Richtfest für die Altstadt am 15. Oktober 2016, in Frankfurt.
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Richtfest für die Altstadt am 15. Oktober 2016, in Frankfurt.

Frankfurt baut und baut ? nicht nur in der neuen Altstadt

Viele Richtfeste wurden auch in diesem Jahr in Frankfurt gefeiert. In kaum einer anderen deutschen Stadt wird so viel gebaut. Doch ein Richtfest war 2016 ganz besonders. Im Oktober wurde zwischen Dom und Römerberg gefeiert. Dort stehen mittlerweile die meisten Häuser der „neuen Altstadt“ im Rohbau. Der Andrang war riesig, nicht alle Interessenten konnten sich ein Bild davon machen, wie die Rekonstruktionen und Neubauten aussehen werden.

Viele Richtfeste wurden auch in diesem Jahr in Frankfurt gefeiert. In kaum einer anderen deutschen Stadt wird so viel gebaut. Doch ein Richtfest war 2016 ganz besonders. Im Oktober wurde zwischen Dom und Römerberg gefeiert. Dort stehen mittlerweile die meisten Häuser der „neuen Altstadt“ im Rohbau. Der Andrang war riesig, nicht alle Interessenten konnten sich ein Bild davon machen, wie die Rekonstruktionen und Neubauten aussehen werden.

Überwog zu diesem Zeitpunkt noch die Freude über das Prestigeprojekt, kam wenige Wochen später die Ernüchterung: Im Dezember wurde bekannt, dass die Kosten noch einmal steigen. Auf 196 Millionen Euro werden sich nach jüngsten Prognosen die Rechnungen belaufen. Das sind zehn Millionen Euro mehr als zuletzt geschätzt. Grund dafür waren unter anderem Umplanungen und Architektenfehler beim Nachbau des berühmten „Roten Hauses“. Trotzdem soll die Altstadt wie geplant 2018 fertig werden. Andere Kosten sind in der Rechnung noch gar nicht enthalten. So wird das gerade erst fertiggestellte Stadthaus über dem Archäologischen Garten wieder umgebaut. Denn auf Wunsch der schwarz-rot-grünen Koalition im Römer wird der Neubau nicht nur als Veranstaltungszentrum genutzt, wofür er konzipiert wurde. Es soll zudem auch ein ökumenisches Museum untergebracht werden. Was das kostet und wie viel Platz benötigt wird, ist noch völlig unklar.

Aber auch an anderen prominenten Stellen in Frankfurt tat sich viel: So wurde die Zeilgalerie abgerissen – das 1992 errichtete Einkaufszentrum, das durch die Pleite des Baulöwen Jürgen Schneider bundesweit bekannt wurde. Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Bundesrechnungshofgebäude an der Berliner Straße wurde so weit abgetragen, dass am Ende nur noch ein Fassadengerippe dastand. Für 100 Millionen Euro entsteht dort ein neues Quartier mit Hotel, Büros, Läden und Wohnungen.

In Sachsenhausen ist ein altes Wahrzeichen wieder entstanden: Der neue Henninger-Turm hat seine volle Höhe erreicht. Darin werden luxuriöse Wohnungen eingerichtet, wie sie in Frankfurt im Trend sind. Mit dem Bau weiterer Wohnhochhäuser wurde begonnen. Im Europaviertel etwa entsteht Deutschlands höchster Wohnturm. Neue Bürohochhäuser hingegen waren 2016 eine Rarität, lediglich ein kleineres an der Taunusanlage wurde fertig.

Ein umstrittenes Projekt lässt weiter auf sich warten: Der DFB konnte bisher nicht wie geplant das Grundstück auf der früheren Rennbahn für die geplante Fußball-Akademie in Besitz nehmen. Nach wie vor wehrt sich der Rennklub mit allen juristischen Mitteln gegen die Forderung, das Gelände zu räumen. Das Tauziehen geht 2017 weiter.     mu

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