Ein Service-Mitarbeiter einer Frankfurter Bar ist trotz positivem Corona-Test arbeiten gegangen. (Symbolbild)
+
Ein Service-Mitarbeiter einer Frankfurter Bar ist trotz positivem Corona-Test arbeiten gegangen. (Symbolbild)

Corona in Frankfurt

Positiver Corona-Test: Bar-Mitarbeiter aus Frankfurt geht trotzdem arbeiten

  • Alexander Gottschalk
    vonAlexander Gottschalk
    schließen
  • Sebastian Richter
    schließen

Ein Mitarbeiter einer Bar in Frankfurt geht trotz eines positiven Corona-Tests arbeiten. Ein Hinweis lässt den Mann auffliegen. Der Fall hat nun weitreichende Konsequenzen.

  • Positiv auf Corona getestet: Ein Angestellter einer Bar in Frankfurt wurde in Quarantäne geschickt
  • Obwohl er isoliert sein sollte, geht der Mitarbeiter arbeiten.
  • Das Gesundheitsamt Frankfurt gibt jetzt eine Einschätzung zur Lage ab.

Update vom Mittwoch, 09.09.2020, 18.21 Uhr: Das Gesundheitsamt Frankfurt geht von einem „sehr geringen“ Infektionsrisiko für die Gäste aus, die am Freitagabend (04.09.2020) in der Bar am Opernplatz* an der Alten Oper waren, in der einer der Mitarbeiter trotz eines positiven Corona-Tests gearbeitet hatte. Das teilte die Stadt Frankfurt nun mit und bestätigte damit die erste Einschätzung des Falls.

Der Infizierte sei nicht mehr symptomatisch gewesen, habe sich durchgehend an die Hygiene-Regeln gehalten und habe einen Mund-Nasenschutz getragen. Der Bar-Betrieb habe sich zudem komplett im Außenbereich abgespielt. Weitere Maßnahmen für die Gäste seien „nicht notwendig“, dennoch würden alle, die sich registriert hätten, vorsorglich kontaktiert. Sie gelten laut Gesundheitsamt Frankfurt „allenfalls als Kontaktpersonen der Kategorie II“. Bei der Bewertung richte man sich nach Empfehlungen des Robert Koch-Institutes (RKI).

Bar in Frankfurt darf nach Corona-Eklat am nächsten Tag wieder öffnen

Strenger ist das Gesundheitsamt Frankfurt bei den Kollegen der Servicekraft. Eine Kollegin, die positiv auf Corona getestet wurde, muss in Quarantäne. Sie habe sich durch einen „persönlichen und ungeschützten Kontakt“ zum Infizierten angesteckt. Auch das restliche Personal der namentlich nicht genannten Bar, das unmittelbaren Kontakt zu dem betroffenen Kollegen hatte, muss sich isolieren.

Die Bar in Frankfurt durfte nach einer vorübergehenden Schließung und „gründlichen Reinigung und Lüftung“ schon am Samstag (05.09.2020) wieder öffnen. Gegen den infizierten Bar-Mitarbeiter wird nun vorgegangen. Ein Hinweis hatte die Ordnungsbehörde auf seine Spur gebracht. Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer teilte mit: „Die Missachtung der Isolierungsverfügung ist alles andere als ein Kavaliersdelikt und wird konsequent bestraft werden.“

Frankfurt: Positiver Corona-Test - Bar-Mitarbeiter geht trotzdem arbeiten

Erstmeldung vom Dienstag, 08.09.2020, 17.23 Uhr: Frankfurt – Ein Mitarbeiter einer Bar in Frankfurt* soll trotz einer Infektion mit Corona in einer Bar am Opernplatz bei der Alten Oper gearbeitet haben. Der Mann habe damit gegen die verordnete Quarantäne verstoßen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Berufung auf städtische Behörden berichtete.

Nachdem die Frankfurter Ordnungsbehörden von dem Fall erfahren hatten, räumten sie ohne zu zögern die Bar. Jetzt versuchen wiederum die Gesundheitsbehörden herauszufinden, wer in direktem Kontakt mit dem Mann stand. Der FAZ zufolge soll es eine Liste mit mehr als 400 Personen geben, die möglicherweise betroffen sein könnten.

Corona in Frankfurt: Mitarbeiter einer Bar soll gegen Quarantäne verstoßen haben.

Zuerst hieß es, dass die Gefährdung gering sei. Der Mitarbeiter soll während seiner Arbeit die Hygienevorschriften eingehalten und einen Mundschutz getragen haben. Außerdem soll der Betrieb in der Frankfurter Bar hauptsächlich an der frischen Luft stattgefunden haben. Auch die Kontakte zu Gästen sollen nur sehr kurz gewesen sein. Deswegen bestehe nur eine geringe Gefahr, dass sich jemand mit dem Coronavirus angesteckt habe, so erste Einschätzungen des Gesundheitsamts.

Kollegin infiziert: Verstoß gegen Quarantäne hat Konsequenzen

Jetzt soll sich aber herausgestellt haben, dass auch eine Kollegin des Mannes mit Corona infiziert sei. Sie soll nach dem Vorfall einen freiwilligen Test durchgeführt haben. Damit beginnt die Arbeit des Gesundheitsamtes Frankfurt von vorn. Ab zwei Infizierten soll die Lage als Ausbruch gelten, demnach wird der Fall neu aufgerollt und untersucht. Laut dem Bußgeld-Katalog der hessischen Landesregierung droht dem Mann jetzt eine Strafe zwischen 200 Euro und 5000 Euro. Der Verstoß gegen die Quarantänepflicht kostet laut dem Bußgeld-Katalog 500 Euro.

Frankfurt ist, was Corona-Infektionen betrifft, eines der Sorgenkinder in Hessen. 26 Neuinfektionen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstag (08.09.2020). Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 22,1 und überschreitet damit den ersten vom Land festgesetzten Schwellenwert. Es gilt Warnstufe 2.

*Liebe Leserinnen und Leser, in einer ersten Version dieses Artikels hieß es, der Infizierte sei Barkeeper gewesen. Diese Formulierung war ungenau. Bekannt ist nur, dass der Mann Angestellter einer Bar ist. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, diesen zu entschuldigen. Ebenso haben wir die Formulierung korrigiert, es handele sich um eine Bar „an der Oper“. Damit war der Opernplatz gemeint, und nicht – wie es fälschlicherweise impliziert haben könnte – die Städtischen Bühnen am Willy Brandt Platz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare