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Polizeikommissar David Heinen mit dem Fuchswelpen, der auf einer Baustelle am Heinrich-Bingemer-Weg gerettet wurde.

Rettungsaktion

Einsatz mit Herz: Polizist rettet jungem Fuchs in Frankfurt das Leben

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Einem aufmerksamen Anwohner und einem beherzten Polizisten verdankt ein Fuchswelpe in Frankfurt sein Leben. Benannt wurde der kleine Kerl passend zum Fundort.

  • An einem späten Sonntagabend hört ein Anwohner in Frankfurt-Bergen-Enkheim Tierschreie und verständigt die Polizei
  • Polizist David Heinen und sein Kollege suchen eine Baustelle an der gemeldeten Adresse in Frankfurt ab. 
  • Dann entdecken sie einen kleinen Fuchs in Not und starten eine Rettungsaktion. 

Frankfurt  – Es ist ein Sonntagabend, gegen 23 Uhr, als beim 18. Polizeirevier in Bergen-Enkheim ein Anruf eines Anwohners eingeht. „Ich kann Tierschreie aus einer nahe gelegenen Baustelle vernehmen... Können Sie kommen?“ Polizeikommissar David Heinen macht sich sofort mit einem Kollegen zur Adresse im Heinrich-Bingemer-Weg in Frankfurt-Bergen-Enkheim auf. Noch hat er keine Ahnung, dass ein kleiner Fuchs seine Hilfe braucht.

Am Rohbau angekommen, trifft er den Anrufer - und schnell stellt sich heraus, dass es sich um einen Jugendfreund handelt. „Wir haben früher zusammen gekickt“, erzählt der Polizeikommissar. Er erfährt, dass die Schwester des Jugendfreundes kurz nach den Schreien eines Tieres einen ausgewachsenen Fuchs auf dem Weg gesehen habe.

Rettungsaktion in Frankfurt: Polizist rettet kleinen Fuchs aus einem Schacht auf einer Baustelle

Der Polizist beschließt, der Sache näher auf den Grund zu gehen. Er und sein Kollege suchen den Rohbau ab. Erster Stock, dann Tiefgarage. Nichts. Auch sind keinerlei Geräusche zu hören. Doch dann entdeckt er in einer Ecke einige Bretter, die etwas abdecken. Sie weisen einen Spalt auf. Er räumt die Bretter beiseite. „War ganz schön dreckig, wie man auf dem Foto sehen kann“, erzählt er und lacht.

Es ist ein etwa ein Meter tiefer Schacht auf der Frankfurter Baustelle. Heinen leuchtet mit seiner Taschenlampe hinein und entdeckt den kleinen Fuchs, der in einer Ecke kauert. Das Tierchen blickt ihn an. 

„Ich habe mir dann Handschuhe angezogen und nahm den Welpen behutsam an mich, so wie es eine Tiermutter auch tun würde“, erzählt der Polizeibeamte. Er stützte den kleinen Körper mit der anderen Hand ab. Der Fuchs war offensichtlich unverletzt und blieb ganz ruhig. Das Tierchen wurde „Bob“ nach der Figur „Bob, der Baumeister“ genannt - passend zum Fundort....

Fuchs-Rettung in Frankfurt: Gemächlich in die Freiheit getapst

Da in unmittelbarer Nähe des Mehrfamilien-Rohbaus das Landschaftsschutzgebiet „Mühlbachtal“ liegt, setzt Heinen den jungen Fuchs dort aus. „Und der kleine Welpe tapste dann auch ganz gemächlich in Richtung eines Gebüschs über die Wiese“, erzählt er. Und ist sehr zuversichtlich, dass das Junge wieder bei seiner Mutter gelandet ist. 

Denn der Jugendfreund erzählte ihm, dass kurze Zeit nach der Aktion eine Fähe mit einem Welpen gesehen wurde - wieder im Heinrich-Bingemer-Weg in Frankfurt. Es könnte sich durchaus um den kleinen Fuchs „Bob“ und seine Mama handeln. Das beruhigt Heinen sehr. Und auch viele Bürger, die im sozialen Netzwerk fast durchweg „Daumen hoch“ für diese liebevolle Rettungsaktion der Ordnungshüter zeigten.

Polizei Frankfurt rettet Fuchswelpe: Die Tierrettung schlägt Wellen in den Sozialen Netzwerken

Der Beamte Heinen ist fast schon versiert, was „Tierrettungen“ betrifft. So hat er beispielsweise vor drei Jahren schon einmal ein Schaf eingefangen, dass von einer eingezäunten Weide ausgebüxt war. Und vor einem Jahr fing er ein entlaufenes Pferd ein, erzählt der Mann, der seit sieben Jahren bei der Polizei ist und seit vier Jahren Dienst im 18. Revier in Frankfurt-Bergen-Enkheim leistet. Und gibt dann zu, dass es ihn doch ein bisschen wundere, welche Wellen solch ein kleiner Post mit einem Foto mit einem jungen Fuchs von einer Tierrettung im sozialen Netzwerk schlagen kann... 

Immer mal wieder ist die Polizei in Frankfurt auch für Hund und Katze der Freund und Helfer. So brachte die Polizei Ende letzten Jahres eine kleine Hündin in ein Tierheim in Frankfurt, die an einen Zaun angebunden und zurückgelassen wurde. Einmal hatte sich unter einem Auto ein junges Kätzchen* offenbar ein Versteck gesucht und war zwischen den Kraftstofftank und die Karosserie geraten. Augenscheinlich gelang es ihr nicht, sich aus eigener Kraft zu befreien. Die Anwohner informierten sofort die Polizei.  

Von Ute Vetter

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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