insgesamt sind bei Pro Bahn dieses Mal – anders als bei der ersten Tunnelsperrung im vergangenen Jahr – nur wenige Beschwerden eingegangen. Der Fahrgastverband bemängelt unzureichende Hinweise auf Ersatzhaltestellen an manchen Stationen, etwa an der Taunusanlage, ist insgesamt aber zufrieden mit den Informationen der Bahn. Die hat gegenüber dem vergangenen Jahr die Zahl der Ansprechpartner, die Fahrgästen weiterhelfen, auf 50 verdoppelt. Ein eigene Internetseite, die die Bahn zusammen mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) betreibt, verzeichnete bis Freitagmorgen 120 000 Zugriffe.

Gesperrt ist aber nicht nur der S-Bahn-Tunnel. Seit Ostern fährt auch die U 5 nicht mehr durch die Eckenheimer Landstraße, weil dort bis Ende August die umstrittenen Hochbahnsteige gebaut werden. Auch Autos kommen dort nicht mehr durch. „Dass die beiden Baustellen zusammenfallen, verärgert viele Leute“, sagt Staub.

Hinzu kommen weitere Straßenbaustellen. So fehlt in der Adickesallee eine Fahrspur, der Theatertunnel ist in Richtung Osten gesperrt (jeweils bis Freitag). Und wegen der Musikmesse sind seit Donnerstag deutlich mehr Menschen in der Stadt unterwegs. Gert Stahnke, der Leiter des Straßenverkehrsamtes, stellte zwar ein erhöhtes Verkehrsaufkommen fest, doch seine Mitarbeiter mussten nicht eingreifen und zum Beispiel einzelne Kreuzungen per Hand regeln.

Nächste Woche allerdings könnte es problematischer werden. Zum einen steigt nach dem Ende der Osterferien das Verkehrsaufkommen, zum anderen wird von Montag an die Kreuzung Sachsenhäuser Ufer/Alte Brücke/Walter-Kolb-Straße wegen Bauarbeiten bis 22. April komplett gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert, und die Stadt bedankt sich schon im Voraus bei den Autofahrern für ihre Geduld . . .

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare